SPD-Generalsekretär Klüssendorf rechnet mit weiteren russischen Angriffen auf Deutschland
heute 08:25 Uhr, dts-nachrichtenagentur.de
SPD-Generalsekretär Tim Klüssendorf rechnet trotz neuer Regierungsmaßnahmen mit weiteren hybriden Angriffen Russlands auf Deutschland. Zugleich verteidigt er die beschlossenen Schritte und betont die besondere Sensibilität in Ostdeutschland für Friedens- und Sicherheitsfragen.
via dts Nachrichtenagentur
SPD-Generalsekretär Tim Klüssendorf geht davon aus, dass Russland Deutschland trotz neuer Maßnahmen der Bundesregierung weiter mit Angriffen und hybrider Kriegsführung unter Druck setzen wird. Zugleich verteidigt er die von der Regierung beschlossenen Schritte als richtige Antwort auf die Bedrohungslage.Erwartung weiterer Attacken und hybride KriegsführungKlüssendorf sagte den Sendern RTL und ntv, er rechne nicht damit, dass die jüngst beschlossenen Maßnahmen Russland von weiteren Angriffen abhalten werden.
Ganz im Gegenteil müsse man sich darauf einstellen, dass weitere derartige Attacken zu erwarten seien.
Die hybride Kriegsführung Russlands in Europa und in Deutschland werde aus seiner Sicht fortgesetzt.Unter hybriden Angriffen versteht Klüssendorf ein breites Spektrum von Aktivitäten, die darauf abzielen, Staaten zu destabilisieren, ohne einen offenen militärischen Konflikt zu führen.
Diese Form der Kriegsführung sieht er als fortdauernde Herausforderung für Deutschland und seine europäischen Partner.Maßnahmen der Bundesregierung und Begrenzung der EskalationAls zentrale Bausteine der deutschen Antwort nannte Klüssendorf die Schließung eines russischen Konsulats und des Russischen Hauses sowie Einschränkungen für die russische Schattenflotte. Nach seiner Einschätzung sind dies die richtigen Maßnahmen, um zu zeigen, dass Deutschland in der Lage ist, sich zu verteidigen und auf Angriffe zu reagieren.Zugleich betonte er, die Bundesregierung müsse darauf achten, dass die Lage nicht weiter eskaliere. Mit der Reaktion mache die Regierung deutlich, dass sie zu weiteren politischen Schritten bereit sei, ohne dabei die weltweite Situation außer Acht zu lassen.
Das Ziel sei eine klare Haltung gegenüber Russland, kombiniert mit einer kontrollierten und abgestimmten Vorgehensweise.Besondere Sensibilität in OstdeutschlandKlüssendorf hob hervor, dass die Sorge vor einer weiteren Eskalation insbesondere in Ostdeutschland groß sei. In Sachsen-Anhalt und den anderen ostdeutschen Ländern sei die Sensibilität für das Thema Frieden im Zusammenhang mit Verteidigungsfähigkeit deutlich ausgeprägter und höher als anderswo.Diese Wahrnehmung verbindet er mit der Erwartung, dass die Bevölkerung in diesen Regionen besonders genau beobachtet, wie die Bundesregierung auf Bedrohungen reagiert. Aus seiner Sicht zeigt die aktuelle Linie der Regierung, dass sie sowohl Bereitschaft zur Gegenwehr als auch Augenmaß im Umgang mit Russland demonstriert.Rolle von Verteidigungsminister Pistorius und Geschlossenheit der RegierungDass Verteidigungsminister Boris Pistorius bei der Vorstellung der Maßnahmen nicht anwesend war, erklärte Klüssendorf mit klaren Zuständigkeiten innerhalb der Bundesregierung.
Die Schritte seien abgestimmt und stünden nicht zur Debatte; es gebe aus seiner Sicht überhaupt kein Weichen oder Rütteln an den beschlossenen Maßnahmen.Klüssendorf betonte zudem, Pistorius erfülle seine Aufgaben sehr ordentlich und spiele als Verteidigungsminister und Aushängeschild der SPD eine wichtige Rolle. Damit unterstreicht er den Anspruch der Partei, sicherheitspolitische Verantwortung zu tragen und zugleich geschlossen hinter der gemeinsamen Linie der Regierung zu stehen.
Die Aussagen von SPD-Generalsekretär Tim Klüssendorf fallen in eine Phase, in der Deutschland und andere europäische Staaten verstärkt über russische Einflussnahme, Spionage und Sabotage diskutieren.
Unter hybrider Kriegsführung werden dabei nicht nur militärische Aktionen verstanden, sondern auch Cyberangriffe, Desinformationskampagnen, verdeckte Operationen und die Nutzung wirtschaftlicher Abhängigkeiten.Sicherheitslage und politische ReaktionenDie von Klüssendorf genannten Maßnahmen – Schließung eines russischen Konsulats und des Russischen Hauses sowie Einschränkungen für die sogenannte Schattenflotte – markieren eine deutliche Verschärfung gegenüber Russland. Sie zielen darauf, nachrichtendienstliche Aktivitäten zu begrenzen, Einflussstrukturen zu schwächen und den wirtschaftlichen Spielraum für Umgehungsstrategien bei Sanktionen einzuschränken.
Zugleich betont Klüssendorf, dass die Bundesregierung eine weitere Eskalation vermeiden will und die Schritte innerhalb der Regierung abgestimmt sind.Besonders die von ihm hervorgehobene Sensibilität in Ostdeutschland knüpft an historische Erfahrungen mit Krieg, Diktatur und Umbruch an. In Regionen wie Sachsen-Anhalt wird die Verbindung von Friedenssicherung und Verteidigungsfähigkeit offenbar intensiver diskutiert, was sich in einer hohen Aufmerksamkeit für sicherheitspolitische Entscheidungen der Bundesregierung niederschlägt.Bedeutung für Bevölkerung und DebatteFür Bürgerinnen und Bürger in Deutschland bedeuten die angekündigten und bereits eingeleiteten Maßnahmen einerseits ein stärkeres sicherheitspolitisches Schutzversprechen, andererseits aber auch die Botschaft, dass hybride Angriffe anhalten können.
Die Politik muss daher Sicherheit vermitteln, ohne die Gefahr zu dramatisieren.
Klüssendorfs Verweis auf die Rolle von Verteidigungsminister Boris Pistorius zeigt zudem, dass die SPD ihre sicherheitspolitischen Positionen eng mit der Regierungsarbeit verzahnen will und Geschlossenheit gegenüber Russland demonstriert.In der öffentlichen Debatte dürfte die Frage im Vordergrund stehen, wie weit Deutschland zur Abwehr hybrider Angriffe gehen sollte, ohne die politische und wirtschaftliche Zusammenarbeit mit anderen Staaten weiter zu belasten.
Gleichzeitig wird zu beobachten sein, wie sich das Sicherheitsgefühl insbesondere in ostdeutschen Ländern durch solche Entscheidungen verändert.