Rentenversicherung: Klose will Abgeordnete rasch einbeziehen

heute 00:00 Uhr, dts-nachrichtenagentur.de

Die SPD-Rentenpolitikerin Annika Klose will den Kreis der Beitragszahler rasch erweitern. Beamte sollen zunächst wirkungsgleich in Reformen der Beamtenversorgung einbezogen werden, langfristig aber ebenfalls in eine Erwerbstätigenversicherung wechseln.

Bundestagssitzung (Archiv)
Bundestagssitzung (Archiv)
via dts Nachrichtenagentur

Die SPD-Rentenpolitikerin Annika Klose fordert, Abgeordnete, neue Selbstständige und Vorstandsmitglieder von Aktiengesellschaften kurzfristig in die gesetzliche Rentenversicherung einzubeziehen.

Für Bundestagsabgeordnete könne die Pflichtversicherung nach ihren Worten bereits mit Beginn der nächsten Legislaturperiode starten.Klose wirbt für breitere Beitragsbasis„Unser Ziel ist eine Rentenversicherung, in die langfristig alle Erwerbstätigen einbezogen werden“, sagte Klose der „Rheinischen Post“. Eine breitere Finanzierungsbasis könne die gesetzliche Rentenversicherung stärken, die Rentenbeiträge senken und zugleich das Rentenniveau anheben, erklärte die renten- und sozialpolitische Sprecherin der SPD-Bundestagsfraktion.Die Einbeziehung von Abgeordneten, neuen Selbstständigen und Vorstandsmitgliedern von Aktiengesellschaften sei rechtlich einfach umsetzbar und könne zeitnah erfolgen.

Klose ist Mitglied der Rentenkommission.Beamtenversorgung soll zunächst angepasst werdenFür Beamte sei die rechtliche Ausgangslage komplexer, sagte Klose. Die Alterssicherungskommission empfehle deshalb zunächst, Reformen wirkungsgleich auf die Beamtenversorgung zu übertragen.Perspektivisch sollen nach Kloses Vorstellung aber auch Beamte in die Erwerbstätigenversicherung einbezogen werden.

SPD-Chef Lars Klingbeil hatte eine Einbeziehung von Beamten ebenfalls gefordert.
Die Forderung zielt auf eine Ausweitung des versicherten Personenkreises.

Bislang sind in der gesetzlichen Rentenversicherung vor allem abhängig Beschäftigte pflichtversichert; für andere Erwerbsgruppen gelten eigene Sicherungssysteme oder Ausnahmen.

Eine Einbeziehung von Abgeordneten, neu Selbstständigen und Vorstandsmitgliedern würde die Finanzierung auf zusätzliche Beitragszahler stützen, zugleich aber auch neue Leistungsansprüche begründen.Die Debatte steht im Zusammenhang mit den Empfehlungen der Alterssicherungskommission. Diese hat ein Bündel von Reformen vorgelegt, das neben einem größeren Versichertenkreis auch Veränderungen beim Renteneintritt, der Rentenanpassung und eine zusätzliche kapitalgedeckte Vorsorge vorsieht. Die Kommission behandelt die Einbeziehung weiterer Gruppen damit nicht als isolierte Maßnahme, sondern als Bestandteil einer umfassenderen Antwort auf den demografischen Wandel.Beamte bleiben der schwierigste ReformschrittBei Beamten ist die Ausgangslage komplexer, weil ihre Altersversorgung auf verfassungsrechtlich geschützten hergebrachten Grundsätzen beruht. Deshalb unterscheidet die politische Debatte zwischen einer wirkungsgleichen Übertragung von Reformen auf die Beamtenversorgung und einer vollständigen Einbeziehung in die gesetzliche Rentenversicherung.

Kloses Vorschlag folgt diesem gestuften Ansatz: Kurzfristig sollen leichter umsetzbare Gruppen einbezogen werden, langfristig soll eine Erwerbstätigenversicherung entstehen.Für Versicherte wäre entscheidend, wie Übergänge, Beitragshöhen und bereits erworbene Ansprüche geregelt würden.

Mehr Beitragszahler können die Einnahmebasis verbreitern, lösen allein jedoch weder die Alterung der Bevölkerung noch die langfristige Ausgabenentwicklung der Rentenversicherung.

Pressespiegel: Einigkeit, Unterschiede und offene FragenFOCUS online: „Klingbeil: Selbstständige und Beamte in gesetzliche Rente“ (28.09.2026)Der Artikel bestätigt die politische Stoßrichtung einer Einbeziehung von Selbstständigen, Politikern und perspektivisch neuen Beamten.

Anders als Klose stellt er vor allem die Position von SPD-Chef Lars Klingbeil und den Bestandsschutz bei Beamten heraus.FOCUS online: „46 Ökonomen warnen Regierung vor Änderungen an Rentenreform“ (29.09.2026)Der Beitrag ordnet die Ausweitung des Versichertenkreises als einen von 33 Bausteinen der Rentenkommission ein. Sein Schwerpunkt liegt auf dem Appell von 46 Ökonomen, das Reformpaket als Ganzes umzusetzen; die konkrete Forderung nach einer schnellen Einbeziehung von Abgeordneten und AG-Vorständen steht dort nicht im Mittelpunkt.Gemeinsam ist den Beiträgen die Einordnung in die Reformarbeit der Rentenkommission. Unterschiede bestehen beim Fokus: Während der erste Artikel politische Forderungen und Übergangsfragen betont, stellt der zweite die Geschlossenheit des Gesamtpakets und den Streit über weitere Reformbestandteile heraus.

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