ÖPNV legt im ersten Halbjahr 2026 auf 5,7 Milliarden Fahrgäste zu

heute 08:14 Uhr, dts-nachrichtenagentur.de

Der öffentliche Nahverkehr hat im ersten Halbjahr 2026 erneut mehr Fahrgäste gezählt, der Fernverkehr dagegen weniger. Besonders deutlich ist die unterschiedliche Entwicklung zwischen Alltagspendlern und Fernreisenden.

Haltestelle (Archiv)
Haltestelle (Archiv)
via dts Nachrichtenagentur

Im ersten Halbjahr 2026 sind in Deutschland rund zwei Prozent mehr Fahrgäste im Linienverkehr mit Bussen und Bahnen unterwegs gewesen als im Vorjahreszeitraum. Der Fernverkehr verzeichnete im selben Zeitraum einen Rückgang von zwei Prozent.Nahverkehr erreicht 5,7 Milliarden FahrgästeIm öffentlichen Personennahverkehr, der 99 Prozent des Linienverkehrs ausmacht, stieg das Fahrgastaufkommen auf insgesamt 5,7 Milliarden Fahrgäste. Drei Jahre nach Einführung des Deutschland-Tickets setzte sich damit zwar ein Zuwachs fort, der Anstieg fiel aber deutlich schwächer aus als in den ersten beiden Vorjahren.Im ersten Halbjahr 2024 hatte das Plus sechs Prozent betragen, im ersten Halbjahr 2025 ein Prozent. Die Zahl der Fahrgäste im Nahverkehr mit Eisenbahnen stieg im ersten Halbjahr 2026 um ein Prozent auf 1,4 Milliarden.Busse und Straßenbahnen legen ebenfalls zuAuch das Fahrgastaufkommen in Straßenbahnen erhöhte sich um ein Prozent auf rund zwei Milliarden Fahrgäste. Den Nahverkehr mit Bussen nutzten 2,7 Milliarden Fahrgäste, das entspricht einem Zuwachs von zwei Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum.Damit bleibt der ÖPNV im Volumen die mit Abstand wichtigste Säule des Linienverkehrs. Die Entwicklung zeigt zugleich, dass die Wachstumsdynamik im Nahverkehr zwar anhält, aber deutlich moderater geworden ist.Fernverkehr mit RückgangIm Fernverkehr sank die Zahl der Fahrgäste im ersten Halbjahr 2026 auf 75 Millionen. Im Eisenbahnfernverkehr fuhren 69 Millionen Fahrgäste und damit drei Prozent weniger als im Vorjahreszeitraum.Im Fernverkehr mit Bussen reisten rund 5,4 Millionen Fahrgäste, hier gab es ein Plus von zehn Prozent. Als Ursache für den Rückgang im Bahn-Fernverkehr dürften witterungsbedingte Beeinträchtigungen des Bahnbetriebs im ersten Quartal 2026 eine Rolle gespielt haben.
Im ersten Halbjahr 2026 ist der öffentliche Personennahverkehr in Deutschland weiter gewachsen, allerdings deutlich langsamer als in den beiden Vorjahren.

Das passt zu einem Markt, der nach dem Einführungsschub des Deutschland-Tickets offenbar in eine Phase moderaterer Entwicklung eingetreten ist.

Für den Verkehr insgesamt bleibt der Befund gemischt: Im Nahverkehr legten vor allem Busse und Straßenbahnen leicht zu, während der Fernverkehr im selben Zeitraum schrumpfte. Das zeigt, dass sich die Nachfrage im Alltagstransport stabiler entwickelt als auf längeren Strecken, die stärker auf Wetter, Bauarbeiten, Störungen und Preisentscheidungen reagieren.

Nachfrage im Nahverkehr stabilisiert sich
Die aktuellen Zahlen sprechen dafür, dass sich der Effekt des Deutschland-Tickets weiterhin im Markt niederschlägt, aber nicht mehr in Sprüngen wie im ersten Jahr nach der Einführung.

Wenn Zuwächse nach sechs Prozent und einem Prozent nun bei zwei Prozent liegen, deutet das auf eine Normalisierung hin, nicht auf einen Einbruch.

Fernverkehr bleibt anfälliger
Der Rückgang im Fernverkehr unterstreicht, wie sensibel diese Sparte auf operative Störungen reagiert. Für Bahn und Busunternehmen ist das relevant, weil die Entwicklung im Nah- und Fernverkehr sehr unterschiedliche Anforderungen an Planung, Kapazitäten und Zuverlässigkeit stellt. Für Fahrgäste bedeutet das vor allem: Der kurze Alltagsverkehr bleibt robust, der lange Reiseverkehr reagiert stärker auf äußere Belastungen.

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