24.06.2022 - 16:00 Uhr

WM in Katar 2022 mit einigen Premieren

 
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Noch 32 Teams – dieses Jahr aber im Winter

In einem gewöhnlichen Jahr einer Fußball-Weltmeisterschaft wäre das Land, beziehungsweise die gesamte Fußballwelt, bereits in euphorischer Stimmung, rund um das anstehende größte Event des Sports. Tatsächlich begann das Turnier in Frankreich, in dem der Gastgeber gleichzeitig den zweiten Titel einfahren konnte, fast auf den Tag genau am 14. Juni 2018. Im Golfstaat Katar wurden allerdings erstmals die unüblichen Austragungsmonate November und Dezember für das Turnier gewählt, was schlichtweg an der unglaublichen Hitze während der Sommermonate liegt.

Die 22. Auflage der Weltmeisterschaft bietet somit einige Neuerungen, die nicht nur Spieler, Trainer und Funktionäre vor Ort beeinflussen werden, sondern auch die Fans vor den heimischen TV-Geräten. Es wird übrigens die vorerst letzte WM sein, die mit 32 Nationen ausgetragen wird, da das Turnier in Nord- und Mittelamerika 2026 bereits mit 48 Ländern geplant ist. Trotzdem wird es die kürzeste Endrunde einer Fußball-WM seit 1978 in Argentinien, woraufhin die Änderung von 16 auf 24 Teams bekanntgegeben wurde.

Bezüglich der teilnehmenden Nationen stehen inzwischen alle Mannschaften fest, nachdem die Partie Costa Rica gegen Neuseeland mit einem Sieg für den zentralamerikanischen Staat die letzte Nationalelf auserkoren hat. Ebenjenes Team vervollständigte außerdem die Gruppe E, in der auch die deutsche Nationalmannschaft gemeinsam mit Spanien und Japan in das Turnier starten wird. Die großen Favoriten sind hier die beiden europäischen Teams, die bei den Buchmachern der WM Wetten auch in den engeren Kreis der wahrscheinlichsten Weltmeister gehören. Brasilien, Frankreich, England und Argentinien gesellen sich dazu, wobei die Seleção rund um Superstar Neymar aktuell am stärksten eingeschätzt wird.

Nations League als Standortbestimmung

Doch bis zum tatsächlichen Turnierstart wird es noch einige Zeit dauern, in der auch Wettbewerbe wie die UEFA Nations League fertig ausgetragen werden. Zwar wird dieses kleinere Turnier gerne skeptisch beäugt, da vor allem die Spieler noch mehr Belastung ausgesetzt sind, eine erste Standortbestimmung der Nationalteams ist es dennoch. Die bislang größte Überraschung ist sicherlich die "Équipe Tricolore", die als WM-Titelverteidiger auf dem letzten Rang ihrer Gruppe A stehen, nach vier Begegnungen stehen lediglich zwei Punkte auf der Seite von Didier Deschamps Mannschaft.

Etwas besser lief es dafür bei Neu-Nationalcoach Hansi Flick und dem DFB. Dreimal unentschieden - dreimal 1:1 - der dritte Platz in Gruppe 3. Das war die Bilanz nach den ersten Partien. Das jüngst absolvierte Spiel gegen eine enorm junge italienische Mannschaft, sorgte mit einem 5:2 eindrucksvoll für den ersten Sieg in der Gruppe, wodurch man sich auf den zweiten Platz spielen konnte. Insgesamt war es allerdings eine recht unspektakuläre Vorstellung, was nicht zuletzt den vielen Wechseln und neuen Gesichtern im Deutschland Trikot geschuldet ist. England ist mit nur zwei Zählern gar letzter in der Gruppe, in der sich Ungarn bislang als stärkste Mannschaft behaupten konnte.

Diskussionen um Spielzeit

Doch zurück zur FIFA Weltmeisterschaft in Katar, die aus verschiedenen Gesichtspunkten besonders genau betrachtet wurde. Der nicht unumstrittene FIFA-Boss sorgte im April mit einem neuen Regel-Vorschlag für heiße Diskussionen. So war er einer der Ideengeber für eine Verlängerung der Spielzeit von 90 auf 100 Minuten, als Reaktion auf die tatsächliche Zeit, in der der Ball im Spiel ist. Es sorgte für intensive Debatten, nicht zuletzt deshalb, weil Infantino schon mehrfach Entscheidung vorantreiben wollte, die eher aus finanzieller als aus sportlicher Sicht motiviert zu sein schienen. Mit den - nun also doch - üblichen 90 Minuten bleibt zumindest etwas von den gewohnten Weltmeisterschaften erhalten.

Die Austragung in den Wintermonaten, klimatisierte Stadien und erstmal ein Land der arabischen Welt als Gastgeber sind derweil alles Premieren, deren Erfolg abzuwarten bleibt. Schließlich sind die neuen Zeiten auch für die Fans rund um den Globus gewöhnungsbedürftig, die sich sonst zu Public Viewing Events oder Privatrunden zum Anfeuern treffen. Wie genau die deutschen Anhänger ihre Mannschaft dann verfolgen können, wird die Zeit zeigen. Fest steht, dass sowohl die Öffentlich-Rechtlichen ARD und ZDF sowie Magenta TV die Fernsehrechte gesichert haben, sodass dort alle Infos rechtzeitig kommuniziert werden. Die Daumen sind gedrückt, für ein besseres Turnier als es wir es vom DFB in den vergangenen Jahren gesehen haben.