Tech-Start-ups: Pausder nennt 3.000 Neugründungen
heute 19:09 Uhr, dts-nachrichtenagentur.de
Verena Pausder fordert einen positiveren Blick auf die deutsche Gründerszene. Sie verweist auf Rekordwerte bei Neugründungen und Wagniskapital und sieht zusätzlichen Bedarf bei Wachstumskapital und öffentlichen Aufträgen.
via dts Nachrichtenagentur
Start-up-Wachstum und neue AufträgeIm ersten Halbjahr entstanden laut Pausder 3.000 neue Tech-Start-ups.Bis September flossen mehr als acht Milliarden Euro Wagniskapital in das deutsche Start-up-Ökosystem.Pausder fordert zusätzliches Wachstumskapital und öffentliche Aufträge für mehr Arbeitsplätze.Die Vorstandsvorsitzende des Startup-Verbands Deutschland, Verena Pausder, hat die negative Stimmung am Wirtschaftsstandort Deutschland kritisiert. In der ntv-Sendung „Blome & Pfeffer“ warb sie dafür, stärker auf neue Entwicklungen und entstehende Branchen zu schauen.Pausder sieht Rekorde bei Gründungen und KapitalNach ihren Angaben entstanden allein im ersten Halbjahr 3.000 neue Tech-Start-ups. Bis September seien mehr als acht Milliarden Euro Wagniskapital in das Start-up-Ökosystem geflossen; beides bezeichnete Pausder als Rekorde.Damit aus den Gründungen mehr Arbeitsplätze entstünden, brauche es zusätzliches Wachstumskapital und öffentliche Aufträge. Die Lage sei besser als die Stimmung, und ein neuer Wirtschaftsaufschwung sei möglich, sagte die Verbandschefin.Kritik am Blick auf den IndustriestandortMit Blick auf den Stellenabbau in der Industrie erklärte Pausder, die schwierige Übergangsphase werde nicht leichter, wenn Deutschland weiterhin „rückwärts in die Zukunft laufen“ werde. Das Land konzentriere sich zu stark auf frühere Erfolge, statt neue Entwicklungen in den Blick zu nehmen.Raumfahrt als Beispiel für neue ChancenAls Beispiel nannte Pausder die Raumfahrt. Deutschland sei erstmalig in der Lage, Elon Musk Konkurrenz zu machen und nicht auf ihn angewiesen zu sein, sagte sie.Solche Erfolgsgeschichten würden jedoch zu wenig erzählt, kritisierte die Start-up-Verbandschefin.
Die Aussagen von Verena Pausder treffen auf einen Standort, an dem wirtschaftliche Schwäche und technologische Dynamik gleichzeitig sichtbar sind. Der industrielle Stellenabbau belastet die öffentliche Wahrnehmung, während junge Technologieunternehmen neue Geschäftsmodelle, Produkte und Beschäftigung entwickeln. Dadurch entsteht eine Lücke zwischen der konjunkturellen Stimmung und einzelnen Wachstumsfeldern.Kapital bleibt entscheidendDie von Pausder genannten 3.000 Neugründungen und mehr als acht Milliarden Euro Wagniskapital markieren vor allem Aktivität im Ökosystem. Für den Übergang von einer Gründung zu einem größeren Unternehmen reichen Risikokapital und Ideen allein jedoch nicht aus. Entscheidend sind Anschlussfinanzierungen, zahlungsfähige Kunden und öffentliche Beschaffung, die innovative Lösungen früh in den Markt bringt.Das Standortmarketing beeinflusst dabei nicht nur das Image Deutschlands. Eine dauerhaft negative Erzählung kann die Gewinnung von Fachkräften, Investoren und internationalen Partnern erschweren.
Umgekehrt müssen Erfolgsmeldungen an belastbare Geschäftsmodelle und tatsächliche Beschäftigung gekoppelt bleiben.Raumfahrt als strategisches FeldMit ihrem Verweis auf die Raumfahrt lenkt Pausder den Blick auf einen Bereich, in dem technologische Souveränität, staatliche Aufträge und private Finanzierung eng zusammenhängen.
Für Deutschland liegt die praktische Herausforderung darin, Forschung und Gründungen schneller in marktfähige Anwendungen zu überführen. Ob daraus ein breiter Aufschwung entsteht, hängt deshalb auch von Regulierung, Nachfrage und der Fähigkeit zur Skalierung ab.