Kartoffelernte 2026 sinkt auf 10,4 Millionen Tonnen

28.09.26 14:35 Uhr, dts-nachrichtenagentur.de

Deutschland erwartet 2026 rund 10,4 Millionen Tonnen Kartoffeln. Die geringere Anbaufläche und niedrigere Hektarerträge drücken die Ernte deutlich unter das Rekordniveau des Vorjahres, die Versorgung soll dennoch stabil bleiben.

Kartoffeln (Archiv)
Kartoffeln (Archiv)
via dts Nachrichtenagentur

Die Kartoffelernte in Deutschland fällt 2026 deutlich schwächer aus als im Vorjahr. Nach vorläufigen amtlichen Ergebnissen erwartet das Bundeslandwirtschaftsministerium eine Gesamtmenge von rund 10,4 Millionen Tonnen.
Ernte bleibt deutlich hinter Vorjahr zurück
Damit liegt die erwartete Ernte fast ein Viertel unter dem starken Vorjahr und 13 Prozent unter dem Durchschnitt der Jahre 2020 bis 2025. 2025 waren mit 13,9 Millionen Tonnen so viele Kartoffeln wie seit 1990 nicht mehr geerntet worden.
Als Gründe nennt das Ministerium vor allem den verspäteten Saisonstart infolge von Niederschlägen im Februar sowie Hitze- und Dürreperioden im Sommer. Der durchschnittliche Ertrag je Hektar wird für 2026 auf etwa 38 Tonnen geschätzt. Das sind rund elf Prozent weniger als im mehrjährigen Durchschnitt und 15 Prozent weniger als im sehr guten Vorjahr.
Anbaufläche ebenfalls kleiner
Die Kartoffelanbaufläche beträgt den vorläufigen Ergebnissen zufolge 268.300 Hektar. Sie liegt damit elf Prozent unter dem Vorjahreswert und rund zwei Prozent unter dem Durchschnitt der sechs Jahre von 2020 bis 2025.
Drei Viertel der deutschen Kartoffelanbaufläche entfallen auf Niedersachsen, Nordrhein-Westfalen und Bayern. In allen drei Ländern wurde die Fläche gegenüber dem Vorjahr reduziert.
Ministerium erwartet stabile Versorgung
Trotz des Ernterückgangs geht das Ministerium davon aus, dass Versorgung und Preisniveau für Verbraucher mittelfristig stabil bleiben.

Ausschlaggebend seien der seit Jahren hohe Selbstversorgungsgrad und ein voraussichtlich ausgeglichenes Verhältnis von Angebot und Nachfrage.
Die vorläufige Ernteschätzung markiert einen deutlichen Rückgang nach dem außergewöhnlich starken Kartoffeljahr 2025. Entscheidend ist dabei nicht nur die kleinere Anbaufläche: Auch der Hektarertrag liegt wegen des verspäteten Saisonstarts und der sommerlichen Hitze- und Dürreperioden klar unter dem mehrjährigen Vergleichswert.
Für den deutschen Markt ist die Erntemenge dennoch im Zusammenhang mit der Angebotsstruktur zu bewerten.

Deutschland verfügt traditionell über einen hohen Selbstversorgungsgrad bei Kartoffeln. Zudem wird ein Teil der Ernte verarbeitet oder gelagert, sodass die Versorgung nicht allein von der unmittelbar verfügbaren Menge nach der Ernte abhängt.
Wetterrisiken prägen den Anbau
Die Entwicklung zeigt zugleich die doppelte Abhängigkeit des Kartoffelanbaus von Wetter und Flächenentscheidungen.

Niederschläge können den Saisonbeginn verzögern, während Hitze und Trockenheit später vor allem die Knollenbildung und damit den Ertrag je Hektar beeinträchtigen.

Sinkende Anbauflächen verstärken den Effekt, wenn die Erträge gleichzeitig zurückgehen.
Für Verbraucher bedeutet die Prognose nach Einschätzung des Ministeriums zunächst keine grundsätzliche Versorgungslücke. Das Preisniveau hängt zusätzlich von Lagerbeständen, Importen, Verarbeitung, Energie- und Transportkosten sowie der Nachfrage ab. Mittelfristig bleibt damit weniger die Versorgungssicherheit als die Frage wichtig, wie stabil Erträge und Anbauflächen unter häufiger auftretenden Wetterextremen bleiben.

Handelssysteme, die für dich handeln!
Indikator. Pro. Automated.
Demo anfordern