Republica-Gründer empfiehlt Abschied von Plattform X

21.05.26 01:00 Uhr, dts-nachrichtenagentur.de

Andreas Gebhard, einer der Gründer der Digital-Konferenz Republica, plädiert nach der Übernahme der Plattform Twitter durch Elon Musk für eine klare sprachliche Trennung vom Nachfolgedienst X.

Andreas Gebhard (Archiv)
Andreas Gebhard (Archiv)
via dts Nachrichtenagentur

"Man muss natürlich X sagen", sagte Gebhard der "Neuen Osnabrücker Zeitung" (Donnerstagausgabe). "Es heißt anders, weil es etwas anderes ist."Der Name sei anders, der Eigentümer samt seiner Agenda sei anders und die Technologie auch. X sei der Verstärker der rechten Echokammer. "Twitter gibt es nicht mehr", so Gebhard.Als Konsequenz habe die Republica einen vollständigen Schlussstrich unter die Nutzung des Netzwerks gezogen. Er empfehle jedem, dasselbe zu tun. Man müsse da nicht sein, genauso wenig wie man auf Donald Trumps Plattform "Truth Social" sein müsse. Wer der Propaganda auf X etwas entgegensetzen wolle, führe einen nicht zu gewinnenden Kampf gegen von Bots betriebene Fake-Accounts, argumentierte Gebhard. Es sei sinnlos.Mit Blick auf den Kinder- und Jugendschutz und Social-Media-Verbote sieht der Netz-Experte Handlungsbedarf außerhalb der Verantwortung der Eltern. Sinnvoll wäre vor allem, dass diese Entscheidung vom Gesetzgeber komme, sagte er. Bislang lasse man den Technologieanbietern freie Hand bei allem, was Kinder im Internet machen. Er sträube sich gegen pauschale Verbote, sympathisiere aber mit klaren Altersbeschränkungen - wie bei Filmen und Videospielen.

Statt Schutzmechanismen zur Sache der Eltern zu erklären, müssten sie auf den Geräten voreingestellt sein.Der Experte votierte für eine Umstellung der digitalen Infrastruktur auf Open-Source-Angebote - was den Einsatz von iPads in Schulen ausschließe. Schleswig-Holstein gehe unter Ministerpräsident Daniel Günther (CDU) mit gutem Beispiel voran und stelle Bildung und Verwaltung auf Open Source um - nach dem Prinzip: "Public money, public code". Wenn die öffentliche Hand Steuergelder in Software investiere, sollte diese der Allgemeinheit zugutekommen und nicht die Kassen privater Konzerne füllen.

"Warum zum Beispiel schafft man iPads für Schulen an?", fragte Gebhard. Schulen müssten digitalisiert werden, aber nicht auf Basis von chinesischer Hardware und US-Software.

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