Umfrage: SPD holt in Mecklenburg-Vorpommern zur AfD auf

03.09.26 06:44 Uhr, dts-nachrichtenagentur.de

In einer neuen Infratest-dimap-Umfrage für den NDR verkürzt die SPD in Mecklenburg-Vorpommern ihren Abstand zur AfD deutlich. Zugleich droht der CDU ein historisch schwaches Ergebnis, während kleinere Parteien um den Einzug in den Landtag kämpfen.

Wahlplakate für die Landtagswahl 2026 mit Manuela Schwesig (Archiv)
Wahlplakate für die Landtagswahl 2026 mit Manuela Schwesig (Archiv)
via dts Nachrichtenagentur

Die SPD hat in Mecklenburg-Vorpommern ihren Abstand zur AfD in der Wählergunst deutlich verkürzt. In einer neuen Umfrage von Infratest im Auftrag des NDR kommt die Partei auf 32 Prozent und liegt damit nur noch drei Punkte hinter der AfD.SPD holt auf, AfD verliert leichtLaut der Erhebung verbessert sich die SPD um drei Punkte, während die AfD im gleichen Zeitraum einen Punkt verliert. Vor einem Jahr hatte der Abstand zwischen beiden Parteien noch bei fast 20 Punkten gelegen, sodass sich das Kräfteverhältnis im Land inzwischen deutlich angenähert hat.Die aktuelle Befragung deutet damit auf eine spürbare Stärkung der Sozialdemokraten hin, während die AfD ihren Vorsprung nicht halten kann. Beide Parteien bleiben jedoch klar vor allen übrigen politischen Kräften im Land.CDU vor möglichem RekordtiefFür die CDU zeichnet sich in Mecklenburg-Vorpommern ein historisch schwaches Ergebnis ab. Sie erreicht in der Umfrage lediglich 8 Prozent und verliert damit einen Punkt im Vergleich zur vorherigen Erhebung.Mit einem solchen Wert würde die CDU bei einer Landtagswahl auf das schlechteste Ergebnis ihrer Geschichte im Nordost-Bundesland zusteuern. Damit bleibt die Partei deutlich hinter den beiden größten Wettbewerbern zurück.Grüne und BSW kämpfen mit Fünf-Prozent-HürdeDie Grünen liegen der Umfrage zufolge unverändert bei 5 Prozent und müssen damit weiter um den sicheren Einzug in den Landtag bangen.

Sie bewegen sich exakt auf der Sperrklausel, sodass geringfügige Verschiebungen entscheidend für ihre parlamentarische Zukunft sein könnten.Das Bündnis Sahra Wagenknecht kommt auf 4 Prozent und läge damit knapp unterhalb der Fünf-Prozent-Hürde. Aus heutiger Sicht würde die Partei den Einzug in den Landtag verfehlen und bliebe außerhalb des Parlaments.Regierungslager stabil, rot-rot-grün rechnerisch möglichEine generelle Wechselstimmung ist in Mecklenburg-Vorpommern nach den Zahlen von Infratest derzeit nicht erkennbar. Die rot-rote Landesregierung aus SPD und Linkspartei konnte ihre Werte insgesamt leicht verbessern.Auf Basis der Umfragewerte wäre im Landtag neben der Fortsetzung der aktuellen Koalition rechnerisch auch eine rot-rot-grüne Regierung möglich. Die konkrete Koalitionsbildung hängt jedoch vom tatsächlichen Wahlergebnis und dem Abschneiden der kleineren Parteien ab.
Die neue Infratest-dimap-Umfrage für den NDR zeigt, dass sich die politischen Kräfteverhältnisse in Mecklenburg-Vorpommern spürbar verschieben.

Entscheidend ist dabei nicht nur der knapper gewordene Abstand zwischen SPD und AfD, sondern auch die Schwäche der klassischen bürgerlichen Parteien und die Unsicherheit kleinerer Parteien im Hinblick auf den Einzug in den Landtag.Verschobene Kräfteverhältnisse im NordostenIn Mecklenburg-Vorpommern regiert derzeit eine Koalition aus SPD und Linkspartei, die laut Umfrage ihre Werte leicht verbessern konnte. Damit bestätigt sich ein Trend, wonach die SPD im Osten dort stärker bleibt, wo sie die Ministerpräsidentin oder den Ministerpräsidenten stellt, während sie in anderen Ländern teilweise deutlich schwächer abschneidet.

Der geschrumpfte Abstand zur AfD verdeutlicht zugleich, dass die rechtspopulistische Partei zwar hohe Werte hält, aber nicht mehr in dem Maße davonzieht wie noch vor einem Jahr.Die CDU hingegen steht in Mecklenburg-Vorpommern vor einem möglichen historischen Tief. Das unterstreicht den strukturellen Schwund der Christdemokraten in einigen ostdeutschen Ländern, in denen sie früher teils deutlich stärker waren.

Für das bundespolitische Kräfteverhältnis bedeutet dies, dass die Union im Osten weiterhin um Anschlussfähigkeit und Profil ringt, während sie in anderen Regionen teils stabiler das bürgerliche Lager repräsentiert.Kleine Parteien und KoalitionsoptionenDie Lage der Grünen und des Bündnis Sahra Wagenknecht (BSW) an beziehungsweise knapp unterhalb der Fünf-Prozent-Hürde ist für die weitere Entwicklung der Landespolitik bedeutsam. Schaffen sie den Einzug in den Landtag nicht, verengt sich die Zahl der Koalitionsoptionen deutlich. Eine rechnerisch mögliche rot-rot-grüne Koalition würde der SPD zusätzliche Optionen eröffnen, zugleich aber die Fragmentierung des Parteiensystems verstärken.Eine Wechselstimmung ist laut Infratest derzeit nicht erkennbar, was der amtierenden rot-roten Landesregierung zunächst Stabilität verschafft. Für die Wählerinnen und Wähler bedeutet dies, dass die nächste Landtagswahl voraussichtlich nicht von einem klaren Wunsch nach Regierungswechsel, sondern von der Frage geprägt sein dürfte, wie stark AfD, SPD und die kleineren Parteien im Detail abschneiden und welche Mehrheiten sich daraus ergeben.

Die Umfrage ist damit ein wichtiger Stimmungstest, ersetzt aber nicht die Entscheidung an der Wahlurne.

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