Öffentliches Finanzvermögen steigt 2025 auf 1.199,1 Milliarden Euro
heute 08:08 Uhr, dts-nachrichtenagentur.de
Das Finanzvermögen von Bund, Ländern, Gemeinden und Sozialversicherung erreichte Ende 2025 insgesamt 1.199,1 Milliarden Euro. Besonders stark wuchs es beim Bund und bei den Ländern, während Nordrhein-Westfalen und Berlin Rückgänge verzeichneten.
via dts Nachrichtenagentur
Der öffentliche Gesamthaushalt verfügte zum Jahresende 2025 über ein Finanzvermögen von 1.199,1 Milliarden Euro gegenüber dem nicht-öffentlichen Bereich. Nach Angaben des Statistischen Bundesamtes stieg der Wert innerhalb eines Jahres um 66,8 Milliarden Euro beziehungsweise 5,9 Prozent.Bund baut Finanzvermögen ausDas Finanzvermögen des Bundes erhöhte sich um 27,4 Milliarden Euro oder 6,4 Prozent auf 457,2 Milliarden Euro. Ausschlaggebend waren insbesondere die Aufstockung der Liquiditätsreserve des Bundes und eine Eigenkapitalerhöhung bei der Deutschen Bahn AG.Länder entwickeln sich unterschiedlichDie Länder steigerten ihr Finanzvermögen um 23,4 Milliarden Euro oder 8,2 Prozent auf 307,5 Milliarden Euro. Die stärksten prozentualen Zuwächse verzeichneten Bremen mit 28,0 Prozent, Sachsen-Anhalt mit 25,0 Prozent und Niedersachsen mit 21,3 Prozent.In Bremen lag der Anstieg vor allem an empfangenen Barsicherheiten für Derivat-Geschäfte, die als liquide Mittel angelegt wurden.
Rückgänge gab es dagegen in Nordrhein-Westfalen um 6,0 Prozent, Berlin um 4,0 Prozent und Schleswig-Holstein um 0,9 Prozent.Kommunen und Sozialversicherung ebenfalls im PlusBei Nordrhein-Westfalen stand der Rückgang insbesondere mit der Verwendung von Finanzvermögen zur Kredittilgung in Zusammenhang. In Berlin wirkte sich maßgeblich aus, dass die BEN Berlin Energie und Netzholding GmbH seit 2025 nicht mehr zum Sektor Staat gehört und ihr Finanzvermögen deshalb nicht mehr dem Berliner Finanzvermögen zugerechnet wird.Das Finanzvermögen der Gemeinden und Gemeindeverbände stieg um 4,8 Milliarden Euro oder 1,9 Prozent auf 252,8 Milliarden Euro. Die Sozialversicherung verfügte zum Jahresende über 181,6 Milliarden Euro, 11,2 Milliarden Euro beziehungsweise 6,6 Prozent mehr als ein Jahr zuvor.Regionale Unterschiede bei den KommunenDie größten prozentualen Zuwächse beim kommunalen Finanzvermögen gab es in Schleswig-Holstein mit 10,2 Prozent, im Saarland mit 6,4 Prozent und in Brandenburg mit 5,3 Prozent. Einen Rückgang meldete das Statistische Bundesamt bei den Gemeinden und Gemeindeverbänden lediglich für Hessen mit 2,6 Prozent.
Das öffentliche Finanzvermögen umfasst liquide Mittel, Beteiligungen, Wertpapiere, Forderungen und weitere finanzielle Ansprüche des Staates gegenüber dem nicht-öffentlichen Bereich. Der Anstieg auf 1.199,1 Milliarden Euro bedeutet daher nicht, dass Bund, Länder, Kommunen und Sozialversicherung über einen frei verfügbaren Geldbestand in gleicher Höhe verfügen.Beim Bund erklärt sich der Zuwachs nach Angaben des Statistischen Bundesamtes unter anderem durch eine höhere Liquiditätsreserve sowie eine Eigenkapitalerhöhung bei der Deutschen Bahn AG. Das zeigt, dass Veränderungen des Finanzvermögens auch durch einzelne größere Beteiligungs- und Finanzierungsentscheidungen geprägt werden können.
Bei den Ländern fallen die Unterschiede besonders stark aus: Während Bremen, Sachsen-Anhalt und Niedersachsen deutliche Zuwächse verzeichneten, sank das Finanzvermögen in Nordrhein-Westfalen, Berlin und Schleswig-Holstein.Finanzvermögen und HaushaltslageEin höheres Finanzvermögen steht nicht automatisch für eine entspannte Haushaltslage. Entscheidend ist, welchen Verpflichtungen die Vermögenswerte gegenüberstehen, wie liquide sie sind und ob ihnen Schulden, laufende Ausgaben oder künftige Investitionsbedarfe gegenüberstehen.
Nordrhein-Westfalen nutzte Finanzvermögen zur Kredittilgung, während der Berliner Rückgang auch mit einer veränderten Zuordnung der BEN Berlin Energie und Netzholding GmbH zusammenhing.Für Bürgerinnen und Bürger ist vor allem die Entwicklung auf kommunaler Ebene relevant, weil Städte und Gemeinden Leistungen wie Schulen, Straßen, Betreuung und Verwaltung finanzieren.
Der moderate Zuwachs von 1,9 Prozent fällt deutlich geringer aus als die Steigerung bei Bund und Ländern. Die Zahlen liefern damit eine Bestandsaufnahme öffentlicher Finanzanlagen, ersetzen aber keine umfassende Bewertung der öffentlichen Finanzlage.