Münchner Sicherheitskonferenz setzt ab 2027 auf Doppelspitze
vor 5 Minuten, dts-nachrichtenagentur.de
Die Münchner Sicherheitskonferenz bekommt ab 2027 eine Doppelspitze: Helga Schmid und Jens Stoltenberg sollen die Rolle der Co-Vorsitzenden übernehmen und die Tagung künftig gemeinsam ausrichten. Damit leitet die MSC einen Führungspostenwechsel ein, der auf Kontinuität und internationale Erfahrung setzt.
via dts Nachrichtenagentur
Die Diplomatin Helga Schmid und der frühere Nato-Generalsekretär Jens Stoltenberg sollen neue Co-Vorsitzende der Münchner Sicherheitskonferenz werden.
Der Stiftungsrat der Stiftung Münchner Sicherheitskonferenz hat die Entscheidung nach Angaben der MSC einstimmig getroffen.Stiftungsrat setzt auf gleichberechtigte DoppelspitzeSchmid und Stoltenberg sollen die Konferenz ehrenamtlich als „gleichberechtigte Co-Vorsitzende" leiten.
Nach Mitteilung der MSC übernehmen sie ihre neuen Aufgaben rechtzeitig vor der 63. Münchner Sicherheitskonferenz im Februar 2027 und richten diese dann als gemeinsame Gastgeber aus.Schmid ist seit 2021 Vizepräsidentin des Stiftungsrats und der Konferenz seit Langem verbunden.
Auch Stoltenberg steht der MSC seit Jahren nahe und war bereits seit Oktober 2024 als Chairman vorgesehen, konnte die Funktion wegen seines Ministeramtes jedoch zunächst nicht übernehmen.Ischinger kündigt Übergang anDer bisherige Vorsitzende der Münchner Sicherheitskonferenz, Wolfgang Ischinger, begrüßte die Personalentscheidung. Er zeigte sich nach eigenen Angaben „begeistert", dass der Stiftungsrat dem Vorschlag für die zukünftige Führung zugestimmt hat, und verwies auf seine fast 20 Jahre an der Spitze der Organisation.Ischinger kündigte zugleich an, der MSC weiterhin als aktives Mitglied ihres Stiftungsrats zur Verfügung zu stehen.
Damit bleibt er der Konferenz über eine beratende Rolle erhalten, während die operative Verantwortung schrittweise auf die neue Doppelspitze übergeht.Schmid und Stoltenberg sehen MSC als zentrale PlattformHelga Schmid betonte, sie wolle ihre Erfahrung in europäischer Diplomatie und als internationale Verhandlungsführerin in die Arbeit als MSC-Vorsitzende einbringen.
Damit knüpft sie an ihre bisherige Rolle in der Konferenz und an ihre langjährige Tätigkeit in der europäischen Außenpolitik an.Jens Stoltenberg begrüßte die Entscheidung des Stiftungsrats ebenfalls. Die neue Rolle als einer von zwei Co-Vorsitzenden ermögliche ihm nach eigenen Angaben, auf seinem bisherigen Engagement im Stiftungsrat der Stiftung Münchner Sicherheitskonferenz aufzubauen.
Als derzeitiger Finanzminister Norwegens bleibt er zugleich politisch eingebunden.
Die Berufung von Helga Schmid und Jens Stoltenberg zu gleichberechtigten Co-Vorsitzenden markiert einen sichtbaren Generations- und Rollenwechsel an der Spitze der Münchner Sicherheitskonferenz. Die MSC gilt seit Jahren als eines der wichtigsten informellen Foren für Außen- und Sicherheitspolitik, in dem Regierungsvertreter, Militärs, Wissenschaftler und Vertreter der Zivilgesellschaft vertraulich und öffentlich zentrale Konflikte und sicherheitspolitische Weichenstellungen diskutieren.Mit Schmid rückt eine erfahrene EU-Diplomatin in die erste Reihe, die unter anderem an Verhandlungen zum iranischen Atomprogramm und an Krisendiplomatie im europäischen Umfeld beteiligt war. Ihre Biografie steht für klassische multilaterale Diplomatie und das Bemühen um politische Lösungen in langwierigen Verhandlungsformaten.
Stoltenberg bringt als früherer Nato-Generalsekretär und amtierender Finanzminister Norwegens dagegen die Perspektive eines Regierungschefs und Bündnismanagers mit, der mehrere sicherheitspolitische Krisenphasen – vom Ukraine-Konflikt bis zu Fragen der Lastenteilung innerhalb des Bündnisses – begleitet hat.Signalwirkung für die SicherheitskonferenzDie Entscheidung des Stiftungsrats, beide Persönlichkeiten als ehrenamtliche Co-Vorsitzende zu installieren, stärkt den Anspruch der MSC, zugleich transatlantisches sicherheitspolitisches Forum und europäischer Ort strategischer Debatten zu sein. Die Doppelspitze verbindet Kontinuität – beide sind der Konferenz seit Jahren verbunden – mit einer inhaltlichen und personellen Erweiterung der Führung, ohne den Einfluss des langjährigen Vorsitzenden Wolfgang Ischinger abrupt zu beenden.Ausblick auf die Konferenz 2027Dass Schmid und Stoltenberg ihre Aufgaben rechtzeitig vor der 63. Münchner Sicherheitskonferenz im Februar 2027 übernehmen sollen, schafft einen längeren Übergangszeitraum. Dies erleichtert die Vorbereitung einer Konferenz, die angesichts globaler Spannungen und konkurrierender sicherheitspolitischer Formate weiter um ihre Rolle als zentrales Forum wird werben müssen.
Für politische Akteure und Beobachter signalisiert die Personalentscheidung, dass die MSC auf eine breit abgestützte Führung setzt, die Erfahrung in Diplomatie, Bündnispolitik und Finanzverantwortung zusammenführt.