Klimaneutralität: Deutschland braucht 6 Billionen Euro bis 2045

heute 11:24 Uhr, dts-nachrichtenagentur.de

Für den Umbau von Verkehr, Energie, Gebäuden und Industrie fehlen nach der KfW-Berechnung jährlich 180 Milliarden Euro. Besonders stark gefordert sind der Verkehrssektor, Energieversorger und private Haushalte.

KFW (Archiv)
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via dts Nachrichtenagentur

Deutschlands Klimainvestitionen bis 2045Deutschland muss bis 2045 insgesamt sechs Billionen Euro für Klimaneutralität investieren.Der jährliche Bedarf beträgt 290 Milliarden Euro.Der Verkehr verursacht 45 Prozent des gesamten Investitionsbedarfs, gefolgt von Energie, Gebäuden und Industrie.Bislang wurden im Durchschnitt 110 Milliarden Euro pro Jahr investiert.Deutschland muss bis zum Jahr 2045 insgesamt sechs Billionen Euro investieren, um Klimaneutralität zu erreichen.

Das geht aus einer neuen Studie der KfW hervor, die vier Wochen vor der UN-Weltklimakonferenz veröffentlicht wurde.Verkehr benötigt den größten AnteilDer jährliche Investitionsbedarf beläuft sich laut Untersuchung auf 290 Milliarden Euro. Mit 45 Prozent entfällt der größte Anteil auf den Verkehrssektor.Auf den Bereich Energie entfallen 25 Prozent, auf Gebäude 22 Prozent und auf die Industrie acht Prozent. Damit konzentriert sich der größte Teil der notwendigen Investitionen auf Verkehr und Energieversorgung.KfW sieht machbare HerausforderungKfW-Vorstandschef Stefan Wintels bezeichnete die Aufgabe als „anspruchsvolle, aber machbare“ Herausforderung.

Die Summe von sechs Billionen Euro sei zwar eine enorme Kraftanstrengung, relativiere sich aber dadurch, dass auch ein Festhalten an fossilen Technologien hohe Investitionen erfordern würde.Nach seinen Angaben bringen Investitionen in den Klimaschutz zudem wirtschaftlichen Nutzen und können die steigenden Kosten des Klimawandels reduzieren.

Klimatechnologien böten zugleich große Chancen für die deutsche Wirtschaft.Investitionslücke von 180 Milliarden EuroIm Vergleich zur Vorgängerstudie aus dem Jahr 2021 ist der ermittelte Bedarf um eine Billion Euro gestiegen.

Die KfW führt dies auf Preissteigerungen und einen Investitionsstau zurück.In den vergangenen Jahren wurden durchschnittlich 110 Milliarden Euro pro Jahr investiert. Damit bleibt nach der Berechnung eine jährliche Lücke von 180 Milliarden Euro. Besonders Energieversorger und private Haushalte müssen demnach erhebliche Investitionen für die notwendigen Veränderungen leisten.
Die KfW-Zahl beschreibt keinen einmaligen staatlichen Ausgabeposten, sondern den über Jahre verteilten Investitionsbedarf für die Umstellung von Verkehr, Energieversorgung, Gebäuden und Industrie. Der größte Anteil entfällt auf den Verkehr. Dazu zählen insbesondere der Ersatz fossiler Antriebe, der Ausbau der Ladeinfrastruktur sowie Anpassungen bei Schienen- und Straßenverkehr.Die Studie stellt den zusätzlichen Klimaschutzaufwand den Investitionen gegenüber, die auch bei einem Festhalten an fossilen Technologien erforderlich wären.

Damit geht es nicht allein um Mehrkosten, sondern um die Richtung ohnehin notwendiger Modernisierung.

Gleichzeitig verteilen sich die Belastungen auf Unternehmen, private Haushalte und öffentliche Infrastruktur.Finanzierung entscheidet über UmsetzungDie ausgewiesene jährliche Lücke von 180 Milliarden Euro macht deutlich, dass die bisherigen Investitionen für das Zieljahr 2045 nicht ausreichen.

Für die Umsetzung werden deshalb verlässliche Rahmenbedingungen, ausreichend Planungskapazitäten und Zugang zu privatem Kapital entscheidend sein. Besonders relevant ist, ob Haushalte und Unternehmen die notwendigen Investitionen wirtschaftlich tragen können.Die gestiegenen Kosten gegenüber der KfW-Vorgängerstudie zeigen zudem, dass Verzögerungen und Preissteigerungen den Transformationsaufwand erhöhen können.

Zugleich verweist die Studie auf mögliche wirtschaftliche Chancen durch Klimatechnologien.

Für Deutschland verbindet sich die Klimaneutralität damit mit einer industrie- und standortpolitischen Aufgabe: Investitionen sollen Emissionen senken und zugleich Wettbewerbsfähigkeit sichern.

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