Sanitär-Heizungs-Klimatechnik: Ausbildung und Umsätze legen stark zu

heute 08:09 Uhr, dts-nachrichtenagentur.de

Die Sanitär-, Heizungs- und Klimatechnik verzeichnet deutlich mehr Auszubildende, wachsende Beschäftigung und stark gestiegene Umsätze. Zugleich steigen Preise und ein hoher Anteil älterer Beschäftigter kündigt einen Generationswechsel in der Branche an.

Ausbau einer alten Gasheizung (Archiv)
Ausbau einer alten Gasheizung (Archiv)
via dts Nachrichtenagentur

In Berufen der Sanitär-, Heizungs- und Klimatechnik haben im Jahr 2025 knapp 14.400 Menschen eine Ausbildung begonnen.

Damit stieg die Zahl der neuen Ausbildungsverträge im Zehn-Jahres-Vergleich um 30,5 Prozent gegenüber rund 11.000 im Jahr 2015.Mehr Nachwuchs in SHK-BerufenZu dem Bereich zählen vor allem Anlagenmechaniker für Sanitär-, Heizungs- und Klimatechnik, vereinzelt auch Ofen- und Luftheizungsbauer. Die Zahlen stammen aus einer Mitteilung des Statistischen Bundesamts (Destatis). Die überwiegende Mehrheit der neuen Auszubildenden in diesen Berufen ist weiterhin männlich.Im Jahr 2025 lag der Frauenanteil unter den Neuabschlüssen bei 2,4 Prozent und damit deutlich unter dem Durchschnitt aller Berufsgruppen im dualen System. Insgesamt wurde 2025 mehr als jeder dritte Ausbildungsvertrag im dualen System von einer Frau abgeschlossen, der Anteil lag hier bei 36,0 Prozent.Beschäftigung steigt, viele stehen vor dem RuhestandAuch die Zahl der Erwerbstätigen in der Branche ist in den vergangenen fünf Jahren gewachsen.

Nach Erstergebnissen des Mikrozensus waren 2025 rund 278.000 Menschen in Berufen der Sanitär-, Heizungs- und Klimatechnik beschäftigt. Das sind 4,1 Prozent mehr als 2021, als rund 267.000 Personen in entsprechenden Berufen tätig waren.Zum Vergleich stieg die Zahl aller Erwerbstätigen im selben Zeitraum um 3,7 Prozent. Knapp jeder vierte Erwerbstätige in den SHK-Berufen war 2025 zwischen 55 und 64 Jahre alt. Mit einem Anteil von 23,3 Prozent liegt dieser Wert nur geringfügig über dem Anteil der 55- bis 64-Jährigen bei allen Erwerbstätigen insgesamt, der bei 23,0 Prozent lag.Preise für Installationsarbeiten ziehen deutlich anDer Anteil der 55- bis 64-Jährigen in Berufen der Sanitär-, Heizungs- und Klimatechnik ist binnen fünf Jahren leicht gestiegen.

2021 hatte er noch bei 22,3 Prozent gelegen, unter allen Erwerbstätigen waren es 22,0 Prozent. Neben dem Personalbestand hat sich auch das Preisniveau in der Branche nach oben bewegt.Für Arbeiten an Gas-, Wasser- und Entwässerungsanlagen mussten Verbraucher im August dieses Jahres 6,6 Prozent mehr bezahlen als im Vorjahresmonat. Die Preise für Arbeiten an Heizungs- und Wassererwärmungsanlagen erhöhten sich im gleichen Zeitraum um 5,1 Prozent. Die Verbraucherpreise insgesamt nahmen dagegen nur um 2,9 Prozent zu.Mehr große Betriebe und doppelte UmsätzeDer Boom der eher kleinstrukturierten Branche zeigt sich schließlich in der wachsenden Zahl größerer Betriebe. Im ersten Quartal 2026 waren knapp 4.100 Betriebe von Unternehmen mit mindestens 20 Beschäftigten in der Gas-, Wasser-, Heizungs-, Lüftungs- und Klimainstallation tätig, deutlich mehr als noch vor zehn Jahren.Im ersten Quartal 2016 hatte die Zahl dieser Betriebe mit gut 2.900 deutlich niedriger gelegen.

Das entspricht einem Plus von 38,9 Prozent. Noch stärker legten die Umsätze zu: Sie verdoppelten sich im selben Zeitraum von knapp 2,9 Milliarden Euro auf rund 5,9 Milliarden Euro. Das entspricht einem Anstieg von 103,8 Prozent.
Die aktuellen Zahlen zu Ausbildung, Beschäftigung und Preisen in der Sanitär-, Heizungs- und Klimatechnik (SHK) zeigen eine Branche im kräftigen Wachstum, die zugleich vor einem demografischen Übergang steht. Der starke Zuwachs bei neuen Ausbildungsverträgen und die steigenden Umsätze deuten auf eine anhaltend hohe Nachfrage nach Fachleistungen, nicht zuletzt durch energetische Sanierung und Modernisierung im Gebäudebestand.Struktureller Fachkräftebedarf und EnergiewendeBesonders relevant ist der gleichzeitige Anstieg der Beschäftigtenzahlen und der hohe Anteil älterer Erwerbstätiger. Wenn knapp jeder vierte Beschäftigte in den kommenden Jahren altersbedingt ausscheidet, müssen die hohen Ausbildungszahlen ausreichend bleiben, um den Fachkräftebedarf zu decken.

Die SHK-Berufe sind für die Umsetzung klimapolitischer Ziele zentral, etwa bei der Installation effizienter Heizsysteme, Wärmepumpen und moderner Lüftungsanlagen.

Entsprechend dürfte die Nachfrage nach qualifizierten Fachkräften auf absehbare Zeit hoch bleiben.Für private Haushalte und Unternehmen spiegeln die höheren Preise für Installationsarbeiten eine Mischung aus gestiegenen Materialkosten, hoher Auslastung der Betriebe und allgemein wachsender Nachfrage wider. Der Preisauftrieb liegt deutlich über der gesamtwirtschaftlichen Verbraucherpreisinflation, was die besondere Dynamik der Branche unterstreicht und Investitionsentscheidungen beeinflussen kann.Geschlechterstruktur und UnternehmenslandschaftAuffällig ist der sehr niedrige Frauenanteil unter den neuen Auszubildenden, der weit unter dem Durchschnitt des dualen Systems liegt. Damit bleibt die Branche im Vergleich zu vielen anderen Ausbildungsfeldern stark männlich geprägt und verzichtet potenziell auf ein erhebliches Rekrutierungsreservoir. Initiativen zur Gewinnung weiblicher Fachkräfte könnten hier mittel- bis langfristig zur Entspannung beitragen.Der starke Zuwachs größerer Betriebe und die Verdopplung der Umsätze in zehn Jahren zeigen, dass sich die eher traditionell kleinbetrieblich geprägte SHK-Landschaft strukturell wandelt. Mehr Unternehmen mit mindestens 20 Beschäftigten deuten auf Professionalisierung, Skalierung und eine höhere Kapazität für größere Projekte, etwa im Geschosswohnungsbau oder in gewerblichen Immobilien.

Für Kunden kann dies mehr Angebot, aber auch stärkere Konzentration bedeuten.

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