Umfrage zeigt Mehrheit für CDU-Absprachen mit der Linkspartei

vor 42 Minuten, dts-nachrichtenagentur.de

Eine Forsa-Umfrage zeigt breite Zustimmung für Absprachen der CDU mit der Linkspartei, wenn so eine Landesregierung ohne AfD möglich wird. Besonders deutlich fällt das Votum bei Anhängern von Union, SPD und Grünen aus.

Linken-Parteitag (Archiv)
Linken-Parteitag (Archiv)
via dts Nachrichtenagentur

Eine Mehrheit der Bundesbürger spricht sich dafür aus, dass die CDU künftig auch Absprachen mit der Linkspartei treffen sollte. Nach einer Forsa-Umfrage für RTL und ntv befürworten 54 Prozent eine solche Zusammenarbeit, wenn sie die Bildung einer Landesregierung ohne Beteiligung der AfD ermöglicht.Mehrheit in Union und im Osten38 Prozent lehnen Absprachen mit der Linkspartei ab. Unter den Anhängern von CDU und CSU gibt es mit 63 Prozent Zustimmung ebenfalls eine klare Mehrheit für solche Kontakte, 34 Prozent sind dagegen.Regional unterscheidet sich das Bild spürbar: Im Osten liegt die Zustimmung bei 49 Prozent, im Westen bei 55 Prozent. Die stärkste Ablehnung kommt aus dem AfD-Lager.Deutliche Unterschiede zwischen den Parteianhängern89 Prozent der AfD-Anhänger sprechen sich gegen eine Kooperation aus. Dagegen befürworten sie 81 Prozent der SPD-Anhänger, 86 Prozent der Grünen-Anhänger und 97 Prozent der Linke-Anhänger.
Die Umfrage beschreibt einen politischen Zielkonflikt, der in Deutschland seit Jahren immer wieder aufbricht: Die Union grenzt sich programmatisch von der Linkspartei ab, steht in einzelnen Landesfragen aber zugleich vor der Frage, wie Regierungen ohne AfD-Beteiligung gebildet werden können.

Dass in der dts-Meldung eine bundesweite Mehrheit für solche Absprachen genannt wird, zeigt vor allem den hohen Pragmatismus vieler Wähler bei der Regierungsbildung.

Besonders bemerkenswert ist die klare Zustimmung auch in den Anhängerschaften von CDU und CSU. Das deutet darauf hin, dass die Ablehnung einer Zusammenarbeit mit der Linkspartei in der Praxis weniger fest verankert sein könnte, sobald sie als Mittel zur Verhinderung einer AfD-Beteiligung erscheint.

Bedeutung für Ostdeutschland
Im Osten fällt die Zustimmung niedriger aus als im Westen, bleibt aber mit 49 Prozent fast ausgeglichen.

Das passt zu den besonderen Koalitionsarithmetiken in ostdeutschen Ländern, in denen Mehrheiten oft knapp sind und die AfD in Umfragen und Parlamenten eine starke Rolle spielt. Für die CDU erhöht das den Druck, ihre Abgrenzung zur Linkspartei mit den Anforderungen konkreter Regierungsbildung zu verbinden.

Politische Folgen
Für SPD, Grüne und Linke zeigt die Umfrage eine breite Offenheit gegenüber solchen Absprachen.

Politisch stärkt das jene Kräfte, die auf taktische Verständigung setzen, um stabile Landesregierungen ohne AfD zu ermöglichen.

Gleichzeitig bleibt die Frage bestehen, ob daraus nur punktuelle Absprachen oder irgendwann auch formellere Kooperationen werden.

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