16.09.2020 - 12:37 Uhr

Kreislaufwirtschaft: Baustoffrecycling braucht mehr als nur guten Willen

Berlin - "Die geplante Novelle des Kreislaufwirtschaftsgesetzes verpasst leider die Chance, bessere Voraussetzungen f?r einen stabilen Absatzmarkt f?r Recyclingbaustoffe zu schaffen. G?tegesicherte und zertifizierte Recyclingbaustoffe bleiben dadurch weiterhin unattraktiver Abfall und somit gegen?ber Prim?rbaustoffen zweite Wahl." Dieses erkl?rte der Hauptgesch?ftsf?hrer des Zentralverbands Deutsches Baugewerbe, Felix ...

Berlin - "Die geplante Novelle des Kreislaufwirtschaftsgesetzes verpasst leider die Chance, bessere Voraussetzungen f?r einen stabilen Absatzmarkt f?r Recyclingbaustoffe zu schaffen. G?tegesicherte und zertifizierte Recyclingbaustoffe bleiben dadurch weiterhin unattraktiver Abfall und somit gegen?ber Prim?rbaustoffen zweite Wahl." Dieses erkl?rte der Hauptgesch?ftsf?hrer des Zentralverbands Deutsches Baugewerbe, Felix Pakleppa, vor der morgigen 2. und 3. Lesung des Gesetzes im Bundestag.

In Deutschland fallen bei der Modernisierung, bei Renovierung und Neubau, aber auch bei Abbruchma?nahmen j?hrlich rund 220 Millionen Tonnen mineralische Abf?lle an. Deren schadlose Entsorgung wird ?ber das Kreislaufwirtschaftsgesetz (KrWG) geregelt, bei dem eine m?glichst hochwertige Kreislauff?hrung der Stoffstr?me angestrebt wird. Das Kreislaufwirtschaftsgesetz ist das zentrale Gesetz im Abfallbereich, dessen Novellierung l?ngst ?berf?llig ist. Die Frist der Bundesregierung, die Europ?ische Abfallrahmenrichtlinie umzusetzen, ist bereits mit dem 05. Juli 2020 verstrichen. Nun steht am 17. September die Abstimmung zum Entwurf des Gesetzes zur Umsetzung der Abfallrahmenrichtlinie im Bundestag im Rahmen der 2. und 3. Lesung an.

Mit der Novellierung des Kreislaufwirtschaftsgesetzes wird auf die deutliche St?rkung des Recyclings und der Ressourceneffizienz abgezielt. Kreislaufwirtschaft im Bau bedeutet, dass Abf?lle m?glichst vermieden werden und das bestehende "Rohstofflager" der bebauten Umwelt erneut f?r Geb?ude und Infrastruktur genutzt wird. Wertvolle Prim?rrohstoffe werden so geschont und weite Transportwege vermieden.

"Trotz des politischen Bekenntnisses zu einer erstklassigen Kreislaufwirtschaft fehlt es dem vorliegenden Entwurf an Konsequenz," so Pakleppa.

So soll der Bund bei seinen Bauvorhaben mit einer konditionierten Bevorzugungspflicht f?r Recyclingmaterialien st?rker in die Verantwortung genommen werden. Diese darf aber nicht mit unzumutbaren Mehrkosten verkn?pft sein. "Eine deutliche Steigerung des Baustoffrecyclings kann nur gelingen, wenn diese Vergabepraxis weiter greift. Auch L?nder und Kommunen m?ssen diese Pflicht ernsthaft mittragen und rechtlich verankern," erg?nzte Andreas Pocha, Gesch?ftsf?hrer des Deutschen Abbruchverbands.

Pocha weiter: "Leider vers?umt es der Gesetzentwurf auch, die abfallrechtliche Verantwortlichkeit den Bauherren zuzuordnen. Damit wird auch weiterhin darauf verzichtet, bereits in der Planungsphase ein kosten- und ressourceneffizientes Entsorgungskonzept mit einer m?glichst hohen Baustoffrecyclingquote festzulegen."

Pakleppa erg?nzte: "Sowohl die Mantelverordnung als auch indirekt das Kreislaufwirtschaftsgesetz sollen das Baustoffrecycling deutlich f?rdern. Beide Vorhaben m?ssen daf?r wesentlich st?rker an die Realit?t der Bauwirtschaft angepasst werden."

Pressekontakt:

Dr. Ilona K. Klein Leiterin Presse- und ?ffentlichkeitsarbeit Zentralverband Deutsches Baugewerbe Kronenstr. 55-58 10117 Berlin Telefon 030-20314-409, Fax 030-20314-420 Mobil: 0049 172 2144601 eMail mailto:klein@zdb.de

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