Klimawandel: 2026 überschreitet erneut die 1,5-Grad-Marke

vor 21 Minuten, dts-nachrichtenagentur.de

Nach 2024 dürfte auch 2026 die globale Erwärmung in einem Kalenderjahr über 1,5 Grad gegenüber der vorindustriellen Zeit liegen. Copernicus erwartet zudem einen über diesem Wert liegenden Vierjahresdurchschnitt von 2023 bis 2026.

Sommer (Archiv)
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via dts Nachrichtenagentur

Copernicus erwartet 2026 erneut mehr als 1,5 Grad ErwärmungDas Jahr 2026 wird nach aktuellen Prognosen fast sicher die Marke von 1,5 Grad globaler Erwärmung gegenüber der vorindustriellen Zeit überschreiten.

Das teilte der EU-Klimawandeldienst Copernicus mit.Schwelle zum zweiten Mal überschrittenEs wäre das zweite Mal nach 2024, dass diese Schwelle in einem Kalenderjahr überschritten wird. Offiziell gilt das Ziel jedoch erst als gerissen, wenn der mehrjährige Durchschnitt über 1,5 Grad liegt.Vierjahresdurchschnitt über dem ZielwertDie Wahrscheinlichkeit, dass 2026 das zweitwärmste Jahr in der Geschichte wird, liegt laut Prognose bei etwa 80 Prozent. Zudem wird erwartet, dass der Vierjahresdurchschnitt von 2023 bis 2026 ebenfalls über 1,5 Grad liegt.Oktober erreicht neuen HöchstwertIm Oktober 2026 erreichte die globale Durchschnittstemperatur einen neuen Höchstwert für diesen Monat. Die Temperaturen in Europa lagen ebenfalls über dem Durchschnitt, insbesondere in Fennoskandien und Osteuropa.El Niño erwärmt den tropischen PazifikGleichzeitig blieben die Meerestemperaturen im tropischen Pazifik außergewöhnlich hoch. Copernicus führt dies auf die Intensivierung der El-Niño-Bedingungen zurück.
Die Prognose für 2026 ordnet sich in eine Folge außergewöhnlich warmer Jahre ein. Entscheidend ist dabei die Unterscheidung zwischen einem einzelnen Kalenderjahr und dem langfristigen Temperaturziel des Pariser Klimaabkommens: Ein Jahr oberhalb von 1,5 Grad gilt nicht allein als formales Überschreiten der Schwelle. Maßgeblich ist ein mehrjähriger Durchschnitt.Dass 2026 voraussichtlich zum zweiten Mal nach 2024 über diesem Wert liegt, erhöht dennoch die klimapolitische Bedeutung.

Der Vierjahreszeitraum von 2023 bis 2026 würde nach der Prognose ebenfalls oberhalb von 1,5 Grad liegen.

Das macht sichtbar, wie stark sich die jüngste Erwärmung vom natürlichen Schwankungsbereich früherer Jahrzehnte abhebt.El Niño verstärkt kurzfristige WärmeDie außergewöhnlich hohen Meerestemperaturen im tropischen Pazifik stehen mit der Intensivierung von El Niño in Verbindung.

Das Klimaphänomen kann die globale Durchschnittstemperatur vorübergehend zusätzlich erhöhen und regionale Wetterlagen verändern. Es erklärt jedoch nicht den langfristigen Erwärmungstrend, der vor allem durch den anhaltend hohen Ausstoß fossiler Treibhausgase bestimmt wird.Folgen für Europa und die KlimapolitikFür Europa bedeutet die Entwicklung keine gleichmäßige Erwärmung in jedem Monat oder an jedem Ort. Regional deutlich überdurchschnittliche Temperaturen können gleichzeitig mit Kälteepisoden in anderen Gebieten auftreten.

Für die Bevölkerung bleiben insbesondere Gesundheitsrisiken durch Hitze, Belastungen für Wasserressourcen und Landwirtschaft sowie häufigere Extremwetterlagen relevant. Die Prognose erhöht damit den Druck auf Staaten, Emissionen zu senken und Anpassungsmaßnahmen auszubauen.

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