Pantisano kritisiert VW-Zukunftsplan 2030 wegen Renditeziel von 9 Prozent

heute 07:25 Uhr, dts-nachrichtenagentur.de

Luigi Pantisano attackiert den von VW gebilligten Zukunftsplan 2030 wegen Renditevorgaben und drohender Folgen für Beschäftigte. Er fordert Standortgarantien, Investitionen in neue Produkte und ein Ende der Ausschüttungen an Aktionäre.

VW-Werk (Archiv)
VW-Werk (Archiv)
via dts Nachrichtenagentur

Der Vorsitzende der Linken, Luigi Pantisano, hat den vom VW-Aufsichtsrat gebilligten Zukunftsplan 2030 scharf kritisiert. Er warf dem Konzern vor, Beschäftigte für die Rendite zu opfern.Kritik an Renditeziel und StellenabbauPantisano sagte dem Redaktionsnetzwerk Deutschland, das Vorhaben sei kein Zukunftsplan, sondern respektlos gegenüber den Beschäftigten.

Die Eigentümer setzten das Renditeziel auf 9 Prozent hoch, schlossen gleichzeitig Werke und entließen Zehntausende, kritisierte er.Nach seinen Worten müsse VW niemanden entlassen, da der Konzern über Gewinnrücklagen von 155 Milliarden Euro verfüge. Stattdessen verlangte er Standort- und Arbeitsplatzgarantien für alle Mitarbeiter sowie den Stopp aller Auszahlungen an Aktionäre.Forderung nach NeuaufstellungDer Linken-Chef mahnte außerdem Investitionen in zukunftsfähige Produkte an. VW solle Geld, Beschäftigte und Werke für neue Fahrzeuge und Angebote nutzen, sagte er.Als Beispiele nannte er Züge, E-Busse und bezahlbare E-Autos. Der Konzern müsse darauf umstellen, wenn es den Verantwortlichen um Arbeitsplätze und Zukunftsfähigkeit gehe.Kritik an SPD und IG MetallPantisano beklagte zudem, dass die SPD unter dem niedersächsischen Ministerpräsidenten Olaf Lies das Entlassungsprogramm mittrage. Das zeige aus seiner Sicht, dass sich die Sozialdemokraten von jedem Anspruch einer Arbeiterpartei verabschiedet hätten.Auch das Agieren der IG Metall verunsichere ihn, weil er zuletzt starke Kritik an dem Plan wahrgenommen habe. Aus seinem Heimatort Waiblingen wisse er, was es für die Sicherheit der Menschen bedeute, wenn ein Unternehmen schließe.Ganze Regionen würden wirtschaftlich abrutschen, sagte Pantisano. Die Debatte verweist damit auf den grundlegenden Zielkonflikt der Autoindustrie: Der Umbau hin zu neuen Antrieben und Produkten kollidiert oft mit Renditeerwartungen und Arbeitsplatzsicherung.
Die Debatte um den VW-Zukunftsplan 2030 zeigt erneut, wie stark der Konzern zwischen Renditevorgaben, Beschäftigungssicherung und dem Umbau der Produktion unter Druck steht. Die Kritik von Luigi Pantisano zielt dabei auf den zentralen Konflikt: Investitionen in neue Produkte sollen mit der Frage nach sicheren Arbeitsplätzen und dem Umgang mit Standorten zusammengedacht werden.Für Volkswagen ist das Spannungsfeld nicht neu. Der Konzern muss zugleich auf Kostendisziplin, Elektromobilität und die Erwartungen der Eigentümer reagieren.

Gerade in einer Phase, in der die Autoindustrie ihre Modellpaletten, Werke und Lieferketten umstellt, werden Zielkonflikte zwischen Rendite und Beschäftigung politisch besonders sichtbar.Beschäftigung und StandortfrageDie Forderung nach Standort- und Arbeitsplatzgarantien verweist auf ein Grundproblem vieler industrieller Transformationen: Sobald Werke geschlossen oder Kapazitäten abgebaut werden, wirken die Folgen weit über einzelne Betriebe hinaus. Kommunen, Zulieferer und regionale Arbeitsmärkte geraten dann schnell unter Druck.Politische BedeutungDie Kritik an der SPD und an der IG Metall zeigt zudem, dass der Konflikt nicht nur ein betriebswirtschaftlicher ist. Er berührt die Frage, wie weit sich klassische Arbeitnehmerparteien und Gewerkschaften auf Sanierungs- und Umbaupläne einlassen, wenn zugleich Beschäftigte Verzichtsrisiken tragen.

Für die weitere Entwicklung wird entscheidend sein, ob VW den Umbau mit klaren Investitions- und Beschäftigungszusagen verbindet oder den Renditekurs weiter in den Vordergrund stellt.

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