19.10.2020 - 12:32 Uhr

Chinesische Konjunkturdaten sorgen für eine positive Entwicklung des DAX

DAX springt nach dem Bekanntwerden der Entwicklung der chinesischen Konjunkturdaten zu Kursbeginn über die 13.000-Punkte.

Trotz Befürchtungen über einen bevorstehenden teilweisen zweiten Corona-Lockdown, bleiben die Aktienmärkte weiterhin auf einem leichten Erholungskurs. Die Bekanntgabe der aktuellen chinesischen Wirtschaftsdaten, hat im Bereich der exportorientierten Werte zu einer deutlich positiveren Grundstimmung geführt.
Die am Freitag nagedeutete Markterholung setzte sich zu Handelsbeginn fort und der DAX konnte zu Beginn die Marke von 13.000 Punkten übertreffen. Nach dem turbulenten Auftakt der Woche, etablierte sich der DAX bei einer Notierung um die 13.000 Punkte und weist aktuell einen Zuwachs von 0,59 Prozent auf und steht bei 12.985,26 Punkten. Nach Kursgewinnen in der Höhe von 1,6 Prozent am Freitag, konnten die massiven Einbrüche zu Beginn der letzten Woche zumindest teilweise wettgemacht werden.
Parallel zum DAX zeigte sich auch der MDax am Montag erholt und legte um 0,58 Prozent zu. Er notiert aktuelle bei 27.927,58 Punkten. Die positive Entwicklung der deutschen Märkte setzte sich auch auf europäischem Parkett fort. Der Leitindex EuroStoxx konnte 0,8 Prozent gutmachen und notiert momentan bei 3271 Punkten.
Der Chefanalyst von QC-Partners, Thomas Altmann, spricht unterdessen nur von einem Lichtstreifen am Horizont. Die Weltkonjunktur leidet weiterhin an den Auswirkungen der Corona-Krise, aber die Daten aus China geben zumindest für die exportorientierten Werte Grund für einen gemäßigten Optimismus. Die chinesische Wirtschaft hat den Vorjahresstand noch lange nicht erreicht, aber die Anzeichen sprechen für eine belastbare Aufwärtstendenz. Die Konjunkturentwicklung in China blieb zwar hinter den Erwartungen vieler Experten zurück, das Wachstum zwischen Juli und September reichte allerdings aus, um die negativen Werte vom Frühjahr zu revidieren.
Die wirtschaftliche Langzeitfolgen der Corona-Pandemie bleiben weiterhin eine nicht einschätzbare Variable im Wirtschaftsgeschehen. Die sich abzeichnende zweite Corona-Welle mit Rekordwerten innerhalb Europas, drückt auf die Grundstimmung.
Bei der Detailanalyse der DAX-Performance sticht vor allem die Entwicklung der Siemens-Werte hervor. Am Montag konnte der Konzern ein Plus von 1,0 Prozent verbuchen. Der designierte Vorstandsvorsitzende, Roland Busch, gab unterdessen bekannt, dass das Management auf eine weitere Aufspaltung des Konzerns verzichten werde. Trotz vehementer Forderungen von den Kapitalmärkten, will Busch die Integrität des Unternehmens beibehalten und keine weiteren Bereiche ausgliedern, erklärte der Manager der „Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung“.
Der Baukonzern Hochtief profitierte von einer Veräußerung seiner Anteile bei dem australischen Konzern Cimic. Der Verkauf wurde mit einem Kursanstieg von 3,8 Prozent honoriert. Damit lag Hochtief deutlich an der Spitze der Kursgewinne im MDax. Zuvor hatte der Hedgefonds Elliot den Verkauf von 50 Prozent der Anteile von Cimic am Minenausrüster Thies durchgesetzt. Cimic erwartet von dem Verkauf einen Erlös von bis zu 1,9 Milliarden australische Dollar.
Positiv reagierten die Börsen auch auf die Ankündigung einer neuen Führung beim Stahlkonzern Salzgitter. Zur Mitte des nächsten Jahres wird der scheidende Vorstandschef Heinz Jörg Fuhrmann durch Gunnar Groebler abgelöst. Groebler war bisher beim Energiekonzern Vattenfall für die Windkraft zuständig. Insgesamt führte die Personalie zu einem Kursplus von 1,8 Prozent.
Bei den Automotiv-Werten verzeichnete VW einen Anstieg von 0,5 Prozent auf Vorzugsaktien. Die ist die Reaktion auf eine positive Entwicklung bei der VW-Dachgesellschaft im LKW- Bereich. Die VW-Holding Traton konnte eine Übernahme von Anteilen am US-LKW und Busproduzenten Navistar abschließen. Das Geschäft war in den letzten Wochen in eine kritische Phase getreten und der Deal schien zeitweise gefährdet. Durch die erfolgte Einigung auf einen Kaufpreis von 3,2 Milliarden Euro, besitzt VW nunmehr ein Standbein auf dem amerikanischen Markt für Nutzfahrzeuge. Die Finanzierung des Kaufpreises durch VW ist derzeit allerdings noch offen.
Das Unternehmen Evotec, das im Bereich der Biotechnikforschung tätig ist, konnte von der Ankündigung einer Investition durch die Bill-Gates-Stiftung profitieren. Der Multimilliardär unterstützt die Forschungen des Hamburger Wirkstoffentwicklers mit einer Fördersumme in unbekannter Höhe. Mit den Fördergeldern sollen die Forschungen von Evotec zu einem Impfstoff gegen Covid-19 vorangetrieben werden. Die Börse honorierte die Investitionsankündigung mit einem Zuwachs von 1,7 Prozent.

 

Redaktion ad-hoc-news.de, NeoMatrix