02.02.2021 - 07:43 Uhr

Barmer Ersatzkasse: Grippe-Krankschreibungen mehr als halbiert

Unter den Versicherten der Barmer Ersatzkasse ist die Zahl der Personen, die wegen einer Influenza-Erkrankung krankgeschrieben wurden, im Laufe des zweiten Lockdowns um mehr als die Hälfte zurückgegangen.

Die Tageszeitung "Die Welt" berichtet in ihrer am Dienstag erschienenen Ausgabe über eine entsprechende Untersuchung der in Berlin ansässigen Krankenkasse mit ihren etwa neun Millionen Versicherten. Wie die Auswertung ihrer Mitgliederdaten demnach zeigt, waren im Zeitraum von November und Weihnachten 2020 pro Woche im Schnitt nur 661 ihrer Versicherten aufgrund einer Grippeerkrankung als arbeitsunfähig gemeldet. In den letzten zwei Vorjahren waren dies im gleichen Zeitraum noch durchschnittlich 923 bis 1721 Personen pro Woche. Mitunter betrugen die Rückgänge der aktuellen Zahlen pro Woche im Vergleich zu den Vorjahren sogar mehr als 60 Prozent.

Auch Klaus Reinhardt, der Präsident der Bundesärztekammer, bestätigt in der Zeitung einen deutlichen Rückgang der Grippe-Fälle. Reinhardt sagte, die geltenden Kontaktbeschränkungen, die verringerte Beweglichkeit im Lockdown und allgemein die Beachtung der AHA-Regeln verringerten nicht nur die weitere Ausbreitung der Corona-Pandemie, sondern schränkten auch die Übertragung anderer ansteckender Krankheiten ein. Und wenn weniger Menschen an Influenza erkrankten, so erläuterte der Allgemeinmediziner, der auch Vorsitzender des Hartmannbundes ist, gegenüber der "Welt", dann hätten die Krankenhäuser, Gesundheitsämter und Arztpraxen mehr freie Kapazitäten zur Verfügung, um Covid-19-Patienten behandeln zu können.

Den Trend können auch die niedergelassenen Ärzte aufgrund ihrer täglichen Erfahrungen bestätigen. Dirk Heinrich, der Bundesvorsitzende des Virchowbundes, des Verbandes der niedergelassenen Ärzte in Deutschland, sagte in der "Welt", in den Praxen sehe man derzeit erheblich weniger Fälle von Infekten als zuvor, aber gleichzeitig auch "durch die Covid-19-Pandemie einen erheblich höheren Behandlungs- und Beratungsbedarf". Heinrich hält es daher für vorstellbar, die Maskenregeln auch nach dem Ende der Corona-Pandemie beizubehalten. Das Tragen von Masken, etwa in Arztpraxen, könne in Zukunft "eine Option sein". Dies werde aber in der Zeit nach der Pandemie nicht die vorrangige Lösung sein, denn die Praxen seien "nicht der Herd von Infektionen", wie er betonte. Nach der Auffassung der niedergelassenen Ärzte solle das Tragen von Masken daher in erster Linie dort fortgeführt werden, wo viele Menschen zusammentreffen, zum Beispiel im öffentlichen Personennahverkehr, so Heinrich weiter.

 

Redaktion ad-hoc-news.de, A-1010413