Uniper fordert zentrale Einheit für den Schutz kritischer Infrastruktur
heute 18:21 Uhr, dts-nachrichtenagentur.de
Uniper fordert beim Schutz kritischer Infrastruktur klare Regeln und eine zentrale staatliche Zuständigkeit. Der Konzern verweist auf wachsende Bedrohungen für Energieanlagen in Deutschland und Europa.
via dts Nachrichtenagentur
Uniper-Chef Michael Lewis fordert für den Schutz kritischer Infrastruktur klare Regeln und eine gebündelte Zuständigkeit. Mit dem KRITIS-Dachgesetz sei zwar die richtige Richtung eingeschlagen, sagte er dem „Focus“.Nach seinen Worten braucht es nun vor allem Klarheit bei den noch fehlenden Regelungen.
Außerdem sprach sich Lewis für eine zentrale staatliche Einheit aus, die für die Bedrohungen zuständig ist.Lewis kritisiert zersplitterte ZuständigkeitenIn Deutschland kommuniziere man mit zig Behörden, je nach Art der Bedrohung oder der Region, in der Gefahr drohe, sagte der Uniper-Chef. Das sei nicht nur mühsam, sondern auch uneffektiv.Lewis verlangte deshalb einen gebündelten Verantwortungsbereich. Aus seiner Sicht würde das den Schutz kritischer Energie-Infrastruktur deutlich vereinfachen.Bedrohungslage für Energieanlagen wächstLewis verwies darauf, dass die Bedrohung der kritischen Energie-Infrastruktur in den letzten Jahren enorm gewachsen sei.
Gefahren bestünden nicht nur in Deutschland, sondern in ganz Europa.Früher habe es eher einzelne Kriminelle gegeben, heute müsse man auch mit staatlichen Akteuren rechnen, die kritische Infrastruktur im Rahmen hybrider Kriegsführung ins Visier nähmen.
Neben Angriffen im virtuellen Raum seien auch physische Angriffe wahrscheinlicher geworden, sagte er.Politischer Rahmen bleibt ein ThemaDas KRITIS-Dachgesetz soll den Schutz besonders wichtiger Anlagen und Systeme in Deutschland ordnen und vereinheitlichen.
Die Diskussion um Zuständigkeiten zeigt jedoch, dass die praktische Umsetzung für Betreiber und Behörden weiterhin eine zentrale Herausforderung bleibt.Für Energieunternehmen wie Uniper ist dabei entscheidend, ob aus den gesetzlichen Vorgaben ein schneller und belastbarer Schutzmechanismus entsteht. Gerade bei hybriden Gefahren zählt neben der technischen Sicherheit vor allem die Reaktionsfähigkeit der zuständigen Stellen.
Die Forderung von Uniper-Chef Michael Lewis nach klareren Regeln und einer gebündelten Zuständigkeit reiht sich in eine längere Debatte über den Schutz kritischer Infrastruktur in Deutschland ein. Energieanlagen gelten dabei als besonders sensible Ziele, weil Ausfälle unmittelbare Folgen für Versorgung, Wirtschaft und öffentliche Sicherheit haben können.Der Verweis auf das KRITIS-Dachgesetz zeigt, dass der politische Rahmen zwar angelegt ist, viele praktische Fragen aber weiter offen bleiben.
Dazu gehören Zuständigkeiten zwischen Bund, Ländern und Sicherheitsbehörden ebenso wie die konkrete Ausgestaltung von Melde-, Schutz- und Reaktionspflichten.HintergrundGerade im Energiesektor hat sich das Bedrohungsbild in den vergangenen Jahren verschärft. Neben klassischen Sabotage- und Spionagerisiken stehen hybride Angriffsmethoden im Fokus, die digitale Angriffe mit physischen Eingriffen verbinden können.
Für Betreiber bedeutet das höhere Sicherheitsanforderungen, für den Staat einen stärkeren Koordinationsbedarf.BedeutungFür Deutschland ist die Frage zentral, wie schnell und einheitlich auf Angriffe oder Störungen reagiert werden kann. Wenn Unternehmen im Ernstfall mit vielen Stellen gleichzeitig arbeiten müssen, kann das Abstimmungen erschweren und Reaktionszeiten verlängern. Eine klar definierte Führungsstruktur würde deshalb nicht nur die Abwehr verbessern, sondern auch die Verantwortlichkeiten transparenter machen.AusblickPolitisch dürfte der Druck zunehmen, die offenen Detailregeln zügig zu präzisieren.
Für Betreiber kritischer Infrastruktur bleibt entscheidend, ob der neue Rahmen in der Praxis tatsächlich mehr Klarheit, schnellere Abläufe und verlässliche Ansprechpartner bringt.