28.05.2021 - 18:32 Uhr

Bischof Wilmer zu den Vereinbarungen der Bundesregierung mit Namibia

Bonn - Der Vorsitzende der Deutschen Kommission Justitia et Pax, Bischof Dr. Heiner Wilmer SCJ (Hildesheim), hat heute (28. Mai 2021) die Vereinbarungen der Bundesregierung mit Namibia begr??t. Sie seien ein bedeutsamer Schritt in der langfristigen gemeinsamen Auseinandersetzung mit dem kolonialen Erbe. "Das Abkommen ...

Bonn - Der Vorsitzende der Deutschen Kommission Justitia et Pax, Bischof Dr. Heiner Wilmer SCJ (Hildesheim), hat heute (28. Mai 2021) die Vereinbarungen der Bundesregierung mit Namibia begr??t. Sie seien ein bedeutsamer Schritt in der langfristigen gemeinsamen Auseinandersetzung mit dem kolonialen Erbe.

"Das Abkommen mit Namibia und insbesondere die offizielle Anerkennung, dass das deutsche Kolonialregime einen V?lkermord an den Herero und Nama begangen hat, stellt einen wichtigen Fortschritt dar. Die Bundesregierung stellt sich konkret der historischen Verantwortung. Das verdient Respekt", so Bischof Wilmer. "Mit diesem Abkommen ist eine wichtige Wegmarke gesetzt auf einem Weg, den die Gesellschaften in Namibia und Deutschland in Zukunft miteinander gehen m?ssen. Das wahrhaftige Anerkennen von Schuld und Verantwortung macht den Weg frei f?r weitere Schritte der Zusammenarbeit und der Vers?hnung." Bischof Wilmer f?gte hinzu, dass das Abkommen ?ber Deutschland und Namibia hinaus ein ermutigendes Beispiel beim Umgang mit dem toxischen kolonialen Erbe darstelle. "Die Folgen der Kolonialgeschichte pr?gen viele Gesellschaften sowie die internationalen Beziehungen nachhaltig. Sie stellen oftmals eine empfindliche St?rung unserer gemeinsamen Handlungsf?higkeit dar. Eine aufrichtige und selbstkritische Auseinandersetzung mit dieser komplexen Geschichte ist eine Voraussetzung f?r den Aufbau vertrauensvoller Beziehungen. Das schlie?t ausdr?cklich die europ?ische Dimension dieser Thematik mit ein", sagte Bischof Wilmer.

"Das Abkommen wird seine produktive Wirkung allerdings nur dann entfalten, wenn es von den gesellschaftlichen Akteuren in Deutschland und Namibia mit Leben gef?llt wird. Denn der Umgang mit den Folgen des Kolonialismus kann nur gemeinsam geschehen und ist keineswegs nur eine Aufgabe des Staates. Die katholische Kirche wird sich in diesen Prozess einbringen", so Bischof Wilmer. Die Deutsche Kommission Justitia et Pax, getragen von der Deutschen Bischofskonferenz und dem Zentralkomitee der deutschen Katholiken, arbeite derzeit zusammen mit den Hilfswerken und den weltkirchlichen Partnern an konkreten Vorhaben in diesem Feld.

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