Null-Promillegrenze: 71 Prozent wollen sie für Autofahrer
heute 09:51 Uhr, dts-nachrichtenagentur.de
71 Prozent der Befragten befürworten eine Null-Promille-Vorgabe für Autofahrer. Die Zustimmung fällt bei Motorrädern und E-Scootern ähnlich hoch aus, beim Fahrrad liegt sie nur knapp über der Hälfte.
via dts Nachrichtenagentur
Mehrheit unterstützt Null-Promille-Regel für AutofahrerEine Mehrheit der Deutschen spricht sich für ein absolutes Alkoholverbot am Steuer aus. Laut einer Forsa-Umfrage für den TÜV-Verband befürworten 71 Prozent eine Null-Promille-Vorgabe für Autofahrer.Hohe Zustimmung auch für ZweiräderFür Motorräder, Motorroller, Mopeds und Mofas liegt die Zustimmung bei 74 Prozent, für E-Scooter bei 67 Prozent. Auch beim Fahrrad unterstützt mit 54 Prozent eine knappe Mehrheit die Nullpromillegrenze.Fast jede zweite befragte Person, konkret 49 Prozent, befürwortet null Promille für alle abgefragten Fahrzeugarten. 18 Prozent lehnen eine Nullpromillegrenze komplett ab.Deutliche Unterschiede zwischen Frauen und MännernFrauen sprechen sich häufiger für ein Alkoholverbot aus als Männer. Bei Autofahrern befürworten 78 Prozent der Frauen und 63 Prozent der Männer null Promille.Ein Verbot für alle Fahrzeugarten unterstützen 57 Prozent der Frauen, aber 40 Prozent der Männer. Männer lehnen ein Alkoholverbot insgesamt mit 24 Prozent doppelt so häufig ab wie Frauen mit 12 Prozent.Ältere Befragte unterstützen Verbot stärkerNoch deutlicher als zwischen den Geschlechtern fallen die Unterschiede zwischen den Altersgruppen aus. Ein absolutes Alkoholverbot für alle Fahrzeugarten unterstützen 31 Prozent der 18- bis 29-Jährigen, 47 Prozent der 30- bis 44-Jährigen, 48 Prozent der 45- bis 59-Jährigen und 59 Prozent der Menschen ab 60 Jahren.Für Autofahrer befürworten 78 Prozent der Befragten ab 60 Jahren die Null-Promillegrenze. Bei den 18- bis 29-Jährigen liegt der Anteil bei 62 Prozent.Fast alle sehen Alkohol als Unfallrisiko86 Prozent halten Alkohol am Steuer für sehr gefährlich, weitere 12 Prozent für eher gefährlich. Nach Angaben des TÜV-Verbands erhöhen bereits geringe Mengen Alkohol das Unfallrisiko deutlich.Für die Erhebung befragte Forsa 2.504 Personen ab 18 Jahren.
Die Umfrage wurde vom 19. März bis 10. April 2026 durchgeführt.
Die Umfrage trifft auf eine Rechtslage, die zwischen den Fahrzeugarten unterscheidet.
Für Kraftfahrzeuge gilt in Deutschland grundsätzlich eine Alkoholgrenze von 0,5 Promille; für Fahranfänger in der Probezeit und für Personen unter 21 Jahren gilt ein absolutes Alkoholverbot.Unabhängig vom gemessenen Wert kann Alkohol am Steuer bereits strafrechtliche Folgen haben, wenn ein Fahrer nicht mehr sicher fahren kann oder andere gefährdet.
Bei Radfahrern gelten andere Schwellen als bei Autofahrern, während E-Scooter rechtlich als Kraftfahrzeuge eingeordnet werden und deshalb den entsprechenden Verkehrsregeln unterliegen.Gesellschaftliche Zustimmung und politische FrageDie Zahlen zeigen eine breite Zustimmung zu einer strengeren Regel, zugleich aber deutliche Unterschiede nach Alter und Geschlecht. Besonders hoch ist die Unterstützung bei älteren Befragten; jüngere Menschen befürworten ein Verbot für alle Fahrzeugarten deutlich seltener.Für die politische Debatte ist deshalb entscheidend, ob eine Null-Promille-Regel nur für Autofahrer oder für sämtliche abgefragten Fahrzeuge gelten soll. Eine Ausweitung würde neben dem Straßenverkehr auch den Umgang mit Fahrrädern und Elektrokleinstfahrzeugen betreffen und müsste mit klaren Kontrollen sowie verständlichen Sanktionen verbunden werden.