21.01.2021 - 21:11 Uhr

Homeoffice-Kontrollen könnten an Personalmangel scheitern

Die Durchsetzung der neuen Regelungen zum Homeoffice könnte nicht umsetzbar sein, befürchtet der Chef des Deutschen Gewerkschaftsbundes (DGB).

Der Vorsitzende des DGB, Reiner Hoffmann, meinte, dass die Einhaltung der neuen Regeln zum Homeoffice und zum Arbeitsschutz nicht zu kontrollieren seien. Die Schwachstelle im System sei der Personalmangel. Die zu geringe Kontrolle sei bereits seit Jahren bekannt, sagte er der "Neuen Osnabrücker Zeitung". Als Beispiel nannte der Gewerkschafter den Mindestlohn, bei dem die nicht entdeckten Fälle die erfassten übertreffen dürften. Mit den neuen Pandemie-Regeln für die Betriebe und das Homeoffice wächst das Problem. Die Grenzen der Belastbarkeit der Kontrolleure würden nun endgültig überschritten. Außerdem forderte Hoffmann, einen glaubwürdigen Kampf gegen die Pandemie. Dazu brauche es massive Sanktionen, wenn Betriebe gegen Arbeitsschutz und Homeoffice-Gebot verstießen. Nur harte Strafen würden nicht willige Arbeitgeber vom Verstoß gegen die Corona-Regeln abhalten. Für das Argument der Arbeitgeber, sie hätten im Homeoffice keine Kontrolle über ihre Mitarbeiter, zeigte der DGB-Chef wenig Verständnis. Dies sei ein völlig antiquierter Denkansatz. Reiner Hoffmann erwarte die Möglichkeit zur Heimarbeit an allen Arbeitsplätzen, an denen dies möglich ist. Auch das Argument, die neuen Regelungen aus Berlin seien reiner Aktionismus, wies der Gewerkschafter entschieden zurück. Bei den Forderungen nach mehr Homeoffice gehe es darum, die Arbeitnehmer wirksam vor einer Ansteckung zu schützen. Ebenso wichtig sei ein sicherer Arbeitsplatz im Betrieb, wenn die Arbeit im Homeoffice nicht ermöglicht werden kann. Für den DGB sind die Regeln für den Arbeitsschutz während der Pandemie eine gute Lösung, um Arbeitnehmer wirkungsvoll zu schützen. In Unternehmen mit Betriebs- oder Personalräten würde die Umsetzung der Vorschriften recht gut funktionieren, schätzte der Gewerkschafter ein. Zahlreiche kleine und mittlere Betriebe seien in dieser Hinsicht weniger kooperativ. In diesen Unternehmen seien die Risiken für eine Infektion der Beschäftigten weiterhin viel zu hoch.

 

Redaktion ad-hoc-news.de, berufstouri