Produktion steigt im August um 2,0 Prozent dank Baugewerbe
heute 08:14 Uhr, dts-nachrichtenagentur.de
Das Produzierende Gewerbe hat im August deutlich mehr hergestellt als im Vormonat. Der Zuwachs wurde vor allem vom Bau getragen, während die Industrieproduktion im Jahresvergleich leicht zurückging.
via dts Nachrichtenagentur
Die reale Produktion im Produzierenden Gewerbe ist im August 2026 gegenüber dem Vormonat um 2,0 Prozent gestiegen. Im Dreimonatsvergleich von Juni bis August lag sie 0,4 Prozent über dem Zeitraum von März bis Mai.Produktion liegt über dem VorjahresstandGegenüber August 2025 erhöhte sich die kalenderbereinigte Produktion um 2,3 Prozent. Für Juli revidierte das Statistische Bundesamt den Rückgang gegenüber Juni auf 1,2 Prozent; zuvor war ein Minus von 1,1 Prozent ausgewiesen worden.Baugewerbe liefert den größten ImpulsDen stärksten Beitrag zum August-Anstieg leistete das Baugewerbe mit einem Plus von 9,3 Prozent gegenüber Juli. Innerhalb der Branche nahm die Produktion bei spezialisierten Bautätigkeiten und im Ausbaugewerbe um 13,1 Prozent zu.Auch der Maschinenbau steigerte seine Produktion um 5,3 Prozent. Dagegen sank die Produktion in der Automobilindustrie um 5,4 Prozent. Als teilweise erklärender Faktor gelten stärker als im Vorjahr in den August gefallene Werksferien.Industrie wächst monatlich, verliert aber im JahresvergleichDie Industrieproduktion ohne Energie und Baugewerbe stieg binnen Monatsfrist um 0,6 Prozent. Die Produktion von Investitionsgütern erhöhte sich um 1,2 Prozent, die von Konsumgütern um 0,6 Prozent; bei Vorleistungsgütern gab es einen Rückgang von 0,2 Prozent.Die Energieerzeugung sank um 0,4 Prozent. Im Vergleich zum Vorjahresmonat lag die Industrieproduktion 0,4 Prozent niedriger, während die energieintensiven Industriezweige im Monatsvergleich 0,5 Prozent und im Jahresvergleich 2,1 Prozent verloren.
Der Produktionsanstieg im August fällt auf den ersten Blick deutlich aus, ist aber stark von einzelnen Bereichen geprägt. Das Baugewerbe legte binnen eines Monats um 9,3 Prozent zu, während die Industrie ohne Bau und Energie lediglich um 0,6 Prozent wuchs. Der Zuwachs im gesamten Produzierenden Gewerbe beschreibt daher keine gleichmäßig kräftige Belebung aller industriellen Sparten.Baugewerbe trägt den MonatsanstiegBesonders stark entwickelten sich die spezialisierten Bautätigkeiten und das Ausbaugewerbe. Solche monatlichen Bewegungen können das Gesamtergebnis erheblich beeinflussen, weil sie im Verhältnis zur Industrie zwar kleiner sind, aber stärkeren Schwankungen unterliegen.
Der Dreimonatsvergleich mit einem Plus von 0,4 Prozent liefert deshalb ein robusteres Bild der Entwicklung.Industrie bleibt unter DruckDie industrielle Produktion lag im Jahresvergleich weiterhin 0,4 Prozent niedriger. Maschinenbau und Investitionsgüter stützten das Ergebnis, doch die energieintensiven Branchen verzeichneten sowohl im Monats- als auch im Jahresvergleich Rückgänge. Die Automobilproduktion sank zudem um 5,4 Prozent; als ein Grund werden stärker in den August gefallene Werksferien genannt.Für die deutsche Wirtschaft bedeutet das: Der August brachte eine messbare Erholung der Gesamtproduktion, beseitigte aber die strukturellen Belastungen der Industrie nicht. Entscheidend für die weitere Entwicklung bleiben die Nachfrage nach Investitionsgütern, die Kosten energieintensiver Produktion und die Stabilität der Autoindustrie.