Mieten steigen im Landkreis Bamberg um 25,2 Prozent

heute 06:15 Uhr, dts-nachrichtenagentur.de

Eine Antwort der Bundesregierung auf eine Anfrage der Linksfraktion zeigt deutliche regionale Unterschiede bei den Angebotsmieten. Besonders stark verteuerten sich Wohnungen in mehreren ländlichen Kreisen, während auch einzelne Städte hohe Zuwächse verzeichneten.

Wohnhäuser (Archiv)
Wohnhäuser (Archiv)
via dts Nachrichtenagentur

Mietanstieg trifft ländliche Kreise besonders starkDie Mieten in Deutschland sind in ländlichen Regionen von 2024 auf 2025 teils deutlich stärker gestiegen als in den Metropolen. Im Landkreis Bamberg erhöhten sich die Angebotsmieten innerhalb der Top Ten um 25,2 Prozent.Das geht aus der Antwort der Bundesregierung auf eine Anfrage der Linksfraktion hervor, über die das Redaktionsnetzwerk Deutschland berichtet.Landkreise liegen über kreisfreien StädtenIm Bundesschnitt stiegen die Preise in den Landkreisen um 3,8 Prozent, in kreisfreien Städten dagegen um 2,6 Prozent. Neben Bamberg verzeichneten Nordfriesland mit 14,3 Prozent und die Grafschaft Bentheim mit 12,9 Prozent besonders starke Zuwächse.Weitere hohe Preissprünge gab es im Saarpfalz-Kreis sowie in den Kreisen Ammerland, Emsland, Unterallgäu, Neustadt an der Waldnaab, Altötting und Freyung-Grafenau. Bayern stach bei den starken Anstiegen besonders hervor, gefolgt von Niedersachsen.Fürth führt bei den kreisfreien StädtenUnter den kreisfreien Städten verzeichnete Fürth mit 9,8 Prozent den höchsten Anstieg. In Dresden erhöhten sich die Angebotsmieten um 8,9 Prozent, in Erfurt um 8,1 Prozent.Zu den Städten mit weiteren hohen prozentualen Steigerungen zählen Wiesbaden, Ulm, Erlangen, Jena, Delmenhorst, Oldenburg und Regensburg. Verglichen wurden die Nettokaltmieten von Wohnungen, die 2024 und 2025 zur Erst- oder Wiedervermietung im Internet angeboten wurden.Linke fordert MietendeckelDie wohnungspolitische Sprecherin der Linksfraktion, Caren Lay, erklärte, die Preissteigerungen beträfen Städte und Kreise in allen Teilen Deutschlands. Wer eine Wohnung mieten müsse, habe im vergangenen Jahr teils bis zu 25 Prozent mehr zahlen müssen als ein Jahr zuvor.Lay warnte vor wachsenden Belastungen für Menschen mit niedrigen und mittleren Einkommen.

Sie forderte einen bundesweiten Mietendeckel mit kommunalen Mietobergrenzen und einer ortsbezogenen Begrenzung bei Wiedervermietungen.

Bei zusätzlichen Kürzungen beim Wohngeld drohten ihrer Einschätzung nach Mietschulden, Kündigungen und Wohnungsverluste.
Die Zahlen beziehen sich auf Angebotsmieten bei Erst- und Wiedervermietungen, also auf Wohnungen, die im Internet inseriert wurden.

Sie bilden damit vor allem die Preise ab, denen Wohnungssuchende bei einem Umzug oder einem neuen Mietvertrag begegnen, nicht sämtliche bestehenden Mietverhältnisse.Der Abstand zwischen Landkreisen und kreisfreien Städten verweist auf eine regional breitere Wohnkostenbelastung.

Neben den klassischen Großstadtmärkten geraten auch kleinere Zentren und ländliche Kreise unter Druck, wenn dort das Angebot knapp ist, Arbeitsplätze entstehen oder Haushalte aus teureren Ballungsräumen ausweichen.Folgen für Haushalte und KommunenBesonders stark wirkt sich der Anstieg auf Haushalte mit niedrigen und mittleren Einkommen aus. Steigende Nettokaltmieten erhöhen zugleich die Wohnkosten einschließlich Nebenkosten und können den Spielraum für Mobilität, Energie und andere Ausgaben verringern.Für Kommunen bedeutet die Entwicklung zusätzlichen Druck auf den sozialen Wohnungsbau, die Baulandpolitik und Unterstützungsleistungen wie Wohngeld. Ein bundesweiter Mietendeckel mit kommunalen Obergrenzen wäre eine politische Antwort, die allerdings in die Zuständigkeiten und die konkrete Ausgestaltung des Mietrechts eingreifen würde.Was die Zahlen offenlassenDie Prozentwerte zeigen Veränderungen innerhalb eines Jahres, sagen aber allein nichts über das absolute Mietniveau in den genannten Kreisen aus. Ebenso bleibt offen, wie viele Wohnungen jeweils inseriert wurden und welchen Einfluss die Zusammensetzung der angebotenen Wohnungen auf den Durchschnitt hatte.

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