Reiche plant höhere Ausschreibungen für leere Gasspeicher

heute 07:00 Uhr, dts-nachrichtenagentur.de

Katherina Reiche will die Gasspeicher offenbar mit zusätzlichen Long Term Options stabilisieren. Das Ministerium prüft dafür laut Bericht eine erhöhte Ausschreibung für den Herbst.

Gasspeicher (Archiv)
Gasspeicher (Archiv)
via dts Nachrichtenagentur

Bundeswirtschaftsministerin Katherina Reiche will die Gasspeicher offenbar über zusätzliche Ausschreibungen sogenannter Long Term Options absichern. Eine für den Herbst geplante Ausschreibung soll dafür um eine noch festzulegende Gasmenge erhöht werden.Geplante Absicherung vor dem WinterNach dem Bericht laufen dazu bereits Abstimmungen mit den relevanten Stellen.

Das Ministerium will bis zum 21. September klären, ob die Ausschreibungen genutzt und entsprechend ausgeweitet werden können.Reiche reagiert damit auf historisch niedrige Speicherstände. Die Gasspeicher sind derzeit mit rund 56 Prozent gefüllt und liegen damit deutlich unter den gesetzlichen Vorgaben.So funktionieren Long Term OptionsÜber die ausgeschriebenen Optionen reserviert der Erdgas-Marktmanager Trading Hub Europe Gaslieferungen bei Händlern und zahlt dafür eine Gebühr. Die Händler müssen die Gasmengen für einen bestimmten Zeitraum in ihren Speichern vorhalten und gegebenenfalls selbst zukaufen.Zieht Trading Hub Europe die Option, müssen die Händler liefern und erhalten einen garantierten Höchstpreis. Nach Darstellung aus der Meldung soll das die Befüllung der Speicher anreizen und die Versorgung im Winter absichern.Kritik und Reaktion aus dem MinisteriumDer Grünen-Abgeordnete Michael Kellner bewertet die Pläne kritisch und spricht von einer späten Krücke. Er bezweifelt, dass die Maßnahme zuverlässig dafür sorgt, dass selbst bei einem kalten Winter ausreichend Gas in den Speichern liegt.Das Bundeswirtschaftsministerium geht auf die konkreten Pläne nicht weiter ein. Eine Sprecherin verweist lediglich auf den kontinuierlichen Austausch mit Marktteilnehmern und darauf, dass der Staat handlungsfähig bleibe, während die Wintervorsorge grundsätzlich Aufgabe des Marktes sei.
Bundeswirtschaftsministerin Katherina Reiche will die Füllstände der Gasspeicher offenbar über zusätzliche Ausschreibungen sogenannter Long Term Options absichern. Der Schritt zielt darauf, die Speicher vor der Heizperiode stärker zu befüllen und den Marktmechanismus dafür zu nutzen.Nach den Angaben aus der Meldung liegt der Speicherstand mit rund 56 Prozent deutlich unter den gesetzlichen Vorgaben.

Das macht die Lage für den Herbst und einen möglichen Kälteeinbruch sensibel, weil die Reserve dann schneller gebraucht würde.Bedeutung für Versorgung und MarktDie geplante Konstruktion setzt auf den Erdgas-Marktmanager Trading Hub Europe, der über die Optionen Lieferungen reserviert und den Händlern dafür eine Gebühr zahlt. Für die Marktseite bedeutet das Planungssicherheit, zugleich bindet das Instrument Mengen für einen festgelegten Zeitraum und soll damit zusätzliche Befüllung anreizen.Politisch ist der Schritt ein Signal, dass das Ministerium bei niedrigen Speicherständen nicht nur auf freiwilliges Marktverhalten setzt. Entscheidend wird sein, ob eine höhere Ausschreibung tatsächlich zusätzliche Mengen in den Speichern sichert oder nur kurzfristig Entlastung schafft.Offene Wirkung der MaßnahmeFür Verbraucher und Unternehmen ist vor allem relevant, ob die Vorräte bis zum Winter stabil steigen. Je besser die Speicher gefüllt sind, desto größer ist der Puffer bei Nachfrage-Spitzen und Störungen im Importsystem.

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