26.03.2020 - 13:51 Uhr

Polizeiinspektion Northeim / Die Polizeiinspektion Northeim ...

Die Polizeiinspektion Northeim stellt die Verkehrsunfallstatistik 2019 vor

Northeim - Leichter Anstieg bei den Unfallzahlen - weniger Unfälle mit Personenschäden - fünf Getötete mehr als in 2018 - Polizei intensiviert Bekämpfung der Hauptunfallursachen

Unfallentwicklung

Die Unfallsituation in der PI Northeim war annähernd gleich wie im Vorjahr. Die Polizei registrierte im vergangenen Jahr 3.220 Verkehrsunfälle (VU). Diese Zahl bedeutet einen leichten Anstieg von rund 3,7 Prozent gegenüber dem Vorjahr (3.104 VU). Meist blieb es bei Blechschäden. 1.844-mal krachte es auf Innerortsstrecken, 1.373-mal außerhalb von Ortschaften.

Hauptunfallursachen

Die Hauptunfallursachen waren Vorfahrtverstöße (193), falsches Abbiegen (69), zu geringer Abstand (732) sowie überhöhte oder nicht angepasste Geschwindigkeit (188). Hinzu kommen Verkehrsunfälle durch Ablenkung und unter dem Einfluss von Alkohol, Medikamenten oder Drogen.

Verkehrsunfälle mit Personenschäden

Die Zahl der Unfälle, bei denen Menschen verletzt wurden, ist mit 433 VU gegenüber dem Vorjahr (442) leicht um rund 2 Prozent gefallen.

Der niedrige Trend der Verkehrstoten hat sich nicht fortgesetzt. So waren es 2019 elf Getötete, 2018 waren es lediglich sechs Verkehrsteilnehmer. Drei Menschen starben als Führer oder Insasse eines Pkw. Außerdem ließen sechs Motorradfahrer/-innen, der Fahrer eines Kleintransporters sowie ein Fußgänger ihr Leben auf den Straßen des Landkreises Northeim.

Polizeioberrat Niklas Fuchs, Leiter Einsatz der PI Northeim, erklärte hierzu: "Wir werden als Polizei alle Anstrengungen unternehmen, um dieser negativen Entwicklung entgegen zu treten. Wir wollen mit unseren Überwachungsmaßnahmen Menschenleben retten.

Trotz dieses negativen Trends und dem Umstand, dass die Zahl von Verkehrsunfällen mit schwerem Personenschaden (mindestens 1 Person wurde getötet oder schwerverletzt) noch bis vorigen Jahres eine leicht steigende Tendenz aufwies, konnte dieser Anstieg im abgelaufenen Jahr gebremst werden. 2019 ereigneten sich 96 Unfälle dieser sogenannten VUSP (Verkehrsunfälle mit schwerem Personenschaden). Das war ein Unfall weniger als im Vorjahr.

Verkehrsunfälle mit schwerem Personenschaden (VUSP)

Rückläufig war die Zahl der Schwerverletzten. Sie reduzierte sich auf 99, das waren vier weniger als im Jahr 2018.

Unfälle nach Ortslage

Unfallschwerpunkte waren wieder einmal die Außerortsstrecken mit ihrem weiten Netz an Landstraßen. So fanden auch 2019 fast alle Unfälle mit schwersten Folgen auf den Kreis-, Landes- und Bundesstraßen statt. Außerhalb geschlossener Ortschaften starben sechs Menschen auf den Straßen im Kreisgebiet. Auf das Straßennetz im Landkreis Northeim entfallen rund 417 km auf Kreisstraßen, 173 km auf Landesstraßen und 184 km Bundesstraßen. Ferner ist zu berücksichtigen, dass das Straßennetz im Landkreis Northeim zeitweise durch die Baumaßnahmen im Bereich der BAB 7 stark frequentiert war und der Fahrzeugverkehr in diesen Phasen deutlich zunahm.

Risikogruppen

Bei der Betrachtung der so genannten Risikogruppen waren entgegen 2018 insgesamt etwas mehr Verkehrsteilnehmer als Beteiligte bei einem Unfall zu verzeichnen. Sowohl bei den jungen Fahrern (18-24 Jahre) als auch bei den Senioren (über 65 Jahre) waren leicht steigende Zahlen zu verzeichnen.

Die Zahlen im Einzelnen: Junge Fahrer: 647 (593), Senioren 710 (705).

"Gemessen an ihrem Anteil an der Gesamtbevölkerung ist die Gruppe der jungen Fahrer nach wie vor überproportional stark am Verkehrsunfallgeschehen beteiligt. Dieser Altersgruppe gilt daher im Rahmen von präventiven und repressiven Maßnahmen unsere besondere Aufmerksamkeit", so Fuchs.

Wenn auch vermehrt die Beteiligung von älteren Verkehrsteilnehmern im Fokus der Öffentlichkeit steht, ist festzustellen, dass diese "Risikogruppe" in der VU-Statistik der PI Northeim bislang keine bedeutende Rolle spielt. Gleichwohl haben Präventionsveranstaltungen stattgefunden, die diese Risikogruppe in den Fokus genommen hat. So fand im September des vergangenen Jahres unter Beteiligung der Polizei das Projekt "Fit im Auto" der Landesverkehrswacht in Einbeck statt.

Baumunfälle

Die Zahl der Baumunfälle außerhalb geschlossener Ortschaften ist von 2018 auf 2019 sehr deutlich um 13 Unfälle auf nunmehr 37 gesunken, 50 waren es noch 2018. Beim Blick auf die zurückliegenden Jahre stellen wir fest, dass wir ähnliche Zahlen auch in den vergangenen Jahren registrieren konnten. Diese Problematik wird auch weiterhin in unserem besonderen Blickfeld stehen.

Wildunfälle

703 Wildunfälle wurden im letzten Jahr gezählt. Das entspricht einem Anteil von über 20% der aufgenommenen Verkehrsunfälle. Im Vergleich zum Unfalljahr 2018 bedeutet diese Zahl einen Anstieg der Wildunfälle um 13% (2018 waren es 621 Wildunfälle). Somit bleibt diese Unfallzahl auch weiterhin auf einem relativ hohen Niveau. Jährlich kommt die Wildunfallkommission zusammen, in der u. a. die PI Northeim, Vertreter des Landkreises Northeim und der Jägerschaft sowie weitere Kooperationspartner über Maßnahmen gegen diese Art der Unfälle entscheiden.

Alkohol-/ Drogeneinfluss

Im Jahr 2019 stellte die Polizei insgesamt 132 Fahrer fest, rund 17 % mehr als 2018 (113 VT), die unter Alkoholeinwirkung standen. Auch bei den unter dem Einfluss von Drogen stehenden Fahrzeugführern gab es ebenfalls einen sehr deutlichen Anstieg um fast 31% von 104 entdeckten Drogenfahrten 2018 auf 136 Fahrten im letzten Jahr.

"Diese Feststellungen belegen eindeutig, dass durch gezielte und ständige Ausbildung der Beamtinnen und Beamten in den Einsatz- und Streifendiensten Ausfallerscheinungen durch Drogenkonsum bei Verkehrskontrollen und bei Verkehrsunfallaufnahmen schnell erkannt werden", erläuterte Polizeioberrat Fuchs.

Die Feststellung von Fahrzeugführenden, die unter dem Einfluss von Alkohol und/oder anderen berauschenden Mitteln stehen, wird auch in diesem Jahr wieder einen Schwerpunkt in der polizeilichen Verkehrsüberwachung einnehmen, sodass mit der Überprüfung im Rahmen von Verkehrskontrollen zwingend gerechnet werden muss.

Unerlaubtes Entfernen vom Unfallort

Bei jedem fünften Verkehrsunfall, den die Beamten und Beamtinnen der Polizeiinspektion Northeim aufnehmen mussten, flüchtete ein Beteiligter (meist der Verursacher) von der Unfallstelle. Allerdings hat sich der kontinuierliche Anstieg der Unfallfluchten der letzten Jahre 2019 etwas abgeschwächt. Die Zahlen des abgelaufenen Jahres bewegen sich in etwa auf dem Niveau des Vorjahres. Insgesamt zählte die Polizei 662 Fluchten, 2018 waren es 659. Die Aufklärungsquote belief sich im letzten Jahr auf 41,7%, 2018 waren es 45,8%.

"Das unerlaubte Entfernen vom Unfallort ist keine Bagatelle, es ist eine Straftat. Die Folge können eine Freiheitsstrafe bis zu drei Jahren, eine Geldstrafe, eine Entziehung der Fahrerlaubnis und Punkte in Flensburg sein. Einen wesentlichen Beitrag zur Aufklärung dieser Taten können Zeugen leisten, die ihre Beobachtungen unverzüglich der Polizei mitteilen und die Aufnahme von Ermittlungen unterstützen. Auf diese Weise kann verhindert werden, dass Geschädigte auf den entstandenen Kosten sitzen bleiben", erläuterte Polizeioberrat Niklas Fuchs.

Ablenkung im Straßenverkehr

Eines der größten Probleme im heutigen Straßenverkehr sind und bleiben die "Ablenkungsverstöße" durch die Nutzung des Smartphones am Steuer. So wurden im vergangenen Jahr mit 1065 Fällen gegenüber dem Vorjahr (784 Verstöße) rund 36 % mehr Verfahren eingeleitet. Selbst die Anhebung des Bußgeldes auf 100 Euro und 1 Punkt hat somit noch nicht den gewünschten Erfolg gebracht. Unfallforscher des DVR (Deutscher Verkehrssicherheitsrat) schätzen, dass bei jedem vierten schweren Unfall Unachtsamkeit oder Ablenkung eine Rolle spielt. Nicht nur Pkw oder Lkw-Fahrer, sondern auch Radfahrer und Fußgänger gehen durch Ablenkung ein hohes Risiko ein, Opfer eines Unfalls zu werden. Die Polizei wird deshalb nicht nur bei Kontrollen, sondern auch bei Verkehrsunfällen ein großes Augenmerk auf die Einhaltung des Handyverbots richten und prüfen, ob Smartphones bei Unfällen eine Rolle gespielt haben.

"Wir haben unsere Überwachungsmaßnahmen nochmals deutlich intensiviert und werden auch in diesem Jahr wiederum einen Schwerpunkt in der Ahndung der Ablenkungsverstöße setzen. Ablenkung zählt zu den Hauptunfallursachen bei den schweren Verkehrsunfällen", so Polizeioberrat Fuchs.

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