Geschäftsklima in Deutschland überraschend aufgehellt – Ifo-Index zieht an
heute 10:07 Uhr, dts-nachrichtenagentur.de
Wirtschaftlicher Rückenwind: Deutschlands Unternehmen blicken deutlich zuversichtlicher in die Zukunft.
via dts Nachrichtenagentur
Interessant, wie sich die Prognosen manchmal irren: Im August ist der Ifo-Geschäftsklimaindex auf 88,8 Punkte emporgeschnellt, noch mehr als das, was Ökonomen zuvor angepeilt hatten – da rechnete kaum jemand mit so einem Schwung.
Laut Ifo-Institut haben die Unternehmen weniger zu meckern, was ihre augenblickliche Lage betrifft. Unsicherheit? Weiter rückläufig. Die Firmen schauen positiver nach vorn, trotz neuerlicher Preissprünge bei Energie. Die Wirtschaft in Deutschland scheint sich zu berappeln – zumindest vorsichtig.
Im produzierenden Gewerbe sieht die Welt schon etwas freundlicher aus. Viele Manager sind mit dem Status quo unerwartet zufrieden und wagen wieder stille Hoffnung auf Wachstum, selbst wenn bei der Auftragslage noch kein Grund zum Jubeln herrscht. Das nächste Quartal – so der Tenor – soll produktiver werden.
Auch bei den Dienstleistern kehrt nicht nur Routine, sondern frischer Optimismus ein. Die Stimmung hellt sich auf und besonders in der IT-Branche weht ein Hauch von Zukunftslust. Im Gegensatz dazu sind Speditionen oder Logistikunternehmen weiterhin von mäßiger Laune geplagt.
Der Handel? Jener klettert ebenfalls nach oben.
Großhändler wirken fast ausgelassen, während man bei anderen Bereichen im Detail hinschauen muss. Beim Bau – eigentlich notorisch skeptisch – sorgt vor allem weniger Pessimismus für leichte Besserung, wenngleich die Beurteilung der aktuellen Lage etwas abgefedert wurde.
Der Ifo-Geschäftsklimaindex hat im August einen für viele überraschenden Anstieg auf 88,8 Punkte verzeichnet – ein deutliches Plus gegenüber Juli. Hinter dem geglätteten Optimismus stehen Rückgänge bei der Unsicherheit und eine allmähliche Anpassung der Erwartungen nach oben, während Energiepreise weiterhin für Unruhe sorgen.
Deutschland scheint, zumindest nach Ansicht vieler Unternehmensführer, besser durch die wirtschaftliche Unsicherheit zu steuern als zunächst befürchtet.
Zuletzt deuteten selbst schwankende Konjunkturdaten auf ein allmähliches Anspringen der Gesamtwirtschaft hin. Branchen wie das verarbeitende Gewerbe und der Handel profitieren dabei besonders, während einzelne Bereiche wie Transport und Logistik oder auch das Baugewerbe weiter mit strukturellen Problemen kämpfen.
Laut neuen Recherchen haben Themen wie internationale Lieferketten, Arbeitskräftemangel und unerwartete Kostensteigerungen starke Auswirkungen auf die Stimmungslage – durch das leichte Aufhellen des Klimas herrscht aktuell aber vorsichtiger Optimismus. Besonders bemerkenswert ist, dass die verbesserte Stimmung des Ifo-Index nicht allein auf äußere Faktoren reagiert, sondern auch auf eine Art kollektiven Hoffnungsschimmer, der durch einzelne positive Unternehmensberichte – etwa aus der Automobil- oder IT-Branche – getragen wird.
Die Süddeutsche berichtet, dass Ökonomen trotz der aktuellen Aufhellung des Ifo-Geschäftsklimas weiterhin auf eine unsichere Konjunktur hinweisen und strukturelle Herausforderungen wie hohe Energiepreise und die schwächende Nachfrage nach wie vor als Bremse für eine nachhaltige Erholung benennen (Quelle: Süddeutsche Zeitung).
Laut der Frankfurter Allgemeine sorgt vor allem die positive Entwicklung im Industrie- und Handelssektor für Hoffnung, während Immobilienwirtschaft und Bau angesichts gestiegener Zinsen und anhaltender Materialknappheit weiterhin Probleme bereiten (Quelle: Frankfurter Allgemeine).
Die Zeit hebt hervor, dass das deutsche Geschäftsklima von einem neu gewonnenen Vertrauen in die Politik und von überraschend resilienten Exportzahlen profitiert, insbesondere in Richtung USA und Asien.
Allerdings bleibt die Unsicherheit in Bezug auf die Energiepolitik bestehen (Quelle: Die Zeit).