Zivildienst: ASB fordert frühzeitige Planung und mehr Plätze

heute 12:26 Uhr, dts-nachrichtenagentur.de

Der Verband will einen neuen Dienst an Bundesfreiwilligendienst und FSJ ausrichten und stärker auf Ausbildung sowie Bevölkerungsschutz setzen. Für eine Ausweitung fordert der ASB außerdem eine bessere, regional anpassbare Vergütung.

Sanitäter (Archiv)
Sanitäter (Archiv)
via dts Nachrichtenagentur

ASB fordert Vorbereitung auf möglichen ZivildienstDer Arbeiter-Samariter-Bund begrüßt die Pläne von Bundesfamilienministerin Karin Prien für einen neuen freiwilligen Gesellschaftsdienst. Zugleich verlangt ASB-Bundesvorsitzender Knut Fleckenstein frühzeitige Vorbereitungen für einen möglichen verpflichtenden Zivildienst.Planung soll vor einem Start beginnen„Freiwilligkeit ist uns lieber, aber wir müssen uns rechtzeitig mit dieser Frage beschäftigen“, sagte Fleckenstein der Funke-Mediengruppe mit Blick auf eine mögliche verpflichtende Wehrpflicht oder einen verpflichtenden Zivildienst.Wenn es zu einem Zivildienst komme, dürfe die Planung nicht erst mit dessen Start beginnen.

Bei einer Neugestaltung müssten die positiven Erfahrungen des Bundesfreiwilligendienstes und des Freiwilligen Sozialen Jahres berücksichtigt werden.Keine Rückkehr zum alten ModellEine Wiedereinführung des abgeschafften Zivildienstes in seiner früheren Form lehnt Fleckenstein ab. Auch für den geplanten Gesellschaftsdienst empfiehlt er eine Orientierung an Bundesfreiwilligendienst und FSJ, allerdings mit Anpassungen.Mehr Ausbildung und bessere VergütungJunge Menschen sollten während des Dienstes stärker ausgebildet und in den Bevölkerungsschutz einbezogen werden, sagte der ASB-Chef. Dafür dürfe die Dauer nicht zu kurz sein.Außerdem sei eine bessere Vergütung nötig, damit Absolventen zumindest das Minimum ihres Unterhalts bestreiten könnten.

Die Höhe könne regional unterschiedlich gestaltet werden, weil die Lebenshaltungskosten in Metropolen höher seien.ASB könnte Plätze verdoppelnFleckenstein begrüßte zudem, dass auch ältere Menschen in den Gesellschaftsdienst einbezogen werden könnten.

Sollte der Dienst eingeführt werden, könne der ASB die Zahl der derzeit rund 1.500 Personen im Bundesfreiwilligendienst oder FSJ problemlos verdoppeln.
Die Debatte über einen Gesellschaftsdienst steht im Zusammenhang mit der erneut geführten Diskussion über Wehrpflicht und staatliche Vorsorge für den sozialen Bereich. Ein neuer Dienst müsste nicht nur rechtlich geregelt, sondern auch organisatorisch vorbereitet werden: Träger bräuchten Einsatzstellen, Ausbilder, Betreuung und ausreichende Finanzierung.Der ASB verweist dabei auf bestehende Erfahrungen mit dem Bundesfreiwilligendienst und dem Freiwilligen Sozialen Jahr. Diese Dienste verbinden praktische Unterstützung in sozialen Einrichtungen mit persönlicher Orientierung und Qualifizierung.

Eine bessere Vergütung könnte die Teilnahme attraktiver machen und verhindern, dass sich vor allem junge Menschen mit ausreichenden finanziellen Möglichkeiten engagieren können.Zwischen Freiwilligkeit und PflichtPolitisch zeichnet sich ein Spannungsfeld ab. Bundesfamilienministerin Karin Prien setzt nach der vorliegenden Berichterstattung zunächst auf einen freiwilligen Gesellschaftsdienst, während in der öffentlichen Debatte auch verpflichtende Modelle gefordert werden.

Für Organisationen wie den ASB wäre entscheidend, dass ein Ausbau nicht zulasten der bestehenden Dienste und der hauptamtlichen Beschäftigten geht.Die mögliche Einbindung älterer Menschen würde den Dienst über einen reinen Jugenddienst hinaus erweitern. Zugleich bliebe zu klären, wie unterschiedliche Lebenssituationen, regionale Lebenshaltungskosten und der Bedarf im Bevölkerungsschutz berücksichtigt werden.

Die Forderung nach früher Planung zielt damit auf die praktische Umsetzbarkeit unabhängig davon, ob am Ende ein freiwilliges oder verpflichtendes Modell beschlossen wird.

Pressespiegel: Einigkeit, Unterschiede und offene Fragenn-tv: „Nach Jugendprotesten: Debatte über Pflichtjahr im Südwesten“ (06.11.2026)Der Beitrag ordnet den Vorstoß in die laufende Debatte über Wehrpflicht und Gesellschaftsdienst ein. Anders als der ASB legt er den Schwerpunkt auf politische Modelle, rechtliche Fragen und den Widerstand von Jugend- und Wohlfahrtsorganisationen.tagesschau: „Baden-Württemberg: Ministerpräsident Özdemir schlägt Pflichtdienst vor - was sagen Jugendorganisationen dazu?“ (06.11.2026)Der Artikel stellt einem möglichen Pflichtdienst die Forderung nach einer besseren Ausstattung bestehender Freiwilligendienste gegenüber. Damit bestätigt er den Schwerpunkt auf Finanzierung und Attraktivität, zeigt aber zugleich den politischen Streit über Zwang und freiwilliges Engagement.Übereinstimmung besteht bei der Bedeutung besserer Rahmenbedingungen für soziale Dienste. Offen bleibt, ob der Bund bei einem freiwilligen Modell bleibt oder eine verpflichtende Variante rechtlich und politisch weiterverfolgt.

Wir zahlen deine Ausbildung!
Cashback. Bonus. Mehr Wissen.
>Jetzt registrieren