Paramount-Warner-Deal: Einigung mit zwölf US-Bundesstaaten erzielt
heute 19:44 Uhr, dts-nachrichtenagentur.de
Paramount und Warner Bros. Discovery haben sich mit einer Gruppe von US-Bundesstaaten auf Bedingungen für ihre 110-Milliarden-Dollar-Fusion geeinigt und erwarten den Vollzug Anfang Oktober. Die Unternehmen sagen unter anderem mehr Kinofilme und besondere Schutzmechanismen für die Unabhängigkeit von CNN und CBS News zu.
via dts Nachrichtenagentur
Paramount hat mit den Generalstaatsanwälten mehrerer US-Bundesstaaten, die gegen die Übernahme von Warner Bros. Discovery geklagt hatten, eine Einigung erzielt. Damit soll der Weg frei werden für den Abschluss der Fusion der beiden Medienkonzerne im Umfang von 110 Milliarden US-Dollar.Einigung mit US-BundesstaatenDer Generalstaatsanwalt des US-Bundesstaates Kalifornien, Rob Bonta, der eine Koalition von zwölf Bundesstaaten angeführt hatte, verkündete die Einigung am Montag in Los Angeles.
Die beteiligten Bundesstaaten hatten die Fusion aus kartellrechtlichen Gründen blockieren wollen und ihre Klage nun im Zuge der Vereinbarung zurückgezogen.Paramount und Warner gehen davon aus, dass das Geschäft Anfang Oktober in Kraft tritt. Die Fusion soll die Film- und Fernsehstudios von Paramount und CBS sowie den Streamingdienst Paramount+ mit den Studios und Sendern von Warner, darunter HBO, CNN und weitere Kabelnetzwerke, unter einem gemeinsamen Unternehmensdach bündeln.Verpflichtungen für Kino und NachrichtenIm Gegenzug für den Rückzug der Klage haben die Unternehmen Zusagen gemacht. So verpflichtet sich Paramount, jedes Jahr 30 Filme in die Kinos zu bringen.
Damit wird eine bestimmte Ausrichtung auf den klassischen Kinomarkt festgeschrieben, obwohl Streamingangebote für die Branche zunehmend an Bedeutung gewonnen haben.Zudem soll ein Gremium zur Wahrung der redaktionellen Unabhängigkeit eingerichtet werden, das speziell die Arbeit von CNN und CBS News im fusionierten Konzern schützen soll. Ziel dieser Auflage ist es, sicherzustellen, dass die Nachrichtenredaktionen trotz der größeren Unternehmensstruktur ihre journalistische Eigenständigkeit behalten können.Nächste Schritte zur FusionMit dem erzielten Vergleich ist ein wesentlicher juristischer Widerstand gegen die Fusion ausgeräumt. Weitere regulatorische Prüfungen und interne Umsetzungsprozesse gelten als Voraussetzungen dafür, dass der Zusammenschluss wie geplant Anfang Oktober vollzogen werden kann. Der neue Medienkonzern wäre danach sowohl im klassischen Fernsehgeschäft als auch im Streamingmarkt einer der größten Anbieter weltweit.
Die Einigung zwischen Paramount und den klagenden US-Bundesstaaten markiert einen entscheidenden Schritt auf dem Weg zu einer der größten Medienfusionen der jüngeren Zeit. Mit einem Volumen von 110 Milliarden US-Dollar würde der Zusammenschluss von Paramount und Warner Bros. Discovery einen neuen Schwergewichtskonzern im globalen Film- und Streamingmarkt schaffen.
Die dts-Meldung macht deutlich, dass vor allem kartellrechtliche Bedenken und die Sorge um mediale Machtkonzentration die Klage mehrerer Bundesstaaten ausgelöst hatten.Konzentration im Medien- und StreamingmarktMit der geplanten Fusion würden klassische TV-Marken wie CBS und Kabelsender wie HBO und CNN unter einem gemeinsamen Dach stehen, ebenso wie die Streamingangebote Paramount+ und der Warner-Streamingbereich. Das erhöht den Druck auf konkurrierende Plattformen wie Netflix, Disney+ oder regionale Anbieter und könnte den Wettbewerb um Inhalte und Abonnenten weiter verschärfen.
Zugleich zeigt die Einigung, dass die Bundesstaaten ihren Einfluss nutzen, um kulturelle und publizistische Ziele einzubringen: Die Verpflichtung, jährlich 30 Filme ins Kino zu bringen, stärkt ausdrücklich die Kinolandschaft gegenüber reinen Streaming-Strategien.Journalistische Unabhängigkeit als AuflageBesonders bemerkenswert ist die Zusage, ein Gremium zur Wahrung der redaktionellen Unabhängigkeit für CNN und CBS News einzurichten.
Damit reagieren die Beteiligten auf die verbreitete Sorge, dass große Medienfusionen die Vielfalt der Berichterstattung und die Unabhängigkeit von Nachrichtenredaktionen gefährden können.
Für Zuschauerinnen und Zuschauer in den USA und international ist die Entwicklung relevant, weil sich die Gewichte im globalen Mediengefüge verschieben und ein neuer Konzern entsteht, der zugleich Inhalte produziert, vertreibt und über mehrere Plattformen verbreitet.
Die konkrete Ausgestaltung des Unabhängigkeitsgremiums und der Kinoverpflichtung wird für die Praxis allerdings entscheidend sein.