Vorlesemonitor: 76 Prozent der Eltern lesen regelmäßig vor

heute 10:02 Uhr, dts-nachrichtenagentur.de

Der Anteil der Eltern, die ihren Kindern regelmäßig vorlesen, ist binnen zwei Jahren deutlich gestiegen. Besonders bei Ein- und Zweijährigen nahm die Vorlesehäufigkeit zu, zugleich bleibt ein Bildungsunterschied bestehen.

Leserin (Archiv)
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via dts Nachrichtenagentur

Vorlesemonitor zeigt mehr Vorlesen in FamilienDas Vorlesen in deutschen Familien hat in den vergangenen Jahren deutlich zugenommen.

Rund 76 Prozent der Eltern von ein- bis achtjährigen Kindern lesen mindestens mehrmals pro Woche vor, 2024 waren es rund 68 Prozent.Ein- und Zweijährige holen besonders aufBesonders stark stiegen die Vorleseaktivitäten bei Eltern von ein- und zweijährigen Kindern. Der Vorlesemonitor wird von der Deutsche-Bahn-Stiftung, der Stiftung Lesen und der „Zeit“ herausgegeben.Die Studie zeigt außerdem einen Zusammenhang zwischen regelmäßigem Vorlesen und Gesprächen in der Familie. 41 Prozent der Eltern mit regelmäßiger Vorleseerfahrung nutzen die Zeit oft für gemeinsame Gespräche mit ihren Kindern, während dies bei Eltern, die seltener vorlesen, nur 20 Prozent angeben.Bildungsunterschied bleibt sichtbarAuch der formale Bildungsgrad der Eltern beeinflusst die Vorlesehäufigkeit. 80 Prozent der Eltern mit formal höherem Bildungsgrad lesen regelmäßig vor, bei Eltern mit formal niedriger Bildung sind es 70 Prozent.Diese Bildungskluft zeigt sich vor allem bei Eltern ohne Zuwanderungsgeschichte. Bei Eltern mit Zuwanderungsgeschichte fällt der Einfluss des Bildungshintergrunds weniger deutlich aus; dennoch bilden Eltern mit formal niedrigerer Bildung auch dort die größte Gruppe der Nie-Vorlesenden.
Der Anstieg beim regelmäßigen Vorlesen setzt einen positiven Trend fort. Der Vorlesemonitor erfasst dabei Eltern von Kindern zwischen ein und acht Jahren und macht sichtbar, dass Vorlesen besonders in den ersten Lebensjahren häufiger zum Familienalltag gehört.Vorlesen wirkt nicht nur als Zugang zu Büchern. Gemeinsame Gespräche über Geschichten schaffen zusätzliche Sprechanlässe und können Wortschatz sowie sprachliche Entwicklung unterstützen.

Dass Eltern mit regelmäßiger Vorleseerfahrung häufiger miteinander ins Gespräch kommen, unterstreicht die Bedeutung der Aktivität über das reine Lesen hinaus.Bildung bleibt ein entscheidender FaktorTrotz der insgesamt positiven Entwicklung bleibt der Bildungsunterschied bestehen: Eltern mit formal höherem Bildungsgrad lesen häufiger regelmäßig vor als Eltern mit formal niedrigerem Bildungsgrad. Besonders relevant ist deshalb, ob niedrigschwellige Angebote Familien erreichen, die zu Hause bislang seltener lesen.Die Zahlen zur Zuwanderungsgeschichte zeigen zugleich, dass Bildungsunterschiede nicht in allen Familien gleich wirken.

Für die Leseförderung bedeutet das, Vorleseangebote breit zugänglich zu machen und unterschiedliche Familiensprachen einzubeziehen.

Der Zuwachs bei Ein- und Zweijährigen deutet darauf hin, dass frühe Ansprache und passende Bücher den Einstieg erleichtern können.

Pressespiegel: Einigkeit, Unterschiede und offene FragenStern: „Bildung: Eltern lesen laut einer Umfrage häufiger vor“ (27.10.2026)Der Beitrag bestätigt den Anstieg des regelmäßigen Vorlesens und nennt ergänzend eine repräsentative Befragung von 914 Eltern. Als Schwerpunkte hebt er den Rückgang der Nie-Vorlesenden, die Bedeutung früher Sprachförderung und die auslaufende Förderung des Programms „Lesestart 1-2-3“ hervor.SWR: „Stiftung Lesen: Kleinen Kindern wird wieder mehr vorgelesen“ (27.10.2026)Der SWR legt den Schwerpunkt auf den deutlichen Zuwachs bei Ein- und Zweijährigen und ordnet ihn im Gespräch mit Stiftung-Lesen-Geschäftsführer Jörg Maas ein. Anders als der Stern beleuchtet der Beitrag stärker die Rolle von Buchgeschenken, mehrsprachigem Vorlesen und der künftigen Finanzierung der Leseförderung.Beide Beiträge stimmen beim positiven Trend und der besonderen Entwicklung bei Kleinkindern überein. Unterschiede bestehen vor allem bei der Gewichtung von Bildungsförderung und politischen Unterstützungsprogrammen.

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