Schufa: 8,1 Prozent mit Negativeintrag – Duisburg vorn

heute 09:16 Uhr, dts-nachrichtenagentur.de

Der Anteil der Erwachsenen mit mindestens einem Schufa-Negativeintrag ist Ende 2025 auf 8,1 Prozent gestiegen. Besonders stark betroffen sind Duisburg und Gelsenkirchen, während neue Regeln für Kleinkredite ab dem 20. November die Kreditvergabe stärker begrenzen sollen.

Geldautomat (Archiv)
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via dts Nachrichtenagentur

Immer mehr Menschen in Deutschland geraten in Zahlungsschwierigkeiten.

Ende 2025 hatte die Schufa zu 8,1 Prozent der Erwachsenen mindestens einen Negativeintrag gespeichert, nach 7,9 Prozent im Vorjahr.Rund 88.000 Privatinsolvenzen im Jahr 2025Rund 88.000 Menschen beantragten 2025 Privatinsolvenz. Das waren so viele wie seit 2021 nicht mehr. Schufa-Chefin Tanja Birkholz sagte, von einer Pleitewelle der Deutschen könne keine Rede sein; bei einem wachsenden Teil der Bevölkerung verfestigten sich die Belastungen jedoch zunehmend.Ruhrgebiet besonders stark betroffenAm stärksten betroffen ist nach Schufa-Daten für alle 400 Kreise und kreisfreien Städte das Ruhrgebiet. In Duisburg hatte demnach fast jeder fünfte Erwachsene einen Negativeintrag, der Anteil lag bei 19,9 Prozent. Es folgte Gelsenkirchen mit 19,4 Prozent.Den niedrigsten Anteil verzeichnete der oberbayerische Landkreis Eichstätt mit 3,6 Prozent. Die regionalen Unterschiede fallen damit deutlich aus.Mehr Kleinkredite und parallele RatenzahlungenDas Wachstum am Markt für Ratenkredite wird inzwischen vollständig von Kleinkrediten unter 1.000 Euro getragen.

Dazu zählen auch „Buy now, pay later“-Angebote. 2025 wurden 7,5 Millionen solcher Verträge geschlossen, elf Prozent mehr als im Vorjahr.74.000 Menschen zahlten mehr als zehn Ratenkredite gleichzeitig ab. Das waren 28-mal so viele wie vor fünf Jahren.

Birkholz bezeichnete Kleinkredite als zunächst praktische Finanzierungsmöglichkeiten, warnte aber vor Problemen, wenn Verbraucher den Überblick verlören oder mehr Verbindlichkeiten eingingen, als sie langfristig tragen könnten.Strengere Regeln ab NovemberClaudio Zeitz-Brandmeyer vom Verbraucherzentrale Bundesverband warf den Anbietern, allen voran Klarna und PayPal, vor, bislang nicht genau genug geprüft zu haben, ob Kunden sich die Finanzierungen leisten können.Ab dem 20. November müssen Anbieter auch bei Kleinkrediten die Kreditwürdigkeit prüfen und Kunden mit Zahlungsproblemen an eine Schuldenberatung verweisen.

Ines Moers von der Bundesarbeitsgemeinschaft Schuldnerberatung warnte zugleich, die Beratungsstellen seien bereits am Limit. Nur etwa jeder zehnte Überschuldete erhalte eine Beratung; Wartezeiten von mehreren Monaten seien keine Ausnahme.
Die Schufa-Zahlen zeigen eine Verschlechterung der finanziellen Belastung in Teilen der Bevölkerung, aber keine flächendeckende Überschuldung.

Der Anteil der Erwachsenen mit mindestens einem Negativeintrag stieg innerhalb eines Jahres von 7,9 auf 8,1 Prozent. Zugleich verweist die Zahl von rund 88.000 Privatinsolvenzen auf eine anhaltend hohe Zahl von Haushalten, die ihre finanziellen Verpflichtungen nicht mehr bewältigen können.Kleinkredite als wachsendes RisikoBesondere Bedeutung haben Ratenkredite unter 1.000 Euro. Solche Finanzierungen sind einzeln vergleichsweise klein, können sich aber bei mehreren parallelen Verträgen zu einer erheblichen monatlichen Belastung summieren.

Dass 2025 insgesamt 7,5 Millionen entsprechende Verträge geschlossen wurden, unterstreicht die wachsende Verbreitung kurzfristiger Finanzierungen und von „Buy now, pay later“-Angeboten.Für Verbraucher entsteht das Risiko vor allem durch die leichte Verfügbarkeit und die Vielzahl einzelner Zahlungsverpflichtungen. Ab dem 20. November gelten auch für Kleinkredite strengere Prüfpflichten; Anbieter müssen zudem Kunden mit Zahlungsproblemen an eine Schuldnerberatung verweisen.

Die praktische Wirkung dieser Vorgaben hängt deshalb auch davon ab, ob Beratungsstellen zusätzliche Fälle bewältigen können.Regionale UnterschiedeDie Unterschiede zwischen den Regionen sind erheblich. Duisburg und Gelsenkirchen weisen besonders hohe Anteile von Erwachsenen mit Negativeinträgen auf, während der Landkreis Eichstätt deutlich niedriger liegt. Solche Unterschiede können auf regionale Einkommens-, Beschäftigungs- und Kostenstrukturen hindeuten, erklären aber nicht automatisch die finanzielle Lage jedes einzelnen Haushalts.

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