Felix Banaszak nennt jüngste Angriffe auf deutsches Stromnetz Terrorismus
heute 06:39 Uhr, dts-nachrichtenagentur.de
Grünen-Chef Felix Banaszak stuft die jüngsten Sabotageversuche gegen das deutsche Stromnetz als Terrorismus ein und grenzt sie scharf von Klimaschutzaktivismus ab. Auslöser ist die Festnahme eines 48-Jährigen nahe Aachen, der Anschläge auf das Stromnetz verübt haben soll.
via dts Nachrichtenagentur
Grünen-Chef Felix Banaszak hat die jüngsten Sabotageversuche gegen das deutsche Stromnetz als eine Form von Terrorismus bezeichnet. Er reagiert damit auf eine Serie mutmaßlicher Anschläge, für die ein Ende vergangener Woche festgenommener Mann verantwortlich gemacht wird.Banaszak spricht von Terrorismus„Wer Anschläge auf unsere kritische Infrastruktur vornimmt, um Chaos und Unheil anzurichten und Menschen zu schädigen, ist ein Terrorist“, sagte Banaszak der „Neuen Osnabrücker Zeitung“. Ihm sei dabei nach eigenen Worten „vollkommen egal“, mit welcher vermeintlichen politischen Motivation solche Taten begründet würden, da nichts solche Akte rechtfertige.Die kritische Infrastruktur sei aus seiner Sicht zentral für das Funktionieren des Gemeinwesens, und gezielte Angriffe darauf zielten auf Destabilisierung und Verunsicherung.
Banaszak stellt damit klar, dass er Sabotage an Versorgungsnetzen nicht als Protestform, sondern als schweres Gewaltverbrechen betrachtet.Festnahme eines Tatverdächtigen bei AachenVor wenigen Tagen hatte die Polizei nahe Aachen einen 48 Jahre alten Mann festgenommen, der bundesweit Anschläge auf das Stromnetz verübt haben soll. In einem Bekennerschreiben soll er den „Kampf gegen fossile Brennstoffe“ als Motivation für sein Handeln genannt haben.Die Ermittlungsbehörden prüfen demnach eine politisch motivierte Tat mit Bezug zur Energie- und Klimapolitik. Konkrete Hintergründe zur Person des Verdächtigen und zu möglichen Unterstützern sind bislang nicht bekannt gemacht worden.Streit um Begriff „Klimaextremismus“Nach der Festnahme hatten Vertreter der Bundesregierung von „Klimaextremismus“ gesprochen und damit einen Zusammenhang zu radikalisierten Formen des Klimaprotests angedeutet.
Banaszak weist diese Begriffswahl entschieden zurück.Der Grünen-Chef kritisiert, der Terminus solle einen Zusammenhang mit seiner Partei herstellen, den es nicht gebe. Er betont, er glaube nicht, dass irgendjemand aus der Motivation heraus, das Klima schützen zu wollen, Menschen schaden wolle.Abgrenzung von Klimaschutzaktivismus„Wer das behauptet, lügt“, sagte Banaszak mit Blick auf Versuche, Klimaschutzengagement und gewaltsame Angriffe auf Infrastruktur gleichzusetzen. Er zieht damit eine scharfe Linie zwischen demokratischem Engagement für den Klimaschutz und strafbaren Anschlägen auf das Stromnetz.Die Aussagen des Grünen-Chefs unterstreichen, dass seine Partei Gewalt und Sabotage klar verurteilt und zugleich eine Politisierung des Begriffs Klimaschutz im Zusammenhang mit Terrorvorwürfen vermeiden möchte.
Die Einordnung von Angriffen auf das deutsche Stromnetz als Terrorismus durch Grünen-Chef Felix Banaszak erfolgt vor dem Hintergrund wachsender Sorgen um die Sicherheit kritischer Infrastruktur. Der Begriff kritische Infrastruktur umfasst unter anderem Energieversorgung, Verkehr, Kommunikation und Gesundheitswesen, deren Ausfall weitreichende Folgen für Gesellschaft und Wirtschaft hätte.Politische Dimension der BegriffswahlWenn ein führender Parteipolitiker gezielte Anschläge auf Stromleitungen und Anlagen als Terrorismus bezeichnet, verschiebt dies die Debatte von ordnungsrechtlichen oder umweltpolitischen Fragen hin zu Fragen der inneren Sicherheit und Strafverfolgung.
Damit wird deutlich gemacht, dass es nicht um Protestformen oder zivile Ungehorsamsaktionen geht, sondern um Taten, die bewusst auf Sachschaden, potenzielle Versorgungsunterbrechungen und Risiken für Menschen zielen.Bemerkenswert ist, dass Banaszak die von Regierungsvertretern verwendete Kategorie „Klimaextremismus“ ablehnt und der Begriffswahl einen parteipolitischen Unterton zuschreibt. Er grenzt damit klimapolitisch motivierten Aktivismus, wie er etwa in Demonstrationen oder Blockaden vorkommt, klar von gewaltsamen Anschlägen auf Infrastruktur ab. Zugleich weist er den Versuch zurück, solche Taten in die Nähe seiner Partei oder der Klimaschutzbewegung zu rücken.Bedeutung für Sicherheitsbehörden und KlimadebatteFür Sicherheitsbehörden ist die Frage, ob eine Tat als Terrorismus eingeordnet wird, nicht nur semantisch, sondern auch operativ relevant: Sie beeinflusst Zuständigkeiten, Prioritätensetzung und die Bewertung möglicher Nachahmungstäter. Wenn Anschläge mit einem „Kampf gegen fossile Brennstoffe“ begründet werden, berührt dies die ohnehin stark emotionalisierte Klimadebatte und birgt das Risiko, friedliche Klimaschutzbewegungen zu stigmatisieren.
Banaszaks Aussagen zielen ersichtlich darauf ab, diese Verbindung zu kappen und zugleich die Gefährlichkeit von Angriffen auf das Stromnetz hervorzuheben.