SPD-Migrationspolitiker fühlen sich bei Programmdebatte außen vor

heute 10:50 Uhr, dts-nachrichtenagentur.de

Die SPD-Arbeitsgemeinschaft Migration und Vielfalt kritisiert die Besetzung des parteiinternen Programmrates.

SPD-Logo im Willy-Brandt-Haus (Archiv)
SPD-Logo im Willy-Brandt-Haus (Archiv)
via dts Nachrichtenagentur

Dieser soll die Arbeit am neuen Grundsatzprogramm leiten und koordinieren.

"Es ist fast schon beschämend, dass die Bundes-SPD im Jahr 2026 einen Programmrat einsetzt, in dem Vielfalts- und Migrationsexpertise kaum verankert ist", sagte Orkan Özdemir, stellvertretender Vorsitzender der Arbeitsgemeinschaft, dem "Spiegel". "Ebenso fehlen erkennbar Stimmen, die strukturelle Diskriminierung aus eigener Erfahrung politisch einordnen können."Er wundere sich, "wie man so ein wichtiges Thema ausklammern kann", sagte Özdemir, der für die SPD im Berliner Abgeordnetenhaus sitzt. "Das sendet auch ein falsches Signal an die Mitglieder: nämlich, dass ein wichtiger Teil von ihnen nicht gesehen und gehört wird."Es gebe viele SPD-Mitglieder, die selbst Migrationsgeschichte hätten oder im Bereich Integration arbeiteten, kritisierte Özdemir weiter. "Dieses Wissen entscheidet im Alltag über das Gelingen von Integration. Es darf im Grundsatzprogramm nicht nur indirekt repräsentiert sein."Die Parteispitze trage die Verantwortung dafür, welche Schwerpunkte die SPD setze. Wenn Integration dabei nur als nachgeordnetes Themenfeld behandelt werde, "unterschätzt man die politische Dynamik der kommenden Jahre", warnte Özdemir. Integration sei "längst ein Macht- und Ordnungsthema". Die SPD dürfe es nicht anderen Parteien überlassen, die Debatte dazu zu prägen.

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