Rente mit 63: 74 Prozent gegen geplante Abschaffung
heute 07:25 Uhr, dts-nachrichtenagentur.de
74 Prozent der Befragten halten es für falsch, die abschlagsfreie Rente nach 45 Versicherungsjahren abzuschaffen. Die Ablehnung reicht durch die Anhängerschaften aller Parteien und setzt die geplante Rentenreform politisch unter Druck.
via dts Nachrichtenagentur
Politbarometer misst breite Ablehnung der RentenpläneIm aktuellen ZDF-Politbarometer sprechen sich 74 Prozent der Befragten gegen die geplante Abschaffung der sogenannten Rente mit 63 aus. Nur 21 Prozent halten es für richtig, die Möglichkeit eines abschlagsfreien Ruhestands nach 45 Versicherungsjahren zu beenden.Ablehnung reicht durch alle ParteianhängerschaftenDie am Freitag veröffentlichte Erhebung der Forschungsgruppe Wahlen zeigt eine klare Mehrheit gegen die Abschaffung in den Anhängerschaften aller Parteien.
Auch unter den Anhängern der Regierungsparteien überwiegt die Ablehnung deutlich.Bei den Unionsanhängern halten 61 Prozent die Abschaffung für nicht richtig, bei den Anhängern der SPD sind es 77 Prozent. Am stärksten fällt die Ablehnung unter den Anhängern der AfD mit 89 Prozent und der Linken mit 88 Prozent aus.Rentenreform soll weiter beraten werdenDie geplante Abschaffung ist Teil der Debatte über eine umfassende Reform der gesetzlichen Rentenversicherung.
Eine von der Bundesregierung eingesetzte Rentenkommission hatte den Schritt zuvor empfohlen.Nach den bisherigen Reformplänen soll ein Gesetzentwurf noch 2026 vom Kabinett beraten werden.
Der Beschluss im Bundestag ist für das erste Quartal 2027 vorgesehen.
Die Umfragewerte zeigen, dass die abschlagsfreie Rente nach 45 Versicherungsjahren parteiübergreifend auf breite Zustimmung stößt. Selbst unter den Anhängern von Union und SPD, deren Parteien die Bundesregierung tragen, lehnt jeweils eine Mehrheit die geplante Abschaffung ab.Hinter der Debatte stehen gegensätzliche Interessen: Befürworter einer Reform verweisen auf die Finanzierung der gesetzlichen Rentenversicherung, die Alterung der Bevölkerung und den wachsenden Fachkräftebedarf. Die abschlagsfreie Rente nach 45 Beitragsjahren wird dagegen vor allem von Menschen genutzt, die früh ins Berufsleben eingestiegen sind und lange versichert waren.Reformpläne unter politischem DruckEine von der Bundesregierung eingesetzte Rentenkommission hatte zuvor die Abschaffung der Regelung empfohlen.
Nach den vorliegenden Plänen soll die Rentenreform noch 2026 im Kabinett beraten und im ersten Quartal 2027 im Bundestag beschlossen werden.
Das Umfragebild erhöht damit den politischen Erklärungsdruck auf die Regierungsparteien.Für die Betroffenen wäre eine Abschaffung keine einheitliche Verschlechterung, sondern würde je nach Alter, Beitragszeit und persönlicher Erwerbsbiografie unterschiedlich wirken.
Möglich wären längere Erwerbszeiten, Abschläge bei einem früheren Rentenbeginn oder Änderungen bei den Zugangsvoraussetzungen.
Die konkreten Folgen hängen vom endgültigen Gesetzentwurf ab.