Mehr Baugenehmigungen: 22.500 Wohnungen im Juli 2026 genehmigt

18.09.26 08:13 Uhr, dts-nachrichtenagentur.de

Im Juli 2026 sind in Deutschland mehr Wohnungen genehmigt worden als ein Jahr zuvor – der Zuwachs erstreckt sich auch über das gesamte erste Halbjahr. Besonders stark legen Mehrfamilienhäuser und der Umbau bestehender Gebäude zu.

Bauarbeiter auf Baustelle (Archiv)
Bauarbeiter auf Baustelle (Archiv)
via dts Nachrichtenagentur

Im Juli 2026 ist in Deutschland der Bau von 22.500 Wohnungen genehmigt worden.

Nach Angaben des Statistischen Bundesamts entspricht dies einem Plus von 1,9 Prozent oder 400 Baugenehmigungen gegenüber Juli 2025.Mehr Neubauten und mehr UmbautenDie Zahl der genehmigten Wohnungen im Neubau stieg im Juli um 0,8 Prozent beziehungsweise 100 auf 18.400 Wohnungen.

Deutlich stärker nahm die Zahl der Wohnungen zu, die durch den Umbau bestehender Gebäude entstehen: Sie erhöhte sich gegenüber dem Vorjahresmonat um 7,0 Prozent oder 300 auf 4.100. Das Bundesamt weist darauf hin, dass Baugenehmigungen häufig nicht im Berichtsmonat ihrer Erteilung, sondern durch Nachmeldungen der Behörden später in die Statistik einfließen.Deutlicher Anstieg im Zeitraum Januar bis JuliVon Januar bis Juli 2026 wurden in Deutschland insgesamt 148.800 Wohnungen in neuen und bestehenden Gebäuden genehmigt. Das waren 12,9 Prozent oder 17.000 Wohnungen mehr als im entsprechenden Zeitraum des Jahres 2025. In neu zu errichtenden Wohngebäuden wurden in diesem Zeitraum 121.200 Wohnungen genehmigt, ein Anstieg um 13,5 Prozent oder 14.400 Neubauwohnungen.Dynamik bei Ein- und MehrfamilienhäusernDie Zahl der Baugenehmigungen für Einfamilienhäuser erhöhte sich von Januar bis Juli 2026 um 9,7 Prozent auf 27.900, was einem Zuwachs von 2.500 Wohnungen entspricht. Bei Zweifamilienhäusern nahmen die genehmigten Wohnungen um 25,0 Prozent auf 8.900 zu, ein Plus von 1.800 Wohnungen. In Mehrfamilienhäusern, der zahlenmäßig stärksten Gebäudeart, genehmigten die Bauaufsichtsbehörden 79.700 Neubauwohnungen.

Das bedeutet einen Anstieg um 15,1 Prozent oder 10.500 Wohnungen gegenüber dem Vorjahreszeitraum.Rückgang bei Wohnheimen, Plus bei NichtwohngebäudenDie Zahl der genehmigten Wohnungen in Wohnheimen sank im Zeitraum Januar bis Juli 2026 um 6,2 Prozent auf 4.700 Wohnungen, das sind 300 weniger als im Vorjahreszeitraum. In neuen Nichtwohngebäuden wurden zugleich 2.700 Wohnungen genehmigt, ein Zuwachs um 25,0 Prozent oder 500 Wohnungen. Zu diesen Wohnungen zählen etwa Hausmeisterwohnungen in Schulgebäuden oder Wohnungen über Gewerbeflächen in Innenstadtlagen.Umbauten in bestehenden Gebäuden nehmen zuAls Umbaumaßnahme in bestehenden Wohn- und Nichtwohngebäuden wurden von Januar bis Juli 2026 insgesamt 24.900 Wohnungen genehmigt. Dies entspricht einem Plus von 8,9 Prozent oder 2.000 Wohnungen gegenüber dem gleichen Zeitraum des Jahres 2025, wie das Statistische Bundesamt berichtet.
Die jüngsten Zahlen zu den Baugenehmigungen markieren nach einer langen Phase rückläufiger Genehmigungen einen klaren Gegenimpuls im deutschen Wohnungsbau. Besonders ins Gewicht fällt, dass der Zuwachs nicht nur ein einzelner Ausreißer im Juli ist, sondern sich über den Zeitraum Januar bis Juli 2026 erstreckt. Damit deutet sich zumindest eine Stabilisierung der Bautätigkeit an, die für den angespannten Wohnungsmarkt von Bedeutung ist.Hintergrund: Wohnungsmarkt unter DruckIn vielen Städten liegen Mieten und Immobilienpreise seit Jahren deutlich über den Einkommen vieler Haushalte. Parallel dazu hatten hohe Zinsen, gestiegene Baukosten und Unsicherheiten im Umfeld von Klimaschutz- und Förderpolitik die Zahl der Baugenehmigungen zuvor deutlich gedrückt. Vor diesem Hintergrund zeigt der nun gemeldete Anstieg, dass Bauherren und Projektentwickler wieder mehr Vertrauen in die Rahmenbedingungen fassen oder Projekte nach einer Phase des Zögerns zur Genehmigung bringen.Struktur des AufschwungsAuffällig ist, dass insbesondere Mehrfamilienhäuser sowie der Umbau bestehender Gebäude zulegen.

Mehrfamilienhäuser sind für den Wohnraumbedarf in Ballungsräumen besonders relevant, während Umbauten – etwa Dachgeschossausbauten oder die Umnutzung von Gewerbeflächen – vergleichsweise schnell zusätzlichen Wohnraum schaffen können.

Auch die Zunahme bei Ein- und Zweifamilienhäusern zeigt, dass weiterhin Nachfrage nach individuellem Wohneigentum besteht, während die Genehmigungen für Wohnungen in Wohnheimen zurückgehen.Bedeutung und AusblickFür Mieterinnen und Käufer sind die Zahlen zunächst ein Signal, dass künftig mehr Angebot auf den Markt kommen kann. Konkrete Entlastung entsteht allerdings erst, wenn aus Genehmigungen auch tatsächlich fertiggestellte Wohnungen werden – ein Schritt, der angesichts knapper Kapazitäten im Baugewerbe und weiterhin hoher Kosten anspruchsvoll bleibt. Politisch werden die Daten als Gradmesser dafür dienen, ob Maßnahmen zur Wohnraumförderung und zur Beschleunigung von Planungs- und Genehmigungsverfahren greifen.

Sie liefern zugleich Hinweise darauf, in welchen Segmenten – vom Einfamilienhaus bis zum Mehrfamilienhaus – die Bauaktivität besonders dynamisch ist.

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