VdK kritisiert Kürzungen bei Altersgerecht Umbauen scharf

11.09.26 06:44 Uhr, dts-nachrichtenagentur.de

Der VdK warnt vor Folgen geplanter Kürzungen bei der Förderung altersgerechter Umbauten. Im Fokus steht die Frage, ob barrierefreier Wohnraum in Deutschland künftig ausreichend unterstützt wird.

Seniorin im Rollstuhl (Archiv)
Seniorin im Rollstuhl (Archiv)
via dts Nachrichtenagentur

Der Sozialverband VdK kritisiert die Bundesregierung wegen geplanter Einsparungen beim barrierefreien Wohnen.

Verena Bentele warf der Regierung mit Blick auf die Haushaltsberatungen im Bundestag vor, ausgerechnet bei der Barrierefreiheit den Rotstift anzusetzen.Förderung soll deutlich sinkenNach Angaben des VdK war die Nachfrage nach dem KfW-Programm "Altersgerecht Umbauen" zuletzt sehr hoch. Die im April 2026 bereitgestellten 50 Millionen Euro seien bereits Ende Juli ausgeschöpft gewesen.Für 2027 sei eine Absenkung auf sechs Millionen Euro vorgesehen, 2028 sogar auf 1,5 Millionen Euro. Bentele bezeichnete das als nicht bedarfsgerechte Förderung und als faktisches Aus für ein erfolgreiches Programm.VdK fordert KurswechselDer Verband verweist auf den steigenden Bedarf in einer alternden Gesellschaft. Umbauten wie bodengleiche Duschen, breitere Türen oder der Abbau von Stufen dürften nach Ansicht des VdK nicht an fehlender Förderung scheitern.Nach Einschätzung des Verbandes drohen andernfalls unnötige Umzüge oder eine frühere Abhängigkeit von Pflege. Deshalb müsse die Bundesregierung umsteuern und die Mittel für Barrierefreiheit deutlich erhöhen.Forderung nach mehr GeldDer VdK will den Investitionszuschuss "Altersgerecht Umbauen" dauerhaft und bedarfsgerecht auf 390 Millionen Euro jährlich aufstocken.

Zudem sollten die zusätzlichen Milliarden für den sozialen Wohnungsbau und die Städtebauförderung stärker für Barrierefreiheit eingesetzt werden.
Die Debatte um barrierefreies Wohnen trifft einen Engpass, der weit über ein einzelnes Förderprogramm hinausgeht: In Deutschland wächst der Bedarf an altersgerechten Umbauten, während die öffentlichen Mittel offenbar deutlich knapper geplant sind. Für Eigentümer und Mieter mit Mobilitätseinschränkungen geht es dabei nicht um Komfort, sondern um den Zugang zu Küche, Bad und Wohnung insgesamt.Dass die Nachfrage nach dem KfW-Programm "Altersgerecht Umbauen" die bereitgestellten Mittel schnell übersteigt, zeigt den strukturellen Druck im Wohnungsbestand. Gerade in Bestandsgebäuden sind bodengleiche Duschen, breitere Türen oder der Abbau von Stufen oft die entscheidenden Maßnahmen, um einen Verbleib in der eigenen Wohnung zu ermöglichen.Demografischer DruckMit der Alterung der Gesellschaft verschiebt sich die Bedeutung von Wohnraumförderung: Barrierefreiheit wird zunehmend zu einer Grundfrage sozialer Teilhabe und nicht nur zu einem Spezialthema der Wohnungsbaupolitik. Wenn Fördermittel nicht ausreichen, verlagern sich Kosten und Belastungen häufig auf Haushalte, Angehörige oder Pflege systeme.Politische BedeutungDie Auseinandersetzung verweist zugleich auf die Prioritätensetzung im Bundeshaushalt. Mittel für sozialen Wohnungsbau und Städtebauförderung können zwar auch indirekt Wirkung entfalten, doch für gezielte Barrierefreiheit braucht es klare Programme mit planbaren Volumina. Für Betroffene ist entscheidend, ob Umbauten zeitnah finanzierbar bleiben oder ob notwendige Anpassungen verschoben werden müssen.Folgen für den MarktFür Handwerk, Wohnungswirtschaft und Kommunen ist die Entwicklung ebenfalls relevant, weil Förderkürzungen Investitionen verzögern können. Je geringer die Planungssicherheit, desto schwerer lassen sich Umbauten bündeln und Baukapazitäten auslasten.

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