SPD dringt nach Sachsen-Anhalt-Wahl auf Entlastung für Angehörige
heute 00:00 Uhr, dts-nachrichtenagentur.de
Die SPD-Politikerin Dagmar Schmidt dringt nach der Landtagswahl in Sachsen-Anhalt auf eine Pflegereform, die Angehörige entlastet und die Pflegeversicherung stabilisiert. Im Zentrum stehen eine verlässliche Versorgung und begrenzte Kosten für Familien mit pflegebedürftigen Menschen.
via dts Nachrichtenagentur
Die SPD-Fraktionsvizevorsitzende Dagmar Schmidt dringt im Ringen mit der Union um den Reformkurs nach der Landtagswahl in Sachsen-Anhalt auf eine Pflegereform mit spürbaren Entlastungen für pflegende Angehörige. Sie betont, dass Familien sich darauf verlassen können müssen, dass Pflege verlässlich funktioniert und Unterstützung schnell, unkompliziert und ohne ständig steigende Kosten ankommt.SPD stellt Familien in den Mittelpunkt der PflegereformSchmidt verweist darauf, dass die Pflegebedürftigkeit eines Menschen das Leben einer ganzen Familie verändert. In dieser Lage dürften Betroffene nicht mit immer höheren finanziellen Belastungen allein gelassen werden.
Dieses Ziel gelte für die SPD sowohl vor als auch nach der Wahl, und dafür wolle man sich in den anstehenden Verhandlungen mit der Union einsetzen.Pflege im Sozialraum und Entlastung der AngehörigenNach den Vorstellungen der SPD soll Pflege den Alltag von Betroffenen und Angehörigen spürbar erleichtern und fest im jeweiligen Sozialraum verankert sein. Pflegende Angehörige sollen entlastet werden, gleichzeitig soll eine gute Versorgung verlässlich gesichert bleiben.
Damit rückt die Partei neben der finanziellen Seite auch die organisatorischen Strukturen und Unterstützungsangebote in den Fokus.Stabile und gerechte Finanzierung der PflegeversicherungSchmidt macht zudem deutlich, dass die Pflegeversicherung dauerhaft stabilisiert und gerechter finanziert werden müsse. Ziel sei es, den Anstieg der finanziellen Belastungen zu bremsen und sicherzustellen, dass gute Pflege auch künftig für alle bezahlbar bleibt. Die Ausgestaltung der Reform wird damit zu einem zentralen Thema der Gespräche zwischen SPD und Union nach der Landtagswahl in Sachsen-Anhalt.
Die Forderung der SPD nach Entlastungen für pflegende Angehörige knüpft an eine länger anhaltende Debatte über die Finanzierung und Ausgestaltung der Pflegeversicherung an. Pflegende Angehörige tragen in Deutschland einen großen Teil der Versorgung, häufig neben Beruf und eigenen familiären Verpflichtungen.
Viele stoßen dabei an finanzielle und körperliche Grenzen, weil Leistungen der Pflegeversicherung nicht alle Kosten abdecken und ambulante Angebote regional ungleich verteilt sind.Pflege als politischer VerhandlungsschwerpunktDass Dagmar Schmidt die Pflegereform ausdrücklich mit den Verhandlungen nach der Landtagswahl in Sachsen-Anhalt verknüpft, verweist auf den politischen Stellenwert des Themas. Pflegepolitik gehört zu den klassischen Schnittstellen von Bundes- und Landespolitik: Einerseits werden Rahmenbedingungen wie die Pflegeversicherung auf Bundesebene geregelt, andererseits organisieren Länder und Kommunen die Versorgungsstrukturen vor Ort. Entlastungen für Angehörige können daher von besseren Beratungs- und Entlastungsangeboten über finanzielle Zuschüsse bis hin zu mehr Kurzzeit- und Verhinderungspflege reichen.Finanzierung und soziale GerechtigkeitWenn Schmidt eine dauerhaft stabile und gerechter finanzierte Pflegeversicherung anmahnt, steht dahinter die Frage, wie steigende Kosten angesichts einer alternden Gesellschaft verteilt werden.
Mehr Entlastung für Angehörige bedeutet in der Regel höhere Ausgaben, die entweder durch Beiträge, Steuermittel oder Einsparungen an anderer Stelle gedeckt werden müssen.
Für Leserinnen und Leser ist entscheidend, ob künftige Reformen für sie konkrete Verbesserungen bringen – etwa weniger Eigenanteile, mehr verfügbare Pflegeangebote im Wohnumfeld oder stärkere soziale Absicherung, wenn Angehörige ihre Arbeitszeit für die Pflege reduzieren.
Die nun angekündigten Verhandlungen werden darüber entscheiden, ob und wie diese Ziele umgesetzt werden.