Ulf Poschardt rät Bundeskanzler Merz zu Glatze und kommentiert Politik-Looks
heute 01:00 Uhr, dts-nachrichtenagentur.de
Journalist Ulf Poschardt hat in einem Interview zahlreiche Spitzenpolitiker wegen ihres Aussehens und Stils kommentiert und Bundeskanzler Friedrich Merz dabei zu einer Glatze geraten. Neben Merz nahm er unter anderem Alice Weidel, Ursula von der Leyen, Christian Lindner und Wolfgang Kubicki kritisch bis lobend in den Blick.
via dts Nachrichtenagentur
Der Journalist Ulf Poschardt hat Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) zu einer radikalen Veränderung seiner Frisur geraten.
Merz solle sich nach Poschardts Ansicht seine markante „Haarinsel“ abrasieren und eine vollständige Glatze tragen.Poschardt über Merz als „Jason Statham der Konservativen“Auf die Frage, ob Merz seine „Haarinsel“ entfernen solle, antwortete Poschardt der Neuen Osnabrücker Zeitung mit einem klaren Ja und sprach sich „auf jeden Fall“ für das Abrasieren aus. Die Glatze wäre aus seiner Sicht eine „makellose“ und „cleane“ Lösung, das Wegrasieren bezeichnete er als „Binsenweisheit“. Merz könne so zum „Jason Statham der Konservativen“ werden.„Panzerfrauen“ Weidel und von der LeyenNeben Merz kommentierte Poschardt auch das Erscheinungsbild anderer Spitzenpolitiker. Die AfD-Vorsitzende Alice Weidel und EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen nannte er „Panzerfrauen“. Bei Weidel wirke die Kleidung wie ein Panzer, nach seinen Worten der „dickste Panzer in der deutschen Politik“. Ihren Stil beschrieb er als „spießig, steif und uncharismatisch“ und fragte sich, ob sich dahinter eine sensible Seele verbergen könnte.Poschardt deutete Weidels Auftreten zugleich als Reaktion auf den „unglaublichen Hass“, der ihr entgegenschlage. Über von der Leyen sagte er, deren Frisur stehe gewissermaßen für ihre Ambitionen und sei ein „Ambitionsstahlhelm aus Haar“. Ihre Kostüme verglich er direkt mit denen der AfD-Chefin und sprach bei beiden Frauen von einer „Verpanzerung“ als Voraussetzung für Erfolg.Lob für Lindners HaartransplantationZur Haartransplantation von Bundesfinanzminister Christian Lindner äußerte sich Poschardt positiv. Er finde den Eingriff und Lindners offenen Umgang damit „cool“ und zog Parallelen zu Schönheitsoperationen bei Frauen. Es sei zwar „krass“, dass solche Eingriffe regelmäßige Nachbesserungen erfordern, doch wenn eine Haartransplantation gut gemacht und gelungen sei, beurteile er sie als „super“.Poschardt verglich das Gesicht mit einem Auto, das später ständig zur Wartung müsse. Haartransplantationen seien für ihn Teil eines breiteren Trends körperlicher Optimierung, den er im Fall Lindner ausdrücklich nicht kritisierte.„Naturgewalt“ Söder und KlingbeilAuch CSU-Chef Markus Söder und SPD-Parteivorsitzender Lars Klingbeil wurden zum Gegenstand seiner Betrachtungen.
Beide stünden nach Poschardts Einschätzung „für den deutschen Mann als Naturgewalt“, der klassische Schönheitsideale transzendiere. Er attestierte ihnen einen modernen, wenn auch eigenwilligen Stil.Enthusiastisches Lob für KubickiBesonders positiv äußerte sich Poschardt über FDP-Vize Wolfgang Kubicki. Dessen „Super Style“ sei für ihn „einfach perfekt“ – von den Anzügen über den Bauchansatz („Wampe“) bis zur Frisur. Hinzu komme die sichtbare Begeisterung, die Kubicki nach seiner Wahrnehmung ausstrahle.Poschardt erwähnte zudem Kubickis Erscheinungsbild mit „braun gebrannt von der Ostsee“ und „rotem Kopf vom Bluthochdruck“ und bezeichnete ihn als „richtige Nummer“ als Typ. Bitte leite diesen Artikel an eine Freundin oder einen Freund weiter.
Die Äußerungen von Ulf Poschardt fallen in eine Phase, in der die öffentliche Inszenierung von Spitzenpolitikern stark im Fokus steht. Kleidung, Frisuren und körperliche Merkmale werden längst nicht nur in Boulevardmedien, sondern auch in politischen Debatten aufgegriffen, weil sie als Ausdruck von Stil, Haltung und Nähe zur Wählerschaft gelten.
Wenn Poschardt von „Panzerfrauen“ spricht oder Merz mit einer Glatze vergleicht, verlagert er die Betrachtung der Politik deutlich in den Bereich von Erscheinungsbild und Image.Politische Kommunikation und KörperbilderIn der politischen Kommunikationsforschung gilt das Äußere von Politikerinnen und Politikern als Teil ihrer Markenbildung.
Kleidung und Frisuren werden strategisch eingesetzt, um Verlässlichkeit, Modernität oder Bodenständigkeit zu signalisieren.
Poschardts Zuschreibungen wie „Ambitionsstahlhelm aus Haar“ für Ursula von der Leyen oder „Panzer“ bei Alice Weidel greifen diese Logik auf, interpretieren sie aber zugespitzt psychologisch. Zugleich berührt seine Wortwahl die Grenze zwischen legitimer Analyse von Selbstdarstellung und persönlicher Abwertung, insbesondere wenn stereotype Bilder von „Panzerfrauen“ verwendet werden.Genderdimension und gesellschaftliche DebatteDie Aussagen zeigen zudem eine ausgeprägte Genderdimension. Politikerinnen werden von Poschardt als besonders „verpanzert“ beschrieben, was er zugleich als Reaktion auf starken öffentlichen Druck und Anfeindungen deutet.
Damit spielt er auf die Tatsache an, dass Frauen in Führungspositionen oft stärker nach Aussehen und Auftreten bewertet werden als männliche Kollegen.
Sein Lob für den offenen Umgang Christian Lindners mit einer Haartransplantation verweist auf einen anderen Trend: Körper- und Schönheitsoptimierung wird zunehmend offen kommuniziert, auch von Männern in Spitzenpositionen.Bedeutung für Leserinnen und LeserFür Leserinnen und Leser macht der Vorgang sichtbar, wie stark Äußerlichkeiten in der politischen Arena verhandelt werden und wie zugespitzt solche Kommentare ausfallen können.
Die dts-Meldung dokumentiert nicht nur Poschardts persönliche Sicht auf bekannte Politikerinnen und Politiker, sondern auch einen Kommunikationsstil, der bewusst provoziert und Emotionen adressiert. Wer politische Debatten verfolgt, kann daran erkennen, wie Persönlichkeitsbilder konstruiert werden – und sich fragen, welche Rolle Inhalte und welche Rolle Inszenierung bei der eigenen Meinungsbildung spielen.
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