Pflegeversicherung: DAK warnt vor 2,25-Milliarden-Lücke
heute 05:00 Uhr, dts-nachrichtenagentur.de
Die DAK-Gesundheit rechnet im kommenden Jahr mit einer Finanzierungslücke von 2,25 Milliarden Euro in der sozialen Pflegeversicherung. Vorstandschef Andreas Storm fordert deshalb eine Rückzahlung früherer Coronahilfen durch den Bund.
via dts Nachrichtenagentur
DAK warnt vor größerer Lücke in der PflegeversicherungDie DAK-Gesundheit erwartet im kommenden Jahr eine Finanzierungslücke von 2,25 Milliarden Euro in der sozialen Pflegeversicherung.
Vorstandschef Andreas Storm fordert deshalb, dass der Bund ausstehende Coronahilfen in Höhe von 5,2 Milliarden Euro an die Pflegekassen zurückzahlt.Mehrbelastung Kinderloser reicht laut DAK nicht ausNach den Berechnungen der DAK wird die geplante Mehrbelastung von Kinderlosen höchstens 2,4 Milliarden Euro einbringen. Im Gesetz sind demnach 3,3 Milliarden Euro vorgesehen.Dadurch entstehe eine zusätzliche Lücke von mindestens 900 Millionen Euro. Die bisher erwartete Finanzierungslücke von 1,35 Milliarden Euro wachse damit im kommenden Jahr auf 2,25 Milliarden Euro.Storm warnt vor ZahlungsunfähigkeitStorm warnte, der Pflegeversicherung drohe bereits Anfang des kommenden Jahres das Geld auszugehen.
Wenn die Lücke nicht geschlossen werde, drohe den Pflegekassen die Zahlungsunfähigkeit.Der DAK-Chef macht das Gesundheitsministerium für eine Überschätzung des Beitragsaufkommens Kinderloser verantwortlich. Das Ministerium wollte die Zahlen auf Anfrage nicht kommentieren.Bund soll Coronahilfen zurückzahlenZur kurzfristigen Stabilisierung verlangt Storm die Rückzahlung von 5,2 Milliarden Euro, die der Bund den Pflegekassen im Zusammenhang mit der Corona-Pandemie schulde. Die Forderung zielt darauf, einen drohenden Finanzkollaps im kommenden Jahr zu verhindern.
Die Warnung der DAK fällt in eine bereits angespannte Finanzlage der sozialen Pflegeversicherung.
Steigende Ausgaben treffen auf Einnahmen, die mit der Entwicklung der Pflegebedürftigkeit und der beitragspflichtigen Einkommen nicht Schritt halten.Die geplante stärkere Belastung Kinderloser soll kurzfristig zusätzliche Einnahmen bringen.
Nach der DAK-Berechnung würde dieser Effekt jedoch deutlich geringer ausfallen als im Gesetz vorgesehen.
Dadurch vergrößert sich der kurzfristige Finanzierungsbedarf der Pflegekassen.Reformdruck wächstParallel arbeitet eine Pflegestrukturkommission an Vorschlägen für die künftige Finanzierung.
Dabei geht es nicht nur um höhere Beiträge, sondern auch um die Ausgestaltung der Leistungen, die Rolle des Bundes und die Verteilung der Kosten zwischen Beitragszahlern und Steuerzahlern.Für Pflegebedürftige und ihre Angehörigen kann eine angespannte Kassenlage mittelbar Folgen haben, etwa wenn Beiträge steigen oder Leistungen und Eigenanteile politisch neu bewertet werden.
Die von der DAK geforderte Rückzahlung der Coronahilfen würde kurzfristig Liquidität schaffen, löst aber nicht das strukturelle Problem dauerhaft steigender Pflegeausgaben.
Pressespiegel: Einigkeit, Unterschiede und offene Fragentaz: „Kommission nimmt Arbeit auf: Pflegeversicherung in Not“ (27.10.2026)Der Beitrag ordnet die finanzielle Notlage vor allem als Folge steigender Zahlen von Pflegebedürftigen und wachsender Leistungsausgaben ein. Anders als die DAK-Meldung konzentriert er sich auf die strukturelle Reformdebatte und die Arbeit der Kommission.BR: „Pflegekommission soll bis Januar Reformvorschläge erarbeiten“ (27.10.2026)Der Bericht stellt das 13-köpfige Expertengremium und seinen Auftrag in den Mittelpunkt. Er bestätigt den politischen Reformdruck, nennt aber keine abweichende Berechnung der von der DAK erwarteten Finanzierungslücke.Gemeinsam ist den Beiträgen der Befund eines erheblichen Reformbedarfs. Unterschiede bestehen beim Schwerpunkt: Während die DAK eine kurzfristige Finanzspritze verlangt, richten die anderen Beiträge den Blick auf langfristige Strukturentscheidungen.