10.05.2022 - 14:00 Uhr

Fomo an der Börse: Wieso man nicht jedem Trend hinterher laufen sollte!

 
Quelle: Unsplash.com

Auf dem Aktienmarkt gibt es immer wieder Trends, bei denen einzelne Firmen oder gesamte Branchen einen starken Wertanstieg verzeichnen können. Vor allem Kleinanleger tun sich allerdings schwer, den richtigen Zeitpunkt für den Einstieg zu finden. Für viele scheint Casino Online spielen und der Handel mit Aktien nahezu dasselbe zu sein. Mit etwas Übung hat der Anleger allerdings meist das Glück in der eigenen Hand. Wir erklären deshalb, wieso man nicht jedem Aktientrend hinterherlaufen sollte!

Die Angst vor dem Verpassen

Fear of missing out (Fomo) ist ein seit Jahrzehnten bekanntes psychologisches Phänomen, welches sich etliche marktwirtschaftliche Branchen zunutze machen. So ist zum Beispiel ein Countdown, der im Online-Shop vor dem Ablauf des Angebots warnt, größtenteils nur aus diesem Grund platziert. Somit soll beim potenziellen Käufer eine Art Angst ausgelöst werden, das Angebot verpassen zu können. Heutzutage sind daher Countdowns und zeitliche Begrenzungen im Online-Handel an der Tagesordnung.

Ein solches Phänomen kann allerdings auch bei Anlegern auftreten, die sich durch ihre Investition einen Gewinn versprechen. Wer auf den sozialen Medien unterwegs ist und die Erfolge anderer Anleger sieht, könnte schnell das Gefühl bekommen, auch in den Handel mit Aktien einsteigen zu wollen. Nicht selten entstehen hierbei unüberlegte Investitionen, die häufig kaum gewinnbringend sind. Teilweise kommt es durch solche Fomo-Käufe auch zu herben Verlusten.

Oftmals ist es schon zu spät

Wer durch die aktuellen Nachrichten oder andere Quellen von einem enormen Anstieg bestimmter Wertpapiere erfährt, kann die Pläne für die Investition in diese Aktie quasi sofort wieder verwerfen. Schließlich ist es in diesem Fall häufig schon zu spät, um einen sicheren Gewinn mitnehmen zu können.

Denn sobald eine solche Nachricht die Runde macht, sind es häufig nur noch Kleinanleger, welche in die Spekulation einsteigen. Hier sind zwar zum Teil auch noch ordentliche Gewinne zu erzielen, hierfür muss die Investition allerdings zu einem sehr frühen Zeitpunkt unmittelbar nach der Veröffentlichung der Nachrichten getätigt werden. Somit besteht die Chance, dass einige Privatanleger zu spät handeln und erst nachdem der eigene Kauf abgeschlossen wurde ins Geschäft einsteigen.

Die nächste Chance kommt garantiert

Empfehlenswert ist es jedoch, geduldig auf den nächsten Hype eines Unternehmens zu warten. Bei der Vielzahl von verschiedenen Handelsplätzen und börsennotierten Firmen gibt es regelmäßig die Chance, durch kluge Investitionen Geld verdienen zu können. Es ist also keinesfalls notwendig, den aktuellen Trend mitzugehen, um viel Geld mit Aktien verdienen zu können.

Zwar sind hohe Ausschläge wie das erst vor kurzem aufgetretene Phänomen der GameStop Aktie ziemlich selten, kleinere Kursanstiege von bis zu 30 % kommen allerdings relativ häufig vor. Es ist also keinesfalls dramatisch, auf den nächsten Trend einer Aktie zu warten, sollte es mit der aktuellen Investition nicht früh genug geklappt haben. Die Geduld bietet nicht nur die Chance auf einen Gewinn im nächsten Hype, sondern bewahrt den Anleger auch vor einer viel zu späten Investition, die sich negativ auszahlen würde.

Aktien-Trends lösen Achterbahnfahrten aus

Wer einen Blick auf Aktien wie GameStop wirft, wird sich an eine Achterbahnfahrt erinnert fühlen. Denn meistens bringen die riesigen Hypes nur einen kurzen Kursanstieg mit sich, ehe der Preis des Wertpapiers in der Regel wieder auf seinen Ausgangswert fällt. Wer also nicht nur eine kurze Investition, sondern auch eine Vorsorge fürs Alter anstrebt, sollte sich von solch schnelllebigen Trends distanzieren.

Beispiele wie GameStop haben bereits zu oft bewiesen, wie schnell sich ein kurzer Hype dem Ende neigen kann. Wer den richtigen Zeitpunkt zum Aktienkauf verpasst, hat somit schlechte Karten, überhaupt noch einen Gewinn erzielen zu können. Vor allem Aktien, die zuvor kaum bekannt waren, neigen nach dem Trend wieder stark nachzulassen.

Bloß nicht den Überblick verlieren

Jedem Trend hinterherzulaufen bedeutet im schlimmsten Fall auch, irgendwann die Kontrolle über die eigenen Investitionen zu verlieren. Wer bei jedem Hype einsteigt, sitzt möglicherweise schon schnell auf einem Berg von verschiedenen Aktien. Somit fehlt schnell der Überblick, welche Transaktionen überhaupt getätigt werden müssen.

Zwar ist es immer ratsam, das eigene Kapital nicht nur in eine Aktie zu verteilen, zu viele Baustellen auf einmal sind allerdings auch nicht gerade förderlich. Vor allem dann nicht, wenn die Anlagen von einem Privatanleger ohne viel Erfahrung verwaltet werden. Hier kann eine zu große Anzahl von verschiedenen Investitionen dazu führen, dass der passende Zeitpunkt zum Verkauf nicht wahrgenommen werden kann.

Da im eigenen Portfolio nicht nur Aktien mit starken Schwankungen enthalten sein sollten, hält sich die Zahl der hochspekulativen Wertpapiere also im Idealfall in Grenzen. Empfohlen werden in der Regel eine Anzahl von etwa 5-10 Aktien, die aktuell Schwankungen unterliegen.

Fomo führt zu unkontrollierten Handlungen

Während Fomo beim Online-Shopping durch die Händler bewusst provoziert wird, tritt das Phänomen bei interessierten Kleinanlegern vollkommen ohne Fremdinteresse auf. Vor allem die innere Gier nach mehr und mehr Geld sorgt dafür, dass wir Angst haben, durch ausbleibende Investition einen möglichen Gewinn verpassen zu können. Eigentlich ist es allerdings relativ egal, wodurch das Phänomen Fomo ausgelöst wird - der Effekt bleibt immer der gleiche.

Häufig werden somit aufgrund von emotionalen Handlungen die falschen Entscheidungen getroffen. Wer beispielsweise besonders an den Hype einer aktuellen Aktie glaubt, wird sich womöglich sogar mit einem Kredit verschulden, um die Investition tätigen zu können. Sollte der Plan anschließend nicht aufgehen, haben die Anleger meist entweder ihre Bonität, oder im schlimmsten Fall sogar noch mehr verloren. Es ist also immer ratsam, nicht auf das Verlangen nach Geld zu hören, sondern die Entscheidungen bewusst zu treffen.

So wird Fomo ausgeblendet!

Vor allem bei der Intention, eine Art Altersvorsorge erschaffen zu können, hilft die Erstellung eines Plans, um die kontrolle über die eigenen Kapitalanlagen behalten zu können. Außerdem verhindert die Tatsache, dass von vornherein feststeht, welche Aktien wann gekauft werden sollen, dass durch Fomo unüberlegte Spontankäufe entstehen. Diese sollten beim Trading schließlich immer vermieden werden.

Nur selten bringt Fomo im Aktienhandel tatsächliche Gewinne. Oftmals entsteht dieses Gefühl erst, wenn bereits viele andere in eine bestimmte Aktie investiert haben. Somit ist der richtige Zeitpunkt bereits verpasst und eine Investition nicht mehr rentabel. Wer es schafft, Fomo zu ignorieren, wird beim Handel mit Aktien deutlich sicherer fahren können.