29.04.2021 - 17:30 Uhr

Wertanlage unter der Lupe: der ETF Sparplan

Gibt es Anlagearten, die sowohl sicher als auch lukrativ sind? Die Stiftung Warentest meint, ja - beim ETF Sparen kann das Kapital langsam, aber sicher wachsen - so funktioniert es.

Auf der Suche nach der passenden Anlage müssen Interessenten sich vor allem mit der Frage auseinandersetzen, ob sie lieber mit Risiko investieren oder den sicheren Weg wählen. Zweiteres ist zwar gut gegen Verluste abgesichert, trägt aber nur selten zu einem spürbaren Anwachsen des Kapitals bei. Wer sich nicht entscheiden kann, findet in ETF Sparplänen einen guten Kompromiss. Stiftung Warentest bezeichnet diese Art der Geldanlage als den "Königsweg des Fondssparen", und das nicht umsonst.

 
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Was ist ein ETF überhaupt?

ETFs bieten Anlegern die Chance, kleinschrittig, aber stet Vermögen aufzubauen. Das Prinzip der ETF Sparpläne ähnelt dem gewöhnlicher Banksparpläne, bezieht sich aber auf Börsenindizes. Schon ab wenigen Euro monatlich können Anleger damit beginnen, beim Anbieter für den ETF Sparplan Geld einzuzahlen. Auch quartalsmäßige Einzahlungen sind gängig. Im Depot des Anlegers liegen dann Börsenwerte, die einen Querschnitt durch die gewählte Börse abbilden. Dabei hat man die Möglichkeit, zwischen dem DAX oder auch in weltweite Aktienmärkte zu investieren. Anders als beim normalen Aktienhandel ist bei dieser Sparweise ein Broker zwischengeschaltet, welcher das einbezahlte Kapital quer durch den Aktienmarkt streut, um somit für ein Minimum an Risiko zu sorgen.

Worin liegen die Vorteile eines ETFs?

Nicht umsonst hat die Stiftung Warentest das ETF Sparen so gut bewertet. Der Sparplan bietet nämlich diverse Vorteile für Anleger:

·         Hohe Flexibilität beim Budget:

Der Inhaber kann sowohl kleine Beträge sparen als auch große Beträge

·         Zeitliche Flexibilität:

Beim ETF Fondssparen gibt es keine fixe Laufzeit, sodass der Anleger seinen Sparplan jederzeit starten, stoppen oder abändern kann

·         Liquidität:

Muss oder möchte ein Anleger sein Depot stilllegen, kann er sich sein Sparkapital jederzeit auszahlen lassen, denn dieses ist nicht gebunden

·         Günstig:

Sparplan Depots sind bei Online-Brokern meist kostenlos, die allgemeinen Kostenquoten gering – oft fallen keine Transaktionskosten an

·         Sicherheit:

Durch die breite Streuung des Sparkapitals auf Wertpapiere verschiedener Märkte, Branchen und Unternehmen werden einzelne Verluste durch Gewinne anderer Wertpapiere kompensiert

·         Kein Vorwissen nötig:

Der Broker kümmert sich um die Wahl der Börsenwerte

Gibt es beim ETF Sparen auch Nachteile?

Keine Wertanlage ist in allen Aspekten perfekt. Es kommt vielmehr darauf an, eine Anlageart für sich zu finden, welche den eigenen Anforderungen bestmöglich entspricht. Für viele Privatanleger trifft das beim ETF Fondssparen zu. Das bedeutet aber nicht, dass ETFs für jeden geeignet sind. Vor allem risikofreudige Anleger entscheiden sich oft gegen einen ETF - warum? Durch die breite Streuung des Sparkapitals sinkt das Risiko für finanzielle Verluste zwar maßgeblich, doch ebendiese Funktionsweise des Sparplans kann auch größere Gewinne ausbremsen. Legen einzelne Werte im Depot massiv an Wert zu, können Verluste bei anderen Aktien diese Gewinne wieder reduzieren. Dazu kommt, dass Broker meist auf ziemlich sichere Pferde setzen und deshalb relativ wertstabile Aktien in den Fond packen – so schützen sie das Kapital ihrer Kunden. Ein steter und zuverlässiger Wertzuwachs ist für viele Menschen das Nonplusultra beim Sparen. Wer jedoch gerne all in geht und mit volatilen Werten traden möchte, ist beim normalen Aktienhandel vielleicht besser aufgehoben.

So kann man das Beste aus dem ETF Sparen herausholen

Spielt man mit dem Gedanken, in einen ETF Sparplan investieren zu wollen, sollte man sorgfältig vorgehen. Idealerweise sollten die erzielten Gewinne ja zum Plus führen und deshalb alle möglichen anfallenden Kosten auf jeden Fall abdecken. Deshalb ist es wichtig, bei der Depot Eröffnung auf die nachfolgenden Dinge zu achten:

·         Kostenloses Depot:

Spart man sich die Depotgebühren, verursacht der Sparplan keine laufenden Kosten

·         Breite Indizes:

Je vielseitiger die Werte, in die der Broker für einen investiert, desto besser kann sowohl die risikomindernde Wirkweise der Streuung als auch die Kapitalsteigerung wirken – viele Anleger investieren deshalb gerne in den Weltmarkt statt nur in den DAX: Läuft es auf einem der Märkte nicht gut, können andere Märkte dies wieder ausgleichen

·         Investieren bei Marktschwäche:

Sinken die Preislinien an der Börse, werden Anleger nervös, doch beim ETF gilt: antizyklisch investieren. Im Klartext bedeutet das, man erhöht die Sparrate, wenn es dem Markt gerade nicht so gut geht – kommt der Aufschwung, profitiert man von günstig gekauften Werten, die wieder an Fahrt aufnehmen.