Zehn Thüringer BSW-Abgeordnete treten aus Partei aus, stützen Koalition

04.09.26 11:33 Uhr, dts-nachrichtenagentur.de

Zehn Abgeordnete des Bündnis Sahra Wagenknecht in Thüringen kehren der Partei den Rücken, wollen ihre Mandate aber zunächst in der Landtagsfraktion behalten. Damit spitzt sich der Machtverlust des BSW in der Minderheitskoalition mit CDU und SPD weiter zu.

BSW-Logo (Archiv)
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via dts Nachrichtenagentur

Zehn Abgeordnete des Bündnis Sahra Wagenknecht (BSW) in Thüringen haben am Freitag offiziell ihren Austritt aus der Partei erklärt, wollen aber zunächst weiter Mitglieder der Landtagsfraktion bleiben.

Die Gruppe um Finanzministerin Katja Wolf und Fraktionsvorsitzende Sigrid Hupach teilte mit, dass die BSW-Fraktion vorerst mit zwölf Mitgliedern weiterbesteht.Fraktion bleibt vorerst bestehenNach Angaben der Ausgetretenen soll in der kommenden Woche beraten werden, wie es mit der Fraktion weitergeht. Der BSW-Landesvorsitzende Gernot Süßmuth trat ebenfalls von seinem Amt zurück und erklärte, das BSW sei nicht mehr zu retten.

Landesvorsitzende Katja Wolf kündigte an, dass der gesamte Landesvorstand seinen Rücktritt erklären werde.Wolf sagte, sie habe in den vergangenen Tagen schmerzlich zur Kenntnis genommen, dass es „keinen gemeinsamen Weg mehr geben“ könne. Damit endet faktisch die bisherige Führung des BSW-Landesverbandes in Thüringen.Koalitionskurs trotz ParteiaustrittFraktionschefin Sigrid Hupach betonte, dass die aus der Partei ausgetretenen Abgeordneten die Landesregierung weiterhin unterstützen wollten.

„Wir stehen weiter zu Koalition“, sagte sie mit Blick auf das Bündnis mit CDU und SPD. Wie die praktische Zusammenarbeit in Zukunft organisiert werden soll, ließ sie offen.Die Koalition mit CDU und SPD stellt nach vorherigen Austritten nur noch eine deutliche Minderheit im Landtag dar. Ob die zwei im BSW verbliebenen Abgeordneten die Regierung mittragen, ist unklar und verstärkt den Druck auf die Koalition.Bereits zuvor Austritte und NeugründungZuvor waren bereits vier Mitglieder aus der Partei ausgetreten.

Matthias Herzog hatte am Montag seinen Parteiaustritt erklärt, wollte aber als parteiloser Abgeordneter in der BSW-Fraktion bleiben. Am Mittwoch waren Stefan Wogawa gemeinsam mit Matthias Herzog und Dirk Hoffmeister aus Partei und Fraktion ausgeschieden.Die drei Ex-BSW-Politiker wollen mit einer eigens gegründeten Partei namens „Deine Stimme zählt“ eine parlamentarische Gruppe im Thüringer Landtag bilden.

Hintergrund ist ein Konflikt zwischen der Bundespartei und dem Thüringer BSW über den Kurs in der Koalition.Auslöser Doktorarbeit-Affäre um Ministerpräsident VoigtDas Bundes-BSW hatte die Parteikollegen in Thüringen gedrängt, die Koalition zu verlassen, nachdem Ministerpräsident Mario Voigt (CDU) wegen der Affäre um seine Doktorarbeit unter Beschuss geraten war. Die Thüringer BSW-Abgeordneten entschieden sich jedoch, die Koalition weiter zu stützen.Mit den nun gebündelten Rücktritten und Parteiaustritten vertieft sich die Spaltung zwischen Landes- und Bundesebene. Zugleich stellt sich die Frage, wie sich die Mehrheitsverhältnisse im Erfurter Landtag und die Zukunft der Minderheitsregierung entwickeln werden.
Der Austritt von zehn Abgeordneten aus der Thüringer Landespartei des Bündnis Sahra Wagenknecht (BSW) markiert eine neue Stufe der Krise innerhalb der noch jungen politischen Formation. Zugleich halten die Parlamentarier zunächst an ihrer Zugehörigkeit zur Landtagsfraktion fest und sichern der Koalition mit CDU und SPD weiterhin Unterstützung zu.Hintergrund des KonfliktsBereits in den Tagen zuvor hatte sich die Lage zugespitzt: Zunächst trat Matthias Herzog aus der Partei aus, blieb aber Mitglied der Fraktion. Kurz darauf verließen Stefan Wogawa, Dirk Hoffmeister und weitere Mitstreiter sowohl Partei als auch Fraktion und kündigten die Gründung der neuen Partei „Deine Stimme zählt“ sowie einer eigenen parlamentarischen Gruppe an. Damit schrumpfte die BSW-Fraktion im Erfurter Landtag von ursprünglich 15 auf zunächst 12 Mitglieder.Auslöser der Eskalation ist ein offener Konflikt zwischen der Bundespartei und dem Thüringer Landesverband. Die Bundesführung drängte darauf, die Koalition nach der Affäre um die Doktorarbeit von Ministerpräsident Mario Voigt zu verlassen.

Die Thüringer BSW-Abgeordneten stellten sich jedoch hinter die Koalition und gegen die Linie der Parteispitze.Bedeutung für Landesregierung und ParteiMit dem Austritt weiterer Abgeordneter aus der Partei, aber ihrem Verbleib in der Fraktion, wird die ohnehin geschwächte „Brombeerkoalition“ aus CDU, BSW und SPD zur klaren Minderheitsregierung.

Politisch bleibt sie zunächst handlungsfähig, weil die ausgetretenen Abgeordneten ihre Unterstützung zusagen, zugleich steigt die Abhängigkeit von stabilen Mehrheiten im Parlament.Für das BSW insgesamt ist die Entwicklung ein schwerer Rückschlag: Der Thüringer Landesvorsitzende Gernot Süßmuth erklärt das BSW für „nicht mehr zu retten“, Finanzministerin und Landesvorsitzende Katja Wolf kündigt den Rücktritt des Landesvorstands an. Die Spaltung zwischen Landes- und Bundesebene sowie die Gründung konkurrierender Strukturen wie „Deine Stimme zählt“ schwächen die Marke BSW und könnten langfristig sowohl ihre Rolle in Thüringen als auch ihre bundespolitische Wirkungskraft deutlich begrenzen.

Pressespiegel: Einigkeit, Unterschiede und offene FragenFOCUS Online: „3 Abgeordnete verlassen BSW aus Protest gegen Wagenknecht" (02.09.2026)Der Beitrag beschreibt den Austritt von Stefan Wogawa, Dirk Hoffmeister und Roberto Kobelt aus Partei und Fraktion in Thüringen und ordnet ihn als Protest gegen den Kurs des BSW-Bundesvorstands und gegen Sahra Wagenknecht ein. Im Mittelpunkt steht die Kritik an einer als zunehmend erratisch empfundenen Führung und die Ankündigung, mit „Deine Stimme zählt“ eine neue Partei und später eine parlamentarische Gruppe zu gründen.

Der Artikel bestätigt den Fraktionsschwund und hebt stärker die bundespolitische Dimension und die Rolle Wagenknechts hervor.n-tv.de: „Drei Mitglieder verlassen Thüringer BSW-Fraktion und gründen neue Partei" (02.09.2026)n-tv berichtet ausführlich über den Schritt der drei Abgeordneten, die BSW-Fraktion und Partei zu verlassen, und betont, dass die Koalition mit CDU und SPD dadurch zur Minderheitsregierung wird. Der Text stellt die Gründung von „Deine Stimme zählt“ in den Vordergrund und erläutert die verfahrensrechtlichen Folgen im Landtag, etwa die Voraussetzungen für eine parlamentarische Gruppe. Im Vergleich zur dts-Meldung konzentriert sich n-tv stärker auf die Auswirkungen auf die Machtverhältnisse im Parlament und die Stabilität der Koalition.Beide Beiträge zeichnen übereinstimmend das Bild einer tiefen Krise des BSW in Thüringen und einer Koalition, die trotz politischer Unterstützung nominell zur Minderheit geworden ist. Unterschiede liegen vor allem im Gewicht der bundespolitischen Ebene und der Person Wagenknecht sowie im Fokus auf die technischen Folgen für Fraktions- und Gruppenbildung, während Details zu den jüngsten weiteren Austritten und Rücktritten im Landesverband im aktuellen dts-Bericht zusätzlich hervorgehoben werden.

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