Silbermünzen: BMF lässt Stücke für 1,4 Millionen Euro einschmelzen
heute 12:53 Uhr, dts-nachrichtenagentur.de
Wegen des stark gestiegenen Silberpreises wurden zwei geplante Münzausgaben gestoppt und die Stücke neu geprägt. Das Ministerium erwartet trotz der Kosten noch einen Münzgewinn im oberen einstelligen Millionenbereich.
via dts Nachrichtenagentur
Bundesfinanzministerium arbeitet Silbermünzen neu aufBundesfinanzminister Lars Klingbeil (SPD) musste für knapp 1,4 Millionen Euro Silbermünzen einschmelzen lassen.
Das geht aus einer Antwort des Ministeriums auf eine Berichtsbitte des Grünen-Haushälters Sebastian Schäfer hervor, über die der „Spiegel“ berichtet.Verkauf wegen Silberpreis abgesagtDas Bundesfinanzministerium hatte vor gut einem Jahr den geplanten Verkauf der Silbermünzen „Heilige Drei Könige“ und „125 Jahre Wuppertaler Schwebebahn“ abgesagt. Der Silberpreis war so stark gestiegen, dass der Nennwert deutlich unter dem Materialwert lag.Neue Prägung verursacht hohe KostenBeide Münzsorten mussten in einer Prägestätte deformiert, eingeschmolzen und mit einem neuen Nennwert versehen werden.
Für die Münze „Heilige Drei Könige“ fielen laut Ministeriumsantwort 624.000 Euro an, für die „Wuppertaler Schwebebahn“ weitere 733.000 Euro.Ministerium erwartet weiterhin GewinnTrotz der Gesamtkosten von fast 1,4 Millionen Euro rechnet das Ministerium noch mit einem deutlichen Münzgewinn im oberen einstelligen Millionenbereich. Dazu trägt auch bei, dass der Silbergehalt der Münze „Heilige Drei Könige“ reduziert wurde.Weihnachtsmünze kommt im NovemberDie Weihnachtsmünze soll nun am 5. November als 50-Euro-Geldstück erscheinen.
Der Grünen-Haushälter Sebastian Schäfer kritisierte, Steuergeld sei hier „buchstäblich und fahrlässig geschreddert“ worden.Mit dem Geld der Bürger dürfe „schlicht und einfach nicht umgegangen werden“, sagte Schäfer.
Der Vorgang zeigt ein Spannungsfeld bei staatlichen Sammlermünzen: Der Nennwert ist gesetzlich festgelegt, während der Wert des enthaltenen Edelmetalls stark schwanken kann. Steigt der Silberpreis deutlich über den Nennwert, kann der geplante Verkauf wirtschaftlich unattraktiv werden, weil die Münze unter ihrem Materialwert abgegeben würde.Das Einschmelzen beendet die Ausgabe nicht vollständig. Nach der Deformierung und Aufarbeitung erhalten die Münzen einen neuen Nennwert; bei der Weihnachtsmünze wird zudem der Silbergehalt reduziert. Dadurch soll die Ausgabe wieder zu den wirtschaftlichen und gesetzlichen Vorgaben passen.Folgen für Haushalt und SammlerFür den Bundeshaushalt stehen zunächst Umprägungskosten von fast 1,4 Millionen Euro im Raum. Zugleich erwartet das Ministerium weiterhin einen Münzgewinn im oberen einstelligen Millionenbereich. Die entscheidende Bilanz hängt damit nicht allein an den Verarbeitungskosten, sondern auch am späteren Verkauf, dem Metallpreis und der Auflage.Für Bürger ist der Fall vor allem deshalb relevant, weil die Kosten aus einer staatlichen Prägeentscheidung entstehen und politisch kontrolliert werden.
Die Kritik des Grünen-Haushälters richtet sich entsprechend auf die Planung und den Umgang mit öffentlichen Mitteln. Die Ausgabe der 50-Euro-Weihnachtsmünze am 5. November markiert den nächsten konkreten Schritt.