ZEW-Erwartungen fallen im Oktober auf 28,1 Punkte
heute 11:07 Uhr, dts-nachrichtenagentur.de
Die aktuelle Wirtschaftslage wird deutlich besser bewertet, doch die Aussichten für Deutschland und die Eurozone trüben sich ein. ZEW-Präsident Achim Wambach warnt vor hohen Energiepreisen als Belastung für Konsum, Investitionen und Inflation.
via dts Nachrichtenagentur
ZEW meldet schwächere Aussichten für DeutschlandDie ZEW-Konjunkturerwartungen für Deutschland sind in der Oktober-Umfrage um 6,6 Punkte auf 28,1 Zähler gefallen.
Zugleich verbesserte sich die Einschätzung der aktuellen Lage um 11,2 Punkte auf -35,9 Punkte.Lageindikator steigt deutlichDas Zentrum für Europäische Wirtschaftsforschung teilte die Ergebnisse am Dienstag in Mannheim mit. ZEW-Präsident Achim Wambach erklärte, die deutsche Wirtschaft komme langsam aus der Stagnation heraus, der Aufschwung trage sich aber nicht selbst.Als Belastungen nannte Wambach private Investitionen und privaten Konsum sowie hohe Energiepreise. Diese drückten die Realeinkommen, erhöhten die Produktionskosten und hielten die Inflation länger auf einem höheren Niveau.Anzeige | trading-house BörsenakademieKostenlose Trading-Webinare für PrivatanlegerLive lernen, live fragen.
Erfahrene Trader zeigen Dir ihre Strategien beim Handel mit Aktien, Indizes und Rohstoffen in Echtzeit und beantworten Deine Fragen direkt - zum Beispiel, wie Du Nachrichten wie diese für Deine Entscheidungen an der Börse richtig einordnest. 100 % kostenlos, live und interaktiv, jeden Mittwoch um 15:15 Uhr, von der trading-house Börsenakademie, die Privatanleger seit 28 Jahren ausbildet.Kostenlos zum nächsten Webinar anmeldenBranchen senden unterschiedliche SignaleBei Banken und Versicherungen gingen die Erwartungen um 18,4 beziehungsweise 9,0 Punkte zurück. Mit 34,5 und 37,4 Punkten blieben beide Branchen dennoch im positiven Bereich.Auch für Dienstleistungen und Telekommunikation verschlechterten sich die Aussichten.
Positive Impulse kamen dagegen aus der Stahl- und Metallproduktion sowie aus der Elektrobranche.Eurozone verliert erneut an ZuversichtFür die Eurozone sank der Erwartungssaldo um 7,3 Punkte auf 18,5 Zähler. Die Bewertung der aktuellen Lage veränderte sich nur gering und lag bei -14,8 Punkten.
Die Oktober-Umfrage zeichnet ein zweigeteiltes Bild der deutschen Wirtschaft. Während die Erwartungen der Finanzmarktfachleute sinken, verbessert sich die Einschätzung der aktuellen Lage deutlich. Das spricht für eine Stabilisierung der Gegenwart bei zugleich begrenztem Vertrauen in die Dynamik der kommenden Monate.Der Rückgang des Erwartungsindikators fällt in eine Phase, in der Energiepreise die Unternehmen und privaten Haushalte weiterhin belasten.
Hohe Kosten wirken über mehrere Kanäle: Sie drücken die verfügbaren Realeinkommen, verteuern die Produktion und erschweren Investitionsentscheidungen.
Damit bleibt der private Konsum ein wichtiger Schwachpunkt der Erholung.Branchen entwickeln sich uneinheitlichDie Unterschiede zwischen den Sektoren zeigen, dass die Verbesserung der Lage nicht flächendeckend ankommt. Banken und Versicherungen verlieren nach zuvor kräftigen Anstiegen deutlich, während Stahl, Metall und Elektrotechnik positive Signale liefern. Dienstleistungen und Telekommunikation stehen dagegen unter Druck.Für die Konjunktur bedeutet der Befund, dass ein besserer Lagewert allein noch keinen selbsttragenden Aufschwung belegt. Entscheidend wird sein, ob sich die erwartete Stabilisierung in höheren Investitionen und einem stärkeren Konsum niederschlägt. In der Eurozone bleibt das Stimmungsbild schwächer, was die außenwirtschaftlichen Perspektiven deutscher Unternehmen zusätzlich begrenzt.