Süßgetränke: Industrie sieht Milliarden-Steuerlast durch Zuckerabgabe

heute 08:45 Uhr, dts-nachrichtenagentur.de

Die neue Zuckersteuer auf Softdrinks könnte laut deutschen Getränkebranchen-Verbänden Einnahmen in Milliardenhöhe generieren – deutlich mehr als die Regierung erwartet.

Auffüllen eines Getränkeautomates (Archiv)
Auffüllen eines Getränkeautomates (Archiv)
via dts Nachrichtenagentur

Schon die ersten Reaktionen auf die geplante Zuckersteuer lesen sich wie ein kleines Wirtschaftskrimi-Kapitel.

Verbände rechnen mit Rekordeinnahmen

Laut Angaben des Deutschen Brauer-Bundes, des Verbands Deutscher Mineralbrunnen (VDM) und der Wirtschaftsvereinigung Alkoholfreie Getränke geht es offenbar um einen Milliardenbetrag fast im zweistelligen Bereich – die Rede ist von knapp vier Milliarden Euro jährlich, wenn man die direkte Steuer und die dadurch steigende Mehrwertsteuer zusammenzählt. Das ist erstaunlich, denn im Haushaltsentwurf der Bundesregierung stehen bisher bloß 450 Millionen Euro pro Jahr. Solche Differenzen gefallen natürlich niemandem – weder den Betrieben noch den Verbraucher:innen.

Limonaden und Cola: Spürbare Preissteigerungen

Was bedeutet das konkret? Ganz simpel ausgedrückt: Wer weiterhin Spezi oder Cola im Kasten kauft, wird wohl demnächst pro Kasten zwischen 2,50 und 4,50 Euro mehr bezahlen.

Das wäre damit europaweit eine der höchsten Verbrauchssteuern für Getränke. Fast ein bisschen, als würde das Finanzamt plötzlich an jedem Getränkeschrank mitmischen.

Branchen beklagen Stress für Verbraucher

Natürlich regt sich Widerstand. Holger Eichele vom Brauer-Bund äußerte sich wenig begeistert über die Steuerpläne – und das aus gleich zwei Gründen: einerseits stiegen die Lebenshaltungskosten ohnehin seit Jahren, andererseits wirke das Signal widersprüchlich, da politisch überall von bezahlbaren Nahrungsmitteln und Entlastung gesprochen werde. Ein Dilemma, das, ich gebe zu, auch mich etwas ratlos zurücklässt. Das Bild erinnert an die Debatte um Benzinpreise – nur eben mit Brause.

Persönliche Reflexion

Mich lässt das Gefühl nicht los, dass solche Steuern zwar sinnvoll für die öffentliche Gesundheit sein mögen, aber in manchen Situationen ein gehöriger Bumerang sein können.

Vor allem, wenn sie ohne klar erkennbare Entlastungen für sozial schwächere Gruppen eingeführt werden.

Oder vielleicht ist das auch bloß typisch deutsch – an jeder Ecke gibt’s ein Pro und Kontra, und am Ende zahlen es dann doch wieder alle an der Kasse.
Die geplante Zuckersteuer auf gesüßte Getränke sorgt für gewaltigen Ärger in der Getränkeindustrie: Branchenverbände prognostizieren bis zu vier Milliarden Euro jährliche Zusatzeinnahmen durch Steuer und Mehrwertsteuer, was den Bundeshaushalts-Ansatz um ein Vielfaches übertrifft. Verbraucherinnen und Verbraucher sollen spürbar mehr für ihre Lieblingslimonaden zahlen, was die sozialen Auswirkungen in den Mittelpunkt rückt. Branchenvertreter kritisieren die Steuer als finanzielle Zusatzbelastung in ohnehin teuren Zeiten, während die Regierung bisher keine detaillierten Gegenmaßnahmen zur Abfederung der Mehrkosten für untere Einkommensschichten kommuniziert hat.

Aktuelle Entwicklungen und gesellschaftliche Debatten

Laut tagaktuellen Berichten auf SPIEGEL Online reagieren Verbraucherschutzorganisationen gespalten: Einige fordern, dass die Staatseinnahmen durch die Zuckersteuer gezielt in Präventionsprogramme gegen Fettleibigkeit und Diabetes gesteckt werden.

Andere Stimmen, etwa von Gewerkschaften, warnen vor einer Schieflage, wenn die Steuer vor allem sozial Benachteiligte trifft, da sie anteilig mehr für Softdrinks ausgeben.

Die Regierung denkt laut mehreren Tageszeitungen inzwischen über Staffelungen nach, bei denen extrem zuckerhaltige Produkte besonders hoch besteuert und Alternativen gefördert werden sollen.

Forschende streiten darüber, wie hoch der Effekt solcher Steuern auf Kaufverhalten und Gesundheit tatsächlich ist. Erfahrungen aus Großbritannien und Mexiko zeigen, dass der Softdrink-Absatz zurückgehen kann – aber ob das auf Deutschland übertragbar ist, bleibt unklar.


Ein ausführlicher Artikel in der Süddeutschen Zeitung beleuchtet die politischen Hintergründe der geplanten Zuckersteuer und beschreibt, wie Lobbyverbände im Hintergrund massiven Druck ausüben.

Das Verbraucherschutzministerium diskutiert inzwischen Sonderregelungen, um Geringverdiener zu entlasten.

Die Debatte über Sinn und Wirkung der Steuer polarisiert weiterhin sowohl Wirtschaft als auch Gesundheitsorganisationen.

Quelle: Süddeutsche Zeitung.
Der Spiegel analysiert die internationalen Erfahrungen mit Zuckersteuern und zeigt, dass in Ländern wie Großbritannien infolge der Steuer die Rezepturen vieler Getränke angepasst wurden.

Allerdings hat die Steuer in einigen Fällen auch dazu geführt, dass Hersteller auf Süßstoffe auswichen und Konsument:innen zu billigeren Produkten griffen. Es bleibt unklar, ob die Steuer langfristig gesundheitliche Verbesserungen bewirkt, da die Gesamtzuckeraufnahme kaum sank. Quelle: Der Spiegel.
Die Zeit berichtet über die sozialen Folgen der Steuer und verweist darauf, dass vor allem Haushalte mit niedrigem Einkommen überdurchschnittlich stark betroffen wären.

Gleichzeitig fordern Gesundheitsverbände, die Einnahmen in Bildungs- und Präventionsprogramme gegen Übergewicht bei Kindern zu investieren.

Das Meinungsbild in der Gesellschaft ist laut Umfragen gespalten: Viele finden die Steuer ‚gut gemeint‘, aber in ihrer Wirkung und Ausgestaltung noch unausgereift. Quelle: Die Zeit.

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