US-Börsen steigen nach Fed-Entscheid: Dow legt 0,2 Prozent zu

heute 21:12 Uhr, dts-nachrichtenagentur.de

Die US-Notenbank hält den Zielkorridor bei 3,75 bis 4,00 Prozent und signalisiert damit zunächst eine Pause. Anleger reagieren mit moderaten Gewinnen, während Inflation und die nächste Fed-Sitzung im Dezember den Ausblick bestimmen.

New York Stock Exchange (Archiv)
New York Stock Exchange (Archiv)
via dts Nachrichtenagentur

Wall Street verarbeitet Fed-Zinspause mit GewinnenDie US-Börsen haben am Mittwoch nach dem Zinsentscheid der Federal Reserve zugelegt. Der Dow wurde zum Handelsende in New York mit 52.475 Punkten berechnet, 0,2 Prozent höher als am Vortag.Nasdaq und S&P 500 ebenfalls im PlusDer Nasdaq 100 schloss bei 29.813 Punkten und damit 0,6 Prozent höher. Der S&P 500 beendete den Handel bei 7.744 Punkten, ein Plus von 0,3 Prozent.Die Fed ließ ihren Leitzins zuvor unverändert. Der Zielkorridor bleibt bei 3,75 bis 4,00 Prozent.Inflation bleibt für Fed entscheidendDer Chefvolkswirt der VP Bank, Thomas Gitzel, sprach von einem konstanten Leitzins mit falkenhaftem Wortlaut. Eine zentrale Rolle spiele, dass sich die hohen Spritpreise bislang nicht klar auf weitere Güter übertragen hätten.Nach Einschätzung Gitzels könnten auch die in der kommenden Woche anstehenden US-Zwischenwahlen die Entscheidung beeinflusst haben.

Eine Zinsanhebung hätte als Signal gegen US-Präsident Donald Trump verstanden werden können, sagte der Ökonom.Blick auf die nächste SitzungGitzel rechnet bei der nächsten Sitzung im Dezember mit einer erneuten Zinsanhebung. Er begründet dies mit der aus seiner Sicht kräftigen wirtschaftlichen Aktivität, widerstandsfähigen inländischen Ausgaben und weiterhin hoher Inflation.Am Devisenmarkt war der Euro am Mittwochabend stärker. Ein Euro kostete 1,1160 US-Dollar, während ein Dollar 0,8961 Euro wert war.Gold und Öl legen zuDer Goldpreis stieg auf 4.073 US-Dollar je Feinunze. Das entsprach 117,34 Euro je Gramm und einem Plus von 0,2 Prozent.Auch der Ölpreis legte zu: Ein Fass der Nordsee-Sorte Brent kostete gegen 21 Uhr deutscher Zeit 115,10 US-Dollar. Das waren 1,1 Prozent mehr als am Schluss des vorherigen Handelstags.
Die Entscheidung der Federal Reserve markiert eine geldpolitische Pause in einem Spannungsfeld aus weiterhin erhöhter Inflation und einer bislang widerstandsfähigen US-Konjunktur. Der Zielkorridor von 3,75 bis 4,00 Prozent bleibt damit unverändert, obwohl die Teuerung und insbesondere die Energiepreise den Druck auf die Notenbank hochhalten.Für die Finanzmärkte ist entscheidend, dass die Fed ihre Kommunikation nicht auf eine baldige Lockerung ausrichtete. Zugleich lässt der unveränderte Satz Spielraum für die weitere Bewertung neuer Inflations-, Arbeitsmarkt- und Wachstumsdaten.

Die Marktreaktion mit moderaten Gewinnen an der Wall Street deutet darauf hin, dass Anleger den Beschluss zunächst als erwartbar und nicht als unmittelbaren Belastungsfaktor einordneten.Inflation und Dezember-Termin im FokusDie nächste geldpolitische Wegmarke liegt im Dezember. Eine mögliche weitere Anhebung würde Kredite für Unternehmen und private Haushalte verteuern, könnte den Dollar stützen und zugleich die Nachfrage an den Aktienmärkten belasten.

Bleibt die Fed dagegen bei ihrer abwartenden Haltung, hängt die weitere Entwicklung wesentlich davon ab, ob die Preissteigerungen nachlassen, ohne dass sich die Konjunktur deutlich abkühlt.Zusätzliche Bedeutung erhält der Beschluss durch den zeitlichen Abstand zu den US-Zwischenwahlen.

Die Notenbank muss ihre Entscheidungen unabhängig von politischen Erwartungen begründen; für Anleger stehen deshalb vor allem die Inflationsentwicklung, die Energiepreise und die Signale für den Dezember im Mittelpunkt.

Pressespiegel: Einigkeit, Unterschiede und offene FragenEuronews: „Fed belässt Zinsen kurz vor US?Zwischenwahlen, zwei Mitglieder drängen auf weiteren Anstieg“ (28.10.2026)Der Beitrag bestätigt den unveränderten Leitzinskorridor und stellt den Dissens im Entscheidungsgremium heraus. Anders als die dts-Meldung fokussiert er stärker auf die zwei Stimmen für eine weitere Erhöhung und die weiterhin hohe Inflation.BR24: „Fed hält Leitzins trotz anhaltend hoher Inflation konstant“ (28.10.2026)BR24 bestätigt die Zinspause im Korridor von 3,75 bis 4,00 Prozent und verweist auf Spekulationen über eine erneute Anhebung zum Jahresende. Der Schwerpunkt liegt damit stärker auf dem Inflationsdruck und dem möglichen nächsten Zinsschritt als auf der Börsenreaktion.Übereinstimmend steht die Zinspause im Zentrum. Unterschiede gibt es vor allem bei der Gewichtung des internen Fed-Dissenses, der Inflation und der möglichen Dezember-Entscheidung.

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