Niedrigwasser: Länder fordern Bundeshilfe und 1.000 Schiffe

20.10.26 13:26 Uhr, dts-nachrichtenagentur.de

Nordrhein-Westfalen verlangt vom Bund eine zügige Weiterentwicklung bestehender Strategien für Rhein und Binnenschifffahrt. Zudem soll die EU-Förderung den Bau von 1.000 Schiffen für geringe Wassertiefen ermöglichen.

Fahrwassertonnen (Archiv)
Fahrwassertonnen (Archiv)
via dts Nachrichtenagentur

Länder verlangen neue Maßnahmen gegen NiedrigwasserDie Länder wollen den Bund zu zusätzlichen Maßnahmen gegen Niedrigwasser bewegen.

Grundlage ist ein Antrag Nordrhein-Westfalens für die Verkehrsministerkonferenz, aus dem das Magazin Politico zitiert.NRW-Verkehrsminister Oliver Krischer sagte dem Magazin, man müsse „kurzfristig die Spielräume nutzen, die wir haben“. Die Verkehrsministerkonferenz soll den Bund auffordern, angesichts klimabedingt zunehmender Dürreperioden die Voraussetzungen für eine leistungsfähige Binnenschifffahrt zu sichern.Weiterentwicklung bestehender Pläne gefordertNach dem Antrag soll das Bundesverkehrsministerium den 8-Punkte-Plan „Niedrigwasser Rhein“ aus dem Jahr 2018 und den „Masterplan Binnenschifffahrt“ von 2019 zügig weiterentwickeln. Die Länder sollen dabei eingebunden werden.Bei der Überarbeitung des Bundesverkehrswegeplans soll der Bund außerdem die Befahrbarkeit der Bundeswasserstraßen bei Niedrigwasser verbessern. Unter Beteiligung der Bundesanstalt für Wasserbau und der Bundesanstalt für Gewässerkunde soll dafür eine gesamthafte Strategie entstehen.Anzeige | trading-house BörsenakademieKostenlose Trading-Webinare für PrivatanlegerLive lernen, live fragen.

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Niedrigwasser ist für die deutsche Binnenschifffahrt kein reines Umweltproblem, sondern wirkt unmittelbar auf Lieferketten, Energieversorgung und regionale Preise. Sinkende Pegelstände verringern den Tiefgang der Schiffe; Transporte müssen dann auf mehrere Fahrten verteilt, auf andere Verkehrsträger verlagert oder zeitweise eingeschränkt werden.Besonders relevant ist der Rhein als zentrale europäische Verkehrsachse. Er verbindet Industrie- und Hafenstandorte und wird unter anderem für den Transport von Rohstoffen, Energieprodukten und Industrieerzeugnissen genutzt. Einschränkungen auf der Wasserstraße können deshalb über die betroffenen Häfen und Unternehmen hinaus wirken.Infrastruktur und Flotten im FokusDer NRW-Antrag zielt auf mehrere Ebenen: Der Bund soll bestehende Strategien weiterentwickeln, die Befahrbarkeit der Bundeswasserstraßen bei niedrigen Pegeln verbessern und die Länder stärker einbinden.

Eine gesamthafte Strategie unter Beteiligung der Bundesanstalten für Wasserbau und für Gewässerkunde würde technische, planerische und hydrologische Fragen zusammenführen.Die Forderung nach EU-Förderung für 1.000 niedrigwassergehende Schiffe richtet sich zugleich auf die Flottenstruktur. Solche Schiffe können Transporte bei geringeren Wassertiefen erleichtern, ersetzen aber keine Maßnahmen an Wasserstraßen und Häfen.

Für Verbraucher und Unternehmen bleibt entscheidend, ob die angekündigte Weiterentwicklung in konkrete Bau-, Förder- und Planungsentscheidungen mündet.

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