KI-Partnerschaft: Merz will Nvidia mit Millionen fördern
15.10.26 17:59 Uhr, dts-nachrichtenagentur.de
Die Bundesregierung will gemeinsam mit Nvidia den Einsatz physischer KI in der deutschen Industrie beschleunigen. Rund ein Dutzend Unternehmen sollen sich an dem Projekt beteiligen, darunter Siemens, Audi und Black Forest Labs.
via dts Nachrichtenagentur
Bund plant KI-Kooperation mit NvidiaDie Bundesregierung will eine Partnerschaft mit Nvidia schließen und dafür einen dreistelligen Millionenbetrag investieren, um Künstliche Intelligenz in der Industrie voranzubringen.
Bundeskanzler Friedrich Merz und Nvidia-Chef Jensen Huang wollen die Kooperation am kommenden Montag in Berlin verkünden.Staat finanziert RechenkapazitätenDie staatliche Anschubfinanzierung soll unter anderem dazu dienen, Rechenkapazitäten auf der Industrial AI Cloud der Deutschen Telekom zu mieten.
Das Geld könnte aus Mitteln der Hightech-Agenda des Bundes stammen.Mit der Initiative will die Bundesregierung die Grundlage für den Einsatz physischer KI schaffen.
Diese Technologie wird etwa für das Training von Robotern und autonomen Fahrzeugen benötigt.Nvidia beteiligt sich mit Technik und PersonalNvidia soll neben weiteren Chips auch Ingenieure für das Projekt bereitstellen.
Rund ein Dutzend deutsche Unternehmen wollen sich nach den Angaben an der Kooperation beteiligen.Zu den genannten Teilnehmern gehören Siemens, Audi und Black Forest Labs. Nvidia ist mit leistungsfähigen KI-Chips und darauf abgestimmter Software ein führender Anbieter für das Training moderner KI-Modelle.Wildberger sieht Chancen für deutsche IndustrieDigitalminister Karsten Wildberger (CDU) sagte, das Potenzial zur Steigerung der Wertschöpfung der deutschen Industrie sei gewaltig. Deutschland könne mit der Initiative im globalen Wettbewerb um KI aufholen.
Die geplante Kooperation würde an mehreren bereits bestehenden industriepolitischen Linien ansetzen: Deutschland soll mehr eigene Rechenkapazitäten aufbauen, Unternehmen beim Einsatz von KI unterstützen und industrielle Anwendungen schneller in die Produktion bringen. Im Mittelpunkt steht dabei nicht nur generative KI für Büro- und Wissensarbeit, sondern sogenannte physische KI, die Roboter, autonome Fahrzeuge und andere Maschinen steuern kann.Die vorgesehene Anschubfinanzierung aus Bundesmitteln hätte vor allem den Charakter einer Nachfragegarantie. Indem der Staat Rechenleistung auf einer industriellen Cloud anmietet, könnte er den Zugang zu teurer Infrastruktur für beteiligte Unternehmen erleichtern. Für Nvidia wäre eine solche Partnerschaft zugleich ein strategischer Ausbau seines Geschäftsmodells, das neben KI-Chips zunehmend Software, Netzwerke und komplette Rechenzentrumsplattformen umfasst.Industriepolitik mit offenem KostenrisikoFür deutsche Unternehmen liegt der mögliche Nutzen in schnelleren Entwicklungszyklen und besseren Trainingsmöglichkeiten für industrielle KI. Gleichzeitig entscheidet sich die Wirkung daran, ob aus der Anschubfinanzierung dauerhaft marktfähige Anwendungen entstehen.
Rechenkapazität allein ersetzt weder qualifizierte Fachkräfte noch verlässliche Daten, geeignete Sicherheitsstandards und klare Regeln für den Einsatz autonomer Systeme.Die Beteiligung von Konzernen und eines KI-Start-ups könnte verschiedene Anwendungsfelder verbinden.
Offen bleiben insbesondere die genaue Höhe und Laufzeit der staatlichen Mittel, die Bedingungen für den Zugang zur Infrastruktur sowie die konkrete Aufgabenverteilung zwischen Bund, Nvidia, Telekom und den Unternehmen.
Die für Montag erwartete Vorstellung soll diese Punkte politisch und wirtschaftlich präzisieren.