DFB setzt Kompassmodell um und plant Bundestag am 18. Dezember 2026
vor 30 Minuten, dts-nachrichtenagentur.de
Der DFB stellt die Weichen für eine umfassende Reform der Regionalliga: Ein Außerordentlicher Bundestag soll über das Kompassmodell entscheiden, das allen Meistern den direkten Aufstieg in die 3. Liga ermöglichen soll. Für die Vereine wäre dies ein tiefgreifender Umbau der vierten Spielklassenebene.
via dts Nachrichtenagentur
Der Deutsche Fußball-Bund (DFB) bereitet für den 18. Dezember 2026 einen Außerordentlichen Bundestag zur geplanten Reform der Regionalliga vor. Das DFB-Präsidium beauftragte Generalsekretär Holger Blask damit, die dafür nötigen Maßnahmen zu ergreifen.Bundestag soll über neue Struktur der Regionalliga entscheidenNach Angaben des Präsidiums soll das höchste DFB-Gremium über eine mögliche Änderung der Struktur der vierten Spielklassenebene entscheiden.
Ziel ist es, künftig allen Meistern der Regionalligen den direkten Aufstieg in die 3. Liga zu ermöglichen und damit eine seit Jahren kritisierte Aufstiegsregelung zu verändern.Grundlage der Reformpläne ist das sogenannte Kompassmodell. Es sieht vor, die Zahl der Regionalliga-Staffeln von derzeit fünf auf vier zu reduzieren.
Die neuen Staffeln sollen jeweils mit 20 Mannschaften besetzt und für jede Saison nach geografischen Gesichtspunkten neu zusammengestellt werden.Kompassmodell mit klarem ZeitplanDie Saison 2027/2028 ist im Konzept als Qualifikationssaison vorgesehen.
Die Einführung der Viergleisigkeit in der Regionalliga würde demnach zur Spielzeit 2028/2029 erfolgen.
Zudem ist geplant, dass der DFB künftig selbst die Trägerschaft der Regionalliga übernimmt.DFB-Präsident Bernd Neuendorf verwies darauf, dass die Aufstiegsregelung in der Regionalliga den deutschen Fußball seit Jahren beschäftigt und nun gelöst werden müsse. Für Vereine, Spieler und Fans sei es „kaum nachvollziehbar“, dass es fünf Meister gebe, von denen nicht alle den Weg in die 3. Liga schaffen können.Neuendorf setzt auf breite Zustimmung der VereineNeuendorf betonte, das Kompassmodell habe in den Abstimmungen der Regionalliga-Träger unter den Vereinen bundesweit die meisten Stimmen erhalten. Er sieht darin die Chance auf eine stärkere Talententwicklung, weil der Weg in den Profifußball für erfolgreiche Regionalliga-Teams klarer und verlässlicher ausgestaltet würde.Mit dem Außerordentlichen Bundestag Ende 2026 soll nun die Grundlage geschaffen werden, um die Reform fristgerecht zur Qualifikationssaison 2027/2028 und zur Einführung der neuen Struktur 2028/2029 umzusetzen.
Bis dahin werden weitere Detailfragen zur konkreten Ausgestaltung der Staffeln und zur Rolle der beteiligten Landes- und Regionalverbände zu klären sein.
Die geplante Reform der Regionalliga greift ein seit Jahren ungelöstes Strukturproblem im deutschen Fußball auf: Aktuell gibt es fünf Regionalliga-Staffeln, aber nur vier Aufstiegsplätze in die 3. Liga. Meister müssen in Relegationen gegeneinander antreten und können trotz gewonnenem Titel den Sprung in den Profibereich verpassen.
Für ambitionierte Klubs mit meist begrenzten finanziellen Mitteln stellt dies ein erhebliches Risiko dar, weil sportliche Planung und Investitionen stark von der Liga-Zugehörigkeit abhängen.Strukturelle Bedeutung für den Unterbau des ProfifußballsMit dem Kompassmodell soll die Regionalliga auf vier Staffeln mit jeweils 20 Teams umgestellt werden, die jährlich nach geografischen Kriterien neu zugeschnitten werden.
Damit würde die Regionalliga enger an die 3. Liga angebunden und zugleich bundesweit vereinheitlicht. Die vorgesehene Übernahme der Trägerschaft durch den DFB zielt darauf ab, organisatorische Verantwortung und sportpolitische Steuerung zu bündeln. Für Vereine könnte dies langfristig zu klareren Rahmenbedingungen bei Spielplan, Vermarktung und Talentförderung führen.Folgen für Vereine, Talente und FansSportlich würde die Reform bedeuten, dass künftig alle Regionalliga-Meister direkt in die 3. Liga aufsteigen, was den Wettbewerb kalkulierbarer und fairer macht. Talente aus den Nachwuchsleistungszentren und ambitionierten Ausbildungsvereinen hätten einen besser definierten Weg in den Profibereich, da die viergleisige Struktur mehr Planbarkeit für Kader- und Budgetentscheidungen schafft. Für Fans entfiele die oft als ungerecht empfundene Relegation, gleichzeitig dürften sich Rivalitäten verschieben, weil die Staffeln jede Saison neu geschnitten werden.
Die Qualifikationssaison 2027/2028 und der Start der Viergleisigkeit 2028/2029 markieren dabei einen längeren Übergang, in dem sich Vereine strategisch an die neuen Rahmenbedingungen anpassen müssen.