KNDS: Bund will 50 Prozent der Panzerfirma übernehmen

heute 14:34 Uhr, dts-nachrichtenagentur.de

Die deutschen Eigentümer des Leopard-2-Herstellers wollen ihre Beteiligung offenbar an den Bund verkaufen. Damit würde der ursprünglich geplante Börsengang entfallen und KNDS seine Eigentümerstruktur grundlegend verändern.

Bundeswehr-Panzer
Bundeswehr-Panzer "Leopard 2" (Archiv)
via dts Nachrichtenagentur

KNDS soll staatliche Eigentümerstruktur erhaltenDer deutsch-französische Panzerbauer KNDS wird voraussichtlich zum Staatskonzern. Die deutschen Eigentümer wollen ihre Anteile offenbar an die Bundesregierung verkaufen, während über den Preis noch verhandelt wird.Entscheidung in den nächsten WochenEine finale Entscheidung soll in den nächsten Wochen fallen.

Der ursprüngliche Plan für einen Börsengang wird nach Informationen des „Handelsblatts“ nicht länger verfolgt.Familien halten deutsche HälfteDie Familien Braunbehrens und Bode halten bislang über die Wegmann-Holding die Hälfte der KNDS-Anteile. Die andere Hälfte gehört dem französischen Staat.Ursprünglicher BörsenplanVorgesehen war zunächst, dass der deutsche Staat 40 Prozent an KNDS kauft, Frankreich seinen Anteil ebenfalls auf 40 Prozent reduziert und die übrigen 20 Prozent an die Börse gehen.Der Börsengang wurde jedoch mehrfach verschoben.

Als Grund gilt das schwierige Marktumfeld für Rüstungsaktien, durch das die Eigentümerfamilien derzeit offenbar keine Möglichkeit sehen, wie erhofft mindestens 15 Milliarden Euro zu erlösen.Berlin will französische Dominanz verhindernAngesichts fehlender Alternativen hält die Bundesregierung dem Bericht zufolge die Übernahme der gesamten 50 Prozent der Familien für sinnvoll. Damit soll eine französische Dominanz bei dem Panzerbauer verhindert werden.KNDS, die Wegmann-Holding und das Wirtschaftsministerium wollten sich zu dem Vorgang nicht äußern. KNDS baut unter anderem den deutschen Kampfpanzer Leopard 2.
KNDS nimmt eine Schlüsselstellung in der europäischen Landrüstung ein. Das Unternehmen entstand aus der Verbindung des deutschen Herstellers Krauss-Maffei Wegmann mit dem französischen Konzern Nexter und verbindet damit industrielle Fähigkeiten beider Länder.Ein vollständiger Erwerb der deutschen Familienanteile durch den Bund würde die Eigentümerstruktur grundlegend verändern. Deutschland und Frankreich wären dann weiterhin gemeinsam beteiligt, die deutsche Seite hätte jedoch einen direkten staatlichen Einfluss auf die Hälfte des Unternehmens. Für Berlin geht es dabei nicht nur um Eigentum, sondern auch um die langfristige Steuerung kritischer Produktionskapazitäten.Rüstungspolitische BedeutungDer Leopard 2 gehört zu den wichtigsten europäischen Waffensystemen.

Entscheidungen über Produktion, Modernisierung und Export berühren deshalb die Verteidigungsplanung Deutschlands und seiner Partner. Ein staatlicher Einstieg könnte die industrielle Absicherung erleichtern, würde aber zugleich neue Anforderungen an Kontrolle, Finanzierung und politische Abstimmung schaffen.Der geplante Börsengang sollte ursprünglich privates Kapital mobilisieren und den Eigentümern hohe Erlöse ermöglichen.

Die mehrfachen Verschiebungen zeigen, dass Rüstungsunternehmen trotz steigender sicherheitspolitischer Bedeutung nicht automatisch auf ein günstiges Kapitalmarktumfeld treffen. In den kommenden Wochen dürften deshalb vor allem der Kaufpreis und die künftige Einflussverteilung zwischen Berlin und Paris im Mittelpunkt stehen.

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